Neubauprojekt Abriss für neue AOK in Delmenhorst soll ab September erfolgen

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Die AOK zieht an die Lange Straße 72. Das derzeitige Gebäude (Baujahr 1902) soll abgerissen werden. Foto: Frederik GrabbeDie AOK zieht an die Lange Straße 72. Das derzeitige Gebäude (Baujahr 1902) soll abgerissen werden. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Im September geht es los: Dann sollen die zwei Gebäude an der Ecke Lange Straße/ Friedrich-Ebert-Allee abgebrochen werden. Das teilt die AOK auf Anfrage mit. Die Krankenkasse will an der Stelle ihren Hauptsitz errichten. Der Heimatverein äußert Bedenken gegen den Abriss.

Die Krankenkasse AOK will mit den Abrissarbeiten für ihren neuen Versicherungssitz in Delmenhorst im September beginnen. Das teilte AOK-Regionalleiter Andre Kerber auf dk-Nachfrage mit. Bezugsfertig soll der folgende Neubau an der Ecke Lange Straße/ Friedrich-Ebert-Allee dann Ende 2019 sein, so Kerber. Die Investition belaufe sich auf 4,4 Millionen Euro. Bedenken gegenüber den Komplett-Abriss äußert indes der Heimatverein.

Umzug vom Hans-Böckler-Platz an die Lange Straße

Wie berichtet, war die Krankenkasse schon seit Längerem auf der Suche nach einem neuen Hauptstandort in Delmenhorster Zentrallage, weil die Stadt Delmenhorst den Erbpachtvertrag für den derzeitigen Sitz am Hans-Böckler-Platz im Juli 2016 nicht verlängert hatte. Da das ehemalige IKK-Gebäude an der Langen Straße ohnehin der AOK schon gehörte, verhandelte die Kasse mit Friseur Caner Kiran im Nebengebäude über einen Kauf, der mit dem Umzug Kirans im Februar 2018 an die Oldenburger Straße abgeschlossen worden ist. Die Hausnummern Lange Straße 71 und 72 werden folglich ab September abgerissen.

Heimatverein möchte historische Fassade erhalten

Der Delmenhorster Heimatverein hingegen äußerte zu diesem Projekt Vorbehalte: „Aus Sicht des Heimatvereins wäre es sehr wünschenswert, wenn wenigstens diese prächtige Fassade an der Langen Straße erhalten und in den Neubau integriert werden könnte“, schreibt der Vorsitzende Friedrich Hübner über das Ex-IKK-Gebäude. Er meint, dass schon viele gute und das Stadtbild prägende und hebende Bauten in den vergangenen Jahrzehnten durch Abrisse verloren gegangen sind. Als Beispiel nennt Hübner auf Nachfrage die Schauburg-Passage, die im September 1980 abgerissen worden ist.

Stadt: Denkmalschutz besteht nicht

Hoffnung darf sich der Heimatverein allerdings nicht machen: Wie die Stadt auf Anfrage mitteilt, besteht für die Hausnummer 72 kein Denkmalschutz. Wie Stadtsprecher Timo Frers allgemein für die Untere Denkmalschutzbehörde im Fachdienst Bauordnung festhält, sind Baudenkmale bauliche Anlagen, „an deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder städtebaulichen Bedeutung ein öffentliches Interesse besteht.“ In dem genannten Fall des Abbruchs bestehe nicht einmal eine Anzeigenpflicht.

AOK sieht in Neubau niedrigere Kosten

Ein Vorentwurf zeigt, wie das neue AOK-Gebäude (Blick über die Friedrich-Ebert-Allee) aussehen könnte. Quelle: AOK

Und AOK-Regionalleiter Kerber äußert zwar Verständnis für die Haltung des Heimatvereins, sagt aber auch: „Wir haben uns zu Beginn überlegt, im Bestand zu bauen. Unter anderem aus Gründen des Brandschutzes und der Barrierefreiheit ging es aber einfach nicht. Das wäre erheblich teurer geworden.“ Nicht zuletzt sei die Krankenkasse angehalten, verantwortungsvoll mit den Mitgliederbeiträgen umzugehen.


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