„Schaden für östliche Innenstadt“ Hertie-Investor kritisiert Delmenhorster Politik

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die seit Jahren leer stehende Hertie-Immobilie in Delmenhorst. Foto: Jan Eric FiedlerDie seit Jahren leer stehende Hertie-Immobilie in Delmenhorst. Foto: Jan Eric Fiedler

Delmenhorst. Mit deutlicher Kritik an den politischen Akteuren in Delmenhorst reagiert Hertie-Investor Werner Uhde (Deutsche Immobilien Holding) auf die jüngsten Presseveröffentlichungen zur gescheiterten Ansiedlung eines Kaufhauses in der Immobilie.

„Wir haben verstanden, dass die Politik dieser Stadt die von ihr selbst definierten Voraussetzungen für die Realisierung von Handelsflächen in der von uns angestrebten Form nicht mitgehen will“, schreibt er in einer Mitteilung. „Den wirtschaftlichen Schaden tragen wir, den gemeinsamen für die Entwicklung der östlichen Innenstadt alle.“

„Mit hoher Unsicherheit behaftet“

Woolworth, das sich nun im Jute-Center ansiedeln will, habe der Innenstadt nicht zuletzt deshalb den Rücken gekehrt, „weil die Realisierung des Projektes ,Hertie‘ nach den im städtebaulichen Vertrag genannten Vorgaben, unter anderem die Entstehung des Parkraums, mit hoher Unsicherheit behaftet war“. Die Politik habe die vom Rat beim Beschluss des städtebaulichen Vertrags und die Fördermaßnahmen gesetzten Rahmenbedingungen in Teilen ausgeblendet. So unter anderem, dass im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss Handelsflächen zu schaffen seien, wofür Parkraum benötigt werde, und dass der Abriss des alten Hertie-Parkhauses als städtebaulicher Missstand zu erfolgen habe. Weiter, so Uhde ,sei von Verwaltung und Politik bei Abschluss des städtebaulichen Vertrags die wohnwirtschaftliche Nutzung des Parkhaus-Grundstücks vorgesehen gewesen.

„Keinerlei Mittel in Anspruch genommen“

„Es ist unsäglich“, kritisiert Uhde, „wenn uns vorgeworfen wird, uns an millionenschweren Subventionstöpfen zu sättigen, nachdem wir bisher das Risiko allein getragen und trotz des bereits von uns getätigten Aufwands für Erwerb, Entkernung, Planung sowie erheblicher laufender Kosten – abgesehen für den Abriss des Parkhauses „Hertie“ – keinerlei Mittel in Anspruch genommen haben.“

Wiederholtes Plädoyer für mehr Parkraum

Weil die Politik den beschriebenen Weg nicht mitgehen wolle, habe man sich entschlossen, über Alternativen nachzudenken und werde vier Varianten mit einem Mix aus Gewerbe, Wohnen und Büros vorlegen. „Damit ein geändertes Konzept Erfolg hat, werden wir im Schulterschluss mit Verwaltung und Politik einen gemeinsamen Weg suchen“, so Uhde, „dieses Mal jedoch darauf zu achten haben, dass alle Rahmenbedingungen mit der Verwaltung, die kooperativ unsere Bemühungen unterstützt hat, und der Politik, deren Rückendeckung wir nur partiell gespürt haben, so festgezurrt werden, dass keine Divergenzen über den Weg und dessen Umsetzung durch alle Beteiligten im Zweifel sind.“ Dazu werde auch gehören, eindeutige Absprachen für zusätzlichen Parkraum zu treffen: „Er wird in jedem Fall benötigt.“

Verweis auf Gutachten

Dies spiegele sich auch in den schon vor Monaten veröffentlichten Gutachten von Cima und PGT Umwelt und Verkehr wider, die „die Schaffung zusätzlichen Parkraums für die östliche Innenstadt als notwendig bezeichnet haben“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN