Entscheidendes WM-Spiel vor Augen Schwedin aus Ganderkesee glaubt an ihre Elf

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Nicky Hey, die Schwedin mit deutschem Wohnsitz, erwartet am Samstagabend bei der WM in Russland einen Sieg der Schweden über Deutschland. Foto: Thomas BreuerNicky Hey, die Schwedin mit deutschem Wohnsitz, erwartet am Samstagabend bei der WM in Russland einen Sieg der Schweden über Deutschland. Foto: Thomas Breuer

Delmenhorst/Ganderkesee. Nicky Hey lebt in Ganderkesee, arbeitet in Delmenhorst und glaubt an einen Sieg der Schweden über Deutschland.

„Wir werden gewinnen“, sagt Nicol „Nicky“ Hey – und das bedarf einer Nachfrage. Mit ihrer doppelten Staatsangehörigkeit – deutsch und schwedisch – erschließt sich nicht sofort, wen die 35-Jährige beim WM-Vergleich an diesem Samstag vorne sieht. Wer aber den Blick bei ihr daheim schweifen lässt, kann sich schnell orientieren.

Zum Fußballfest gibt es Smörgåstårta

Die schwedische Flagge weht gleich mehrfach in Haus und Garten; Blau und Gelb zieren Becher, Teller, Papierfähnchen und Servietten – und ihre Fingernägel. Nicht zuletzt kommt am Samstagabend Smörgåstårta auf den Tisch, eine selbst gebackene schwedische Brottorte mit Garnelen und Salat.

In Aschersleben (Sachsen-Anhalt) geboren, wuchs Nicky Hey in Schweden auf und kehrte erst vor gut fünf Jahren nach Deutschland zurück. Heute lebt sie mit ihrem deutschen Freund und den Kindern an der B213 auf Ganderkeseer Gebiet und arbeitet in der Delmenhorster Grafttherme.

„Wir sind wesentlich entspannter und ruhiger“

Was die Schweden und die Deutschen unterscheidet, liegt für Nicky Hey auf der Hand. „Wir sind wesentlich entspannter und ruhiger – und weniger materiell.“ Sie sagt „wir“ und meint die Schweden. Dafür sei das deutsche Gesundheitssystem deutlich besser. Die Schweden wiederum findet sie wesentlich kinderfreundlicher.

Internationale Familienbeziehungen

Nicky Hey hätte Grund, auch noch vielen anderen Nationen die Daumen zu drücken. Ihre Mutter entstammt einer deutsch-polnischen Verbindung, der Vater hat italienische Wurzeln. Beide leben in Schweden und arbeiten in Norwegen. Ein Bruder von ihr ist auf Bali zuhause, eine Tante in Australien, eine Oma war auf Elba heimisch. Und Nicky Hey selbst hat auch schon ein Jahr in Spanien gewohnt.

Die so gesehen internationale Verwandtschaft macht es nicht immer leicht: Schließlich waren es die Schweden, die dem stolzen Fußballland Italien den Weg zur Weltmeisterschaft verbaut haben. Dem Papa hat sie dafür wohl ihre natürlich schwarzen Haare zu verdanken.

„Zlatan Ibrahimovic hat gestört“

„Marcus Berg und Victor Lindelöf sind in guter Form, die machen das“, offenbart Nicky Hey ihren Fußballverstand. Und weiter: „Zlatan Ibrahimovic hat gestört, jetzt sind wir ein Team.“ Auf dem Boden der Tatsachen bleibt die junge Frau dennoch. Auch wenn der Gruppensieg gelingen würde, wovon die junge Frau fest ausgeht, macht sie sich keine Illusionen: „Nach dem Achtelfinale ist Schluss.“

Eine Herzenssache wird der Tag so oder so

Was immer der Samstagabend bringen mag, zur Herzenssache wird er für Nicky Hey und ihren Freund so oder so. Denn ausgerechnet auf den schwedisch-deutschen Schicksalstag fällt der fünfte Jahrestag ihrer Beziehung. Die die beiden so gerne mit gegenseitigen Liebesschwüren auf Facebook ein Stück weit öffentlich machen. Und die sie irgendwann dauerhaft in Schweden leben wollen, wo sie auch diesmal wieder ihren Urlaub verbringen.

Es könnten auch ein paar Tränen fließen

„Wir werden 2:1 gewinnen“, sagt Nicol Hey, die Schweden in Deutschland. Und wenn nicht? „Dann fließen im schlimmsten Fall ein paar Tränen.“


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