Ein Bild von Frederik Grabbe
16.07.2018, 20:31 Uhr KOMMENTAR

Schulsanierungen in Delmenhorst: Aufschiebungen zehren an Substanz

Kommentar von Frederik Grabbe

An der Grundschule Hasbergen werden derzeit die Toiletten saniert. Foto: Frederik GrabbeAn der Grundschule Hasbergen werden derzeit die Toiletten saniert. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Sommerferienzeit ist Sanierungszeit. Die Stadt Delmenhorst wird bis zum Schulbeginn rund 760.000 Euro in Sanierungen investieren. Ein weitaus größerer Betrag soll erst 2019 folgen. Die Aufschiebung der Projekte ist deutlich mehr als ein lästiges Übel. Ein Kommentar.

Gerade einmal eine dreiviertel Million Euro investiert die Stadt in den Sommerferien in ihren Schulen – keine sonderlich große Summe. Dass der zuständige Fachbereich sich nicht imstande sieht, mehr Geld für die Schulen auszugeben, spricht dafür, Überlegungen anzustoßen, ob er nicht mehr Personal gebrauchen könnte. Während der Zeit der Flüchtlingszuwanderung blieben reihenweise Baumaßnahmen liegen, weil diese schlichtweg nicht auch noch bearbeitet werden konnten. Die Folge waren sich auftürmende Haushaltsreste. Jetzt gibt es Sanierungsgelder für Schulen vom Land, die mehr als ein Sechsfaches der Investitionssumme der Stadt in diesem Sommer betragen. Und nun sind die Ausschreibungen so umfangreich, dass viele Projekte wieder aufgeschoben werden müssen.

Angesichts der eingeschränkten Möglichkeiten des Delmenhorster Haushalts ist es gut, dass das Land der Stadt mit dem KIP-II-Paket grundsätzlich einen Geldsegen beschert. Doch das Aufschieben von Schulsanierungen – die sich nicht nur in diesem Jahr beobachten lassen – ist deutlich mehr als ein lästiges Übel. Es zehrt an der Substanz der Schullandschaft und damit am Ruf des Schulstandorts. Das Problem lässt sich nur mit mehr Personal für die Verwaltung lösen.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN