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27.06.2018, 09:09 Uhr KOLUMNE

Quergedacht: Make love, not Ankerzentren, Mister Seehofer!

Von Marco Julius

Moderator James Corden (li.) und Beatle Sir Paul McCartney bei den Dreharbeiten zu „Carpool Karaoke“. Der knapp 25-minütige Clip zeigt die magische Kraft der Musik und der Liebe. Foto: Craig Sugden/Press Association Images/dpaModerator James Corden (li.) und Beatle Sir Paul McCartney bei den Dreharbeiten zu „Carpool Karaoke“. Der knapp 25-minütige Clip zeigt die magische Kraft der Musik und der Liebe. Foto: Craig Sugden/Press Association Images/dpa

Delmenhorst. Was Horst Seehofer, Crocs und der Klimawandel gemein haben und was Beatle Paul dem entgegenhält, verrät die neue Folge „Quergedacht“: Ein Plädoyer für mehr Liebe.

Die Welt, wer will das bestreiten, steckt voller Widerwärtigkeiten. Das Meer mit Plastik zugemüllt, das Klima im Wandel, Horst Seehofer auf allen Kanälen, Hotelgäste in Croqs am Frühstücksbüffet: Wohin man auch sieht, man möchte gleich wieder wegschauen. Wer in der Nacht an Deutschland denkt, der ist, frei nach Heinrich Heine, noch immer um den Schlaf gebracht. Man möchte fast mit dem ehemaligen Reichskanzler Bismarck seufzen, der einst feinsäuberlich in sein Tagebuch grollte: „Habe die ganze Nacht durchgehasst.“ Nun ist aber Bismarck nicht durchweg kritikfrei zu sehen. Mit dem Klimawandel hatte er zwar nichts am Hut. Und Croqs hat er, nach allem, was man so weiß, nie getragen. Was aber gegen den Fürsten spricht: Hass war noch nie eine Lösung.

All you need is love

All you need is love, das ist und bleibt für alle Zeit die zentrale Botschaft. Make love, not Ankerzentren, Mister Seehofer! Nur die Liebe zählt. Das wussten schon Kai Pflaume und vor ihm die Beatles. Wer wissen will, was die Liebe und ein Beatle noch heute erreichen können, der gebe im Video-Portal Youtube „Carpool Karaoke McCartney“ ein und bestaune gut 23 Minuten lang die magische Kraft der Musik und der Liebe. So viel Freude findet man selten in so kurzer Zeit. Es ist ja auch überhaupt nicht erstaunlich, so hat es der amerikanische Autor Harlan Jay Ellison mal formuliert, dass es so viel Unfähigkeit, Schlamperei, Mittelmaß und entsetzlichen Geschmack auf der Welt gibt. Das Unglaubliche ist vielmehr, wie viel gute Kunst man auf der Welt findet. Recht hat der Mann. Denn bei allen Widerwärtigkeiten, die diese Welt zu bieten hat, bleibt es so, wie der große Philosoph Jürgen Marcus einst sang: Ein Festival der Liebe soll unser Leben sein.


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