Delmenhorster Innenstadt Bei der Hertie-Wiederbelebung geht alles auf Anfang

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Stillstand nach der Entkernung: der Hertie-Bau in der Delmenhorster Innenstadt. Archivfoto: Andreas NistlerStillstand nach der Entkernung: der Hertie-Bau in der Delmenhorster Innenstadt. Archivfoto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Stadt und Verwaltung setzen bei Hertie alles auf Null: Der Verwaltungsausschuss hat einen Beschluss zum Bau eines Parkdecks Am Vorwerk vertagt. Das trifft direkt die Pläne zur Wiederbelebung des Hertie-Areals. Kaufleutesprecher Wüstner hofft, dass sich die aufgeheizte Debatte abkühlt.

Die Parkraumfrage am Vorwerk wurde als Knackpunkt schlechthin gehandelt, um das ehemalige Hertie-Gebäude in der Delmenhorster Innenstadt zu neuer Blüte zu führen. Nun legen Stadt und Politik Pläne für einen Parkdeck-Bau am Vorwerk auf Eis. Eine Vertagung des Themas beschloss der Verwaltungsausschuss in letzter Instanz am Mittwoch, berichtete Oberbürgermeister Axel Jahnz vor der Presse einen Tag später.

Überraschender Rückzieher

Der Rückzieher überrascht aus zwei Gründen: Zum einen war in der vorangegangenen Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag der Antrag, ein Parkdeck zu errichten, mit einem deutlichen Votum abgelehnt worden. Zum anderen war im Beschluss die Klausel eingebaut worden, dass der Hertie-Investor erst eine konkrete Entwicklung für das Kaufhausareal nachweisen muss, ehe es zum Parkdeckbau kommt. Selbst das schien den Ausschussmitgliedern nicht sicher genug gewesen zu sein.

Jahnz: „Zurück zum Nullpunk“

Nun hat der Verwaltungsausschuss das Thema vertagt. Jahnz sprach davon, dass einige Beteiligte sich politisch festgefahren hätten. Man gehe „zurück zum Nullpunkt.“ Jahnz: „Das Ding ist nicht tot. Wir setzten jetzt alles auf Anfang.“ Er wolle sich nun mit dem Investor, der Deutschen Immobilien Holding (DIH), deren Aufsichtsratsvorsitzender Werner Uhde ist, zusammensetzen, um „über andere Möglichkeiten der Revitalisierung des Hertie-Areals“ zu sprechen. Inwiefern und in welchem Maße es sich dabei um Gewerbe oder Wohnen handeln könnte, sei jetzt auszuloten. Ein persönliches Gespräch zwischen Jahnz und Uhde solle bald folgen.

Egal wie die Lösung aussieht, Jahnz hofft 2019 auf Bewegung bei Hertie

Jahnz stellte zudem klar, dass er Uhde keine Vorwürfe mache, nicht in der Lage gewesen zu sein, einen Ankermieter für das Objekt an Land gezogen zu haben. „Es liegt auch nicht daran, dass die Stadt nicht alle benötigten Voraussetzungen geschaffen hätte.“ Das Thema Parkdeck solle nun erst wieder aufgenommen werden, wenn ein neues Konzept vorgelegt werden kann, „wenn wir konkret wissen, was wir tun“. Wie auch immer diese Lösung aussieht – Jahnz ließ keinen Zweifel daran, dass er kommendes Jahr erwartet, dass sich endlich etwas tut.

(Weiterlesen: „Das Wohnen in der Delmenhorster Innenstadt wird immer wichtiger“)

Werner Uhde, der bislang rund eine Million Euro in die Hertie-Entkernung gesteckt hat, wollte das Votum des Verwaltungsausschusses auf Nachfrage nicht kommentieren. „Seit zwei Jahren sagen wir, dass wir die Schaffung von mehr Parkplätzen für ein Gelingen des Projektes für zwingend erforderlich halten. Diese Aufgabe steht auch im Städtebaulichen Vertrag“, so der Investor. Nun gelte es, eine Option B oder C zu finden, „um das Ding zu entwickeln“. Uhde: „Wichtig ist, eine Lösung zu finden, hinter der alle Beteiligten stehen.“

Wüstner: Viel zu emotional geführte Debatte

Diese Äußerung spielt auf die massive Gegenwehr an, die einem Parkhaus am Vorwerk entgegen wehte. „Diese Debatte wurde zuletzt viel zu emotional geführt“, sagt Kaufleute-Sprecher Christian Wüstner. Eine sachliche Kompromisslösung sei nicht mehr möglich gewesen. „Selbst ich wurde persönlich angefeindet, weil ich mich für mehr Parkplätze an der Stelle ausgesprochen hatte“. Der Entscheid des Verwaltungsausschusses nehme nun Druck aus der Sache, „das halte ich derzeit für sinnvoll“. Wüstner, der betont, dass ein Parkdeck am Vorwerk auch den heutigen Kaufleuten im Innenstadt-Osten gutgetan hätte, weist auf das Jahr 2019 hin. „Dann steht Hertie zehn Jahre leer.“ Auf ein paar Monate bei einer Lösung für Hertie komme es nun nicht mehr an. „Für uns Kaufleute wäre es trotzdem wichtig, dass endlich ein positives Signal kommt.“


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