Italiener und Holländer in Delmenhorst Als Fußballfan ein paar Wochen im launigen Abseits

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Delmenhorst/Hoykenkamp. Die Traurigkeit hält sich bei Marius Wiegmans und Vito Mandurino in Grenzen, obwohl ihre Nationalteams bei der WM nicht mitspielen dürfen. Mit einem Lächeln gehen sie durch diese Wochen.

Frozzeln gehört dazu, das weiß Marius Wiegmans natürlich. Deshalb lächelt der Blumenhändler auf dem Wochenmarkt auch noch, wenn ihm zum soundsovielten Mal diese eine Frage gestellt wird: „Marius, gegen wen spielen eigentlich die Holländer?“

„Lieber mal nicht dabei als sich blamieren“

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft wegen der verpassten Qualifikation schlicht gegen niemanden, das liegt auf der Hand. Und für ihn, den 65-Jährigen, sei das kein Weltuntergang. „Lieber mal nicht dabei als sich blamieren“, sagt Wiegmans, der seit 37 Jahren in Deutschland heimisch ist. Diese Einstellung verspüre er auch bei vielen seiner Landsleute.

Ob der neue Bondscoach Ronald Koeman das Ruder herumreißen kann, der Hoykenkamper ist sich da noch nicht so sicher. „Louis van Gaal war gut“, sagt Wiegmans. Der habe die Mannschaft zum Laufen gebracht.

Wiegmans erwartet die Belgier weit vorn

Bei der Weltmeisterschaft erwartet der Holländer die Belgier weit vorne, Deutschland auch noch. Er rechnete zudem mit einem guten Auftreten der Marokkaner, was sich inzwischen erledigt hat. Wenn ihm Zeit bleibt, will Marius Wiegmans sich noch einige Spiele anschauen. Zwischen all den Frozzeleien, die er auf den Wochenmärkten in Delmenhorst und Hude mit einem Lächeln kontert.

Eingefleischter Anhänger von Juventus Turin

„Für jedes Tor, dass Italien bei der WM schießt, gibt es drei Kugeln Eis gratis.“ Über diesen Werbe-Gag einer Eisdiele, den ihm ein Bekannter per Smartphone übermittelt hat, kann der Gastronom Vito Mandurino (Da Mimmo) aus vollem Herzen lachen. Keine Selbstverständlichkeit, ist der 51-Jährige als gebürtiger Italiener doch eingefleischter Anhänger von Juventus Turin und von jeher ein Verehrer des italienischen Fußballs. Doch Mandurino mag es einfach, wenn sich Fußballfans gegenseitig auf die Schippe nehmen.

Derzeit kein Fernseher im Lokal

Im persönlichen Gespräch offenbart er noch etwas anderes. Dass sein Heimatland bereits in der WM-Qualifikation ausgeschieden sei, habe ihn nur noch bedingt getroffen. Das Team habe „einfach schlecht“ gespielt, sodass das Fehlen beim Turnier die logische Konsequenz sei. Als Fußballfan ist Mandurino schlichtweg gereift. „Ich bin da nicht mehr so bekloppt wie früher“, sagt er und lächelt. Noch nicht einmal einen Fernseher hat er derzeit in seinem Lokal stehen.

„Meckern auf hohem Niveau“

Seit 34 Jahren in Delmenhorst zuhause, nennt er die Stimmung, die dem ersten deutschen WM-Auftritt folgte, „Meckern auf hohem Niveau“. Die Nationalmannschaft spiele seit Jahren konstant auf hohem Niveau. „Das sind auch nur Menschen“, so Mandurino.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN