760.000-Euro-Investition Schulsanierungen in Delmenhorst: Kosten steigen deutlich

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150.000 Euro fließen in die Dachsanierung an der Oberschule Süd. Robert Seeland, Architekt für den Fachbereich Gebäudemanagement, zeigt auf den Dachaufbau, der bis 2019 erneuert wird. Foto: Frederik Grabbe150.000 Euro fließen in die Dachsanierung an der Oberschule Süd. Robert Seeland, Architekt für den Fachbereich Gebäudemanagement, zeigt auf den Dachaufbau, der bis 2019 erneuert wird. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Sommerferienzeit ist Sanierungszeit. Die Stadt Delmenhorst wird bis zum Schulbeginn rund 760.000 Euro in Sanierungen investieren. Das ist übersichtlich. Ein weitaus größerer Batzen soll 2019 folgen.

Die Stadt Delmenhorst steckt in den Sommerferien insgesamt rund 760.000 Euro in die Sanierung ihrer Schulen. Das geht aus einer Antwort der Stadt auf eine entsprechende dk-Anfrage hervor. Die größten Summen fließen in Arbeiten an der Integrierten Gesamtschule (IGS) und an der Oberschule Süd. Ansonsten unterteilen sich die Arbeiten in eine Vielzahl kleinerer Summen.

Höchste Investitionen in den Sommerferien betragen 175.000 und 150.000 Euro

Der größte Betrag ist mit 175.000 Euro für die Sanierung der Pausenhalle der IGS veranschlagt. Auch die angrenzenden Flure sollen aufgehübscht werden. Zudem werden an der IGS für 50.000 Euro Fenster saniert. Die zweitgrößte Summe von 150.000 Euro geht an die Oberschule Süd am Brendelweg. Seit 2016 wird dort das Dach saniert, unter anderem Gefälle für den Wasserablauf und eine Steinwolle-Dämmschicht werden ein- und einige Lichtkuppeln ausgebaut. 2019 sollen die Arbeiten vollendet sein.

Kleinere Beträge dominieren die Schulsanierungen

Das war es dann schon mit größeren Beträgen. Durch kleinere Arbeiten profitiert etwa die Hermann-Allmers-Grundschule als gleichzeitiger Außenstandort des Max-Planck-Gymnasiums, wo für zusammengerechnet 146.000 Euro der Entwässerungskanal, die restliche Fassade und der Schulkindergarten saniert werden. An der Mosaikschule wird die elektrische Verteilung ausgetauscht sowie eine Container-Klasse und ein WC-Container aufgestellt (40.000 Euro). An der Karlstraße werden die Wände des Besprechungszimmers isoliert und der Fußboden im Werkraum saniert (18.000 Euro). Und bei der BBS I und II stehen Klassenraumsanierungen an (je 15.000 Euro).

Toiletten in Hasbergen werden saniert

Für dieses Jahr vergleichsweise hohe Beträge fließen in die Arbeiten an der Grundschule Hasbergen-Bungerhof und an die Grundschule Annenheide. In Hasbergen werden die Toiletten komplett saniert, indem die Böden aufgestemmt und alte Abwasserkanäle ersetzt werden (55.000 Euro). Dies hatte zuvor die Politik angestoßen. In Annenheide beginnen die Abbrucharbeiten für die Sanierung der Turnhalle, die im Herbst erfolgen soll (50.000 Euro).

Stadt kann über 4,7 Millionen Euro vom Land verfügen

Die Investitionssumme von rund 760.000 Euro mag überraschen, sind doch im Frühjahr 4,7 Millionen Euro vom Land Niedersachsen als sogenannte KIP-II-Mittel für die Stadt bewilligt worden. Doch dies sei ein Umfang, der nicht ohne Weiteres einzusetzen ist. „Der Arbeitsaufwand muss für uns auch zu bewältigen sein“, sagt Andreas Tensfeldt, der für die Schulsanierungen verantwortliche Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement, und begründet dies mit umfangreicheren Ausführungsplanungen, die erforderlich seien. „Einige Arbeiten werden darum verschoben.“ Eine dieser aufs Jahr 2019 verschobenen Sanierungen ist die neue Alarmanlage im Max-Planck-Gymnasium: 235.000 Euro waren dafür im Haushaltsentwurf 2018 im Frühjahr hierfür vorgesehen – die damals größte Investition im Bildungsbereich. Die Alarmanlage soll laut Tensfeldt über das KIP-II-Paket bezahlt werden. Insgesamt seien schon 4,2 Millionen Euro verplant. Bis 2022 habe die Stadt Zeit, die Mittel beim Land abzurufen. Trotz dieser Hilfsmittel ist klar, dass die Stadt einen großen Sanierungsstau in den Schulen abzuarbeiten hat: Auf 50 Millionen Euro schätzte Tensfeldt den Umfang ausstehender Arbeiten im Stadtgebiet im April.

Außerordentliche Kostensteigerungen“

Generell teilt Tensfeldt mit, dass vor dem Hintergrund des Bau-Booms „die Kosten für Baumaßnahmen, egal ob es sich um Neubau-, Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen handelt, außerordentlich gestiegen sind“. Von teilweise „zehn bis 25 Prozent Kostensteigerungen“ spricht Tensfeldt. Die Auslastung des Handwerks sei sehr hoch, seine Verfügbarkeit schwierig. Auch erhalte die Verwaltung nicht immer Angebote zu jeder Baumaßnahme.

Kita an Hasberger Straße kurz vor dem Start

760.000 Euro fließen insgesamt in den Sommerferien in 17 verschiedene Projekte bei Schulsanierungen in Delmenhorst. Unter anderem werden in der Grundschule in Hasbergen die Toiletten erneuert: Arbeiter Manfred Kortland stemmt den Boden in den Toilettenräumen auf. Foto: Frederik Grabbe

Dieser Umstand hat bislang beispielsweise dazu geführt, dass die neue DRK-Kita an der Hasberger Straße erst am 6. August eröffnen soll. Ursprünglich war das Frühjahr 2018 angepeilt worden. Aktuell werden an der Stelle letzte Arbeiten verrichtet. Weil der Bedarf an Kita-Plätzen immens ist, drückt die Stadt hier aufs Tempo: „Die baulichen Planungen für den Neubau der Kindertagesstätte an der Moorkampstraße laufen, ebenso die planerischen Überlegungen zu den Kita-Neubauten an der Schreberstraße sowie im Wollepark“, sagt Tensfeldt.


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