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Preise für Häuser explodieren Delmenhorst an Spitze der Immobilien-Preisentwicklung

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Die Angebote für gebrauchte Immobilien in Delmenhorst sind rar -- und teuer. Die Suche fällt schwer. Foto: Kai HasseDie Angebote für gebrauchte Immobilien in Delmenhorst sind rar -- und teuer. Die Suche fällt schwer. Foto: Kai Hasse

Delmenhorst/Ganderkesee. Die Preisspirale für Wohnraum dreht sich weiter nach oben. In Delmenhorst werden Immobilien so schnell teurer wie nirgendwo im Land Niedersachsen. Das hat eine Studie der Bausparkasse LBS ergeben.

Salzgitter, Osnabrück, Helmstedt – in diesen Städten haben sich die Preise für gebrauchte Einfamilienhäuser um 15 bis 16 Prozent in den vergangenen drei Jahren verteuert. Ganz oben in dieser Kategorie ist niedersachsenweit aber Delmenhorst: Satte 19 Prozent mehr als noch 2015 müssen Käufer in diesem Jahr hinblättern. Im Landkreis Oldenburg haben sich die Preise in derselben Zeit um sechs Prozent verteuert – ein im Landesvergleich eher niedriger Wert. Fachleute der Immobilienbranche sehen den Grund in mangelnden Baugebieten in Delmenhorst – und ausreichenden Plätzen in Ganderkesee.

Immer schwieriger, Eigenheime zu finden

Derzeit liegen die Preise pro gebrauchtem Einfamilienhaus in Delmenhorst zwischen 229.000 Euro im niedrigeren Marktsegment und ab 335.000 Euro im oberen Marktsegment – der Standardpreis liegt bei etwa 279.000 Euro. In Ganderkesee liegen die Preise bei 228.000 Euro (niedrig) und 349.000 Euro (hoch) sowie 295.000 Euro (Standard). Der Gesamt-Landkreis liegt etwas darunter, wobei gerade in Großenkneten die Preise niedrig sind. „Vor allem für junge Familien wird es immer schwieriger, in den Städten und deren unmittelbarem Umland bezahlbare Eigenheime zu finden“, sagt Dr. Rüdiger Kamp, Vorstandsvorsitzender der LBS Nord, die für die Studie Verkaufsangebote des ersten Quartals 2018 in den niedersächsischen Tageszeitungen und in Online-Portalen auswerten ließ. Kamp weiter: „Die Politik sollte daher nicht nachlassen, den Immobilienerwerb für Familien und Privatpersonen zu erleichtern.“

Wenige Häuser immer begehrter

Aber daran hapert es zumindest in Delmenhorst, wie es Immobilienfachleute vor Ort erklären. So etwa der Immobilienmakler Timm Hellmenn-Wieczorek. „Die Preise orientieren sich an Angebot und Nachfrage. Wird wenig angeboten, bieten deutlich mehr Leute auf ein einzelnes Haus. Dadurch wird es begehrter – und teurer.“ Es gebe vermehrt den Trend, dass sich Menschen aus den Großstädten heraus ins Umland orientieren. Und Delmenhorster Verkäufer würden sich entsprechend auch an Bremer oder Oldenburger Preisen orientieren. Zudem gebe es zu wenige Häuser auf dem Markt.

„Das tut wirklich weh“

So ordnet es auch Hans-Günther Speckmann, Chef des Immobilienservice der Landessparkasse zu Oldenburg ein. „Delmenhorst hat sehr wenige neue Baugebiete. Das führt zwangsläufig zu steigenden Preisen. Schauen Sie sich dagegen die umliegenden Kommunen an – sie weisen deutlich mehr Baugebiete aus.“ Das sagt er klar bezogen auf Ganderkesee – wo es ständig einen guten Mix an neuen Bauplätzen gäbe. In Delmenhorst seien die Verwaltung und die Politik durchaus schon dabei, einige Flächen für Wohnbebauung einzurichten. Das stoße aber auch auf politischen Widerstand. Wo er bei der Diskussion steht, macht Speckmann klar: „Das Potenzial, das Delmenhorst hat, wird nicht ausgeschöpft. Die Kaufkraft geht an der Stadt vorbei. Das tut wirklich weh.“


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