Prüfer in Delmenhorst Hundeführerschein: Das müssen Herrchen und Frauchen wissen

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Hund und Heft: Das brauche man für den Hundeführerschein, sagt Prüfer Uwe Behnken aus Delmenhorst. Foto: Vincent BußHund und Heft: Das brauche man für den Hundeführerschein, sagt Prüfer Uwe Behnken aus Delmenhorst. Foto: Vincent Buß

Delmenhorst. In Niedersachsen braucht man nicht nur für Autos einen Führerschein, sondern auch für Hunde. Was geprüft wird und wie man sich darauf vorbereitet, weiß Uwe Behnken. Der Delmenhorster ist anerkannter Prüfer.

Wer Uwe Behnken in seiner Delmenhorster Wohnung besucht, den begrüßt die Dackel-Dame Xena sofort sehr stürmisch. „Die muss man erst einmal ignorieren“, rät der 64-Jährige. Und tatsächlich, sie beruhigt sich schnell. Behnken weiß schließlich, wovon er redet: Der Rentner nimmt Prüfungen zum Hundeführerschein ab.

Diesen Nachweis führte Niedersachsen vor fünf Jahren als erstes deutsches Bundesland verpflichtend für alle neuen Hundebesitzer ein. „Teilnehmen muss jeder, der noch nie einen Hund hatte, bevor er sich einen zulegen will“, erklärt Behnken. Der, auf den das Tier gemeldet wird, muss dann auch zum Test. Anmelden kann man sich über die Stadt oder direkt bei Behnken. Weil der Delmenhorster bereits Richter auf Jagdhundprüfungen war, bekam er die Erlaubnis, auch den Hundeführerschein abzunehmen. Durchschnittlich kommen zwei Prüflinge pro Monat zu ihm nach Hause.

Was im Theorie- und im Praxisteil geprüft wird

Diese erwartet dann zunächst der Theorieteil. Dabei müssen die angehenden Herrchen und Frauchen am Computer Multiple-Choice-Fragen beantworten, die zufällig aus einem Angebot an Fragen ausgewählt werden. Es geht dabei um Erziehung, Pflege, schwierige Situationen, Rechtliches und Zucht. „Manche Fragen kommen aber auch immer wieder“, weiß Behnken, „zum Beispiel zur Leinenpflicht.“ Die Prüflinge haben 45 Minuten Zeit, sind aber laut ihrem Tester stets vorher fertig. Die Ergebnisse gibt es direkt im Anschluss.

Wer sich einen Vierbeiner angeschafft hat, muss dann innerhalb des ersten Jahres zur praktischen Prüfung. Wie man sich die vorzustellen hat? „Dann gehe ich mit Ihnen und Ihrem Hund spazieren“, sagt Behnken. „Ich will sehen, wie Sie mit Ihrem Hund umgehen – nicht, wie das Tier ist.“ In zwei verschiedenen Umgebungen – beispielsweise Park und Straße – wird getestet, wie der Besitzer sich in Alltagssituationen verhält. Zum Beispiel, wenn eine Straße überquert werden muss oder der Hund einen Fahrradfahrer anspringen will. Grundlegende Kommandos wie „Sitz“ oder „Hier“ sollte der tierische Begleiter auch kennen.

Das passiert, wenn man durchfällt

Prüfungsangst müsse aber niemand haben, sagt der Delmenhorster. Im Praxisteil ist ihm zufolge noch niemand durchgefallen, im Theorieteil nur einmal jemand. Zwar würden die Behörden manchmal drohen, dass sie einen Hund abholen, wenn der Test nicht absolviert werde. Er habe aber noch gehört, dass das passiert sei. Außerdem kann die Prüfung beliebig oft wiederholt werden.

Trotzdem rät Behnken, sich insbesondere auf den theoretischen Teil vorzubereiten. Lehrgänge bietet er zwar nicht an, aber es gibt diverse Bücher mit Testfragen. Für die praktischen Übungen kann man sich sogar einen Hund ausleihen. Das findet Behnken etwas kurios: „Da könnte dann jemand mit einem Yorkshire-Terrier kommen und zuhause einen Riesenschnauzer haben.“

Ist der Hundeführerschein sinnvoll?

Es gibt laut dem Tester aber noch ein weiteres Schlupfloch: Wer seinen Hund illegalerweise nicht anmelde, werde auch nicht zur Prüfung aufgefordert. Das sei insbesondere ein Problem bei Rassen, die als gefährlich gelten. In Niedersachsen gibt es jedoch erst gar keine Rasseliste.

Nichtsdestotrotz hält Behnken den Test für sinnvoll. Schließlich werde den Leuten Grundwissen vermittelt. Und manchmal wird der Delmenhorster auch positiv überrascht. „Einmal kam eine kleine Frau mit einem riesigen Hütehund und ich dachte, das kann gar nicht gutgehen. Aber es ging gut.“


Weitere Informationen zum Hundeführerschein gibt es auf den Seiten des niedersächsischen Verbraucherschutzministeriums: www.ml.niedersachsen.de. Zum Beispiel, welche alternativen Nachweise anerkannt werden. Auch eine Liste mit den anerkannten Prüfern ist dort zu finden. Für den Theorie- und Praxisteil sind jeweils mindestens 40 Euro fällig. Über den genauen Betrag entscheidet der jeweilige Prüfer. Wer seinen Hund noch registrieren muss, kann dies beim niedersächsischen Hunderegister tun, zu erreichen unter www.hunderegister-nds.de oder unter 0441/39010400.

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