Öffnung vor Weihnachten 2018 vorgesehen Parkhausbau in Delmenhorst erhält Richtfestkrone

Von Frederik Grabbe


Delmenhorst. Der Bau des neuen City-Parkhauses schreitet schnell voran. Die Systembauweise macht es möglich. Nach den Tiefenarbeiten folgt nun derzeit die Montage. Am Mittwoch wurde Richtfest gefeiert.

Gemeinhin wird ein Richtfest immer dann gefeiert, wenn der Rohbau eines Gebäudes fertig und der Dachstuhl errichtet ist. Beim neuen Delmenhorster City-Parkhaus ist man da ein paar Schritte schneller: Aktuell stehen von der künftigen rund sechs Millionen Euro teuren Hochgarage die zwei Treppenhäuser, am zur Mühlenstraße hin gelegenen Ende ragt bereits ein enormes Stahlgerippe in die Höhe, erst am Dienstag sind erste Zwischendecken eingezogen worden. Auf der ersten Ebene bewegen sich bereits die Bauarbeiter. Gerade einmal vor zwei Wochen wurden für diesen „Käfig“ erste Stahlstützen versetzt.

Jahnz: Ein Zeichen an die Innenstadt

Die Arbeiten schreiten also mit hohem Tempo voran, die Eröffnung vor dem Weihnachtsgeschäft 2018 soll nach derzeitigem Stand erreicht werden: Das war die zentrale Botschaft des Richtfests. Entsprechend richtete Hans-Ulrich Salmen, Chef der Stadtwerkegruppe, in dessen Auftrag das später 440 Autos fassende Parkhaus errichtet wird, seinen Dank bei einer kurzen Ansprache an Architekten, Planer, Bauleiter, der Verwaltung und der Politik. Dass jetzt nun „ein Drittel“ des Baus errichtet ist, war für Salmen Grund genug, die symbolische Richtfestkrone per Kran über die Baustelle zu hieven. Der erste Gruß von Oberbürgermeister Axel Jahnz ging in Richtung Kaufmannschaft, die in Person von Sprecher Christian Wüstner vertreten war, und die die neuen alten innenstadtnahen Parkplätze herbeisehnt. Jahnz hob unter anderem die modernen Elemente der künftigen Hochgarage hervor – wie die Lademöglichkeiten für E-Bikes und E-Autos. Jahnz: „Das Parkhaus ist ein Zeichen an die Innenstadt. Wir brechen ein wenig mit der Tradition: In Delmenhorst reißen wir nicht nur ab. Wir bauen auch auf.“

Standardisiertes Verfahren spart Zeit und Geld

Auch der Oberbürgermeister zeigt sich beeindruckt vom Tempo des Aufbaus und verglich die vorhandene Systembauweise mit Lego-Bausteinen. Der Architekt Michael Schröder von dem Bremer Büro Schröder Architekten konkretisierte: „Im Grunde ist der Bau mit all seinen Einzelteilen am Computer schon fertig geplant. Nach Begründung der Fundamente muss vor Ort lediglich noch die Montage vorgenommen werden“, so Schröder. „Stahlbetonplatten oder Teile der Stahlkonstruktion werden wie am Fließband in der Fabrik hergestellt. Dieses standardisierte Verfahren macht die schnelle Montage möglich, ist kostengünstiger und hochwertiger.“

Fassade soll ab August hochgezogen werden

Bedankten sich bei allen Beteiligten: Stadtwerke-Chef Hans-Ulrich Salmen (li.) und Oberbürgermeister Axel Jahnz (Mitte). Foto: Frederik Grabbe

Bis Oktober noch wird an der Stahl- und Gitterkonstruktion zwischen den zwei Treppenhäusern gearbeitet, sagte der zuständige Bauleiter Marti Russak vom Baukonzern Goldbeck aus Bielefeld. Dann folgen unter anderem Maler- und Elektroarbeiten, ab Ende August soll bereits der Aufbau der Fassade beginnen. Am Ende dann soll vor Jahresende ein 15 Meter hohes, 90 Meter langes und 36 Meter breites Parkhaus am Stadtwall stehen. Insgesamt schrumpft die Hochgarage somit laut Schröder gegenüber den ursprünglichen Plänen um vier Ebenen und zwei Etagen, weil der Krankenhausneubau in der Innenstadt nun doch nicht folgt.


Weitere Daten und Fakten zum neuen Delmenhorster City-Parkhaus:

• Die Parkbuchten werden breiter werden und 2,70 Meter bemessen. Breitere Parkbuchten, kommen zum einen Autofahrern entgegen, die immer häufiger SUVs fahren. Zum anderen wollen die Planer demografischen Gründen Senioren das Ein- und Aussteigen erleichtern.

• 150 Radstellplätze sind auf einer Fläche von 30 mal 5 Meter vorgesehen.

• Das Gebäude soll komplett barrierefrei sein.

• Die Hochgarage wird 24 Stunden am Tag geöffnet sein.

• 209 Bohrpfähle wurden für die Tiefgründung zwischen 7,5 und 15 Meter tief ins Erdreich gesetzt.

• 633 Tonnen Stahl werden verarbeitet werden. Sämtliche Fertigbetonelemente wiegen am Ende 2.843 Tonnen (ohne Treppenhäuser).

• Helligkeit ist ein großes Thema: Dunkle Ecken sollen ausgeschlossen sein, somit werden Angsträume vermieden.

• Das neue Parkhaus wird ein Sockelelement in Bodennähe tragen, dass über der Überflutungszone liegen soll.

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