Markus Weise am „plattdütschen Olymp“ Was ein Delmenhorster am Ohnsorg-Theater in Hamburg macht

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Delmenhorst. Für den Delmenhorster Markus Weise wird ein Traum wahr. Sein Name steht aus gutem Grund an prominenter Stelle im Programmheft des Ohnsorg-Theaters in Hamburg.

Im Leben, da kommt es oft „anners as du denkst“. Und wer dem Leben offen gegenübersteht, dem öffnen sich immer wieder neue Türen. Und manchmal öffnen sich auch Türen, an die man höchstens in den kühnsten Träumen gedacht hat. Und so eine große Tür steht in Hamburg am Heidi-Kabel-Platz 1. Sie gehört zum Ohnsorg-Theater. „Eine Institution des Niederdeutschen“, sagt Markus Weise zurecht. Und wessen Name steht im Programmheft der neuen Spielzeit? Genau. Der von Markus Weise.

Er liefert die plattdeutsche Übersetzung des Stücks „Kalender Girls“. Die „Kalenner Deerns“ feiern am 26. August Premiere. Markus Weise reibt sich darob noch immer die Augen. „Wahnsinn“, sagt er. „Ich habe davon immer geträumt. ,Wenn Du mal am Ohnsorg auftauchst, dann hast Du es geschafft‘, habe ich immer gedacht. Und jetzt bringen die Profis dort das auf die Bühne, was ich übersetzt habe.“

Ehrenkarten hat er natürlich. Mit ihm wird sich auch sein Mentor Heino Brackhahn auf dem Weg in die Hansestadt machen. Brackhahn ist stets der Erste, der die Übersetzungen von Weise lesen darf. „Er bügelt alles aus, was sprachlich nicht ganz hinhaut“, sagt Weise.

(Weiterlesen: Markus Weise: Ohne Theater würde ich eingehen)

Weise ist, man muss das so sagen, ein Tausendsassa. Hauptberuflich Berufsschullehrer an der BBS II in Delmenhorst, tobt er seine kreative Ader auf vielfältige Weise aus. Schauspieler, Komiker, Bühnenbildner, Musiker, Moderator, Weltrekordler im Witzeerzählen und Clown ist er zum Beispiel. Er inszeniert zudem, leitet eine junge Theatergruppe in Cuxhaven an, und als Übersetzer, so wie jetzt fürs Ohnsorg-Theater, erzielt er auch Erfolge. Im Januar feierte zum Beispiel „Fro Müller mutt weg“ bei der Niederdeutschen Bühne Kiel Premiere.

Auftritte auf dem Theaterschiff Lübeck

„Es läuft im Moment“, sagt Weise. „Ich nehme das alles gern mit.“ So wie sein derzeitiges Engagement auf dem Theaterschiff Lübeck. „Traumhaft auf der Trave gelegen, eine tolle Aussicht auf die Altstadt“, schwärmt Weise. Dort steht er in „Scharfe Brise – Die Rettungsschwimmer vom Tittisee“ auf der Bühne und erhält glänzende Kritiken. Mit der Komödie hatte er schon am Packhaus Theater im Schnoor Erfolge gefeiert. „Ich freue mich wie ein kleines Kind auf jede Vorstellung“, sagt Weise. Ab Herbst steht er dann mit „Scharfe Brise“ in der Komödie Kassel auf der Bühne.

(Markus Weise: Ein Delmenhorster zwischen Ulk und Berufung)

Disziplin und Leidenschaft

Es scheint, als habe der lange Schlacks Weise mehr als 24 Stunden pro Tag zur Verfügung. „Das höre ich oft“, sagt Weise. Aber er lebt nach dem Motto „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“. Und wenn er den Weg sieht, dann bringt er die nötige Disziplin mit. „Das habe ich schon in meiner Ausbildung zum Tischler gelernt“, sagt der vielfältig begabte Mann. Und weil ihm die Dinge, die er anpackt, Spaß machen, ist ihm diese große Energie zu eigen. Im Herbst, da steigt er zusätzlich als Klinikclown in Bremerhaven ein. Die entsprechende Ausbildung hat er schon eingetütet. Wohin sein Weg noch führt? Der 35-Jährige kann das gar nicht so genau sagen. Sicher ist nur: Es werden sich noch viele Türen öffnen.


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