Delmenhorster Post krankt Wochenlanges Warten auf Briefe und Päckchen

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Gehäuft klagten Delmenhorster über ausbleibende Briefe. Der Post fehlen Zusteller. Symbolfoto: dpaGehäuft klagten Delmenhorster über ausbleibende Briefe. Der Post fehlen Zusteller. Symbolfoto: dpa

Delmenhorst. Wochenlang fehlen Briefe und Päckchen. Beschwerden über Deutsche Post mehren sich derzeit. Die Empfänger fühlen sich hilflos. Die Post räumt Personalprobleme ein.

Bis zu zwei Wochen warten Delmenhorster mancher Bereiche derzeit auf die Post – erfolglos. Die Beschwerden über mangelndes Austragen häufen sich. Innerhalb weniger Tage meldeten sich viele von ihnen beim dk.

Dass die Post fehlt, sorgt für manche Delmenhorster für Probleme, offenbar speziell in Annenheide und in Heidkrug. Die Liste ist lang: Ein Mann braucht eine Pin-Nummer, um einen Ausweis beim Amt abzuholen – sie kam so spät, dass die Pin nicht mehr gültig war; eine Frau erhält eine Rechnung – und dazu gleich die Mahnung, weil die viel früher abgeschickte, aber zu lange nicht ausgetragene Rechnung nicht ankam; zwei Firmen warten auf Krankenkassen-Briefe wegen eines erkrankten Mitarbeiters oder auf wichtige Abrechnungen; eine Reisekauffrau bekommt bestellte Prospekte für ihre Kunden nicht; ein Mann bezahlt Theaterkarten im Internet und erhält sie nicht per Post. In einer großen Gruppe per Facebook klagen Betroffene im Kollektiv.

Keine befriedigende Antwort

„Man fühlt sich hilflos“ sagen die, die tage- und wochenland warten. Man höre aus dem Bekanntenkreis, dass es derzeit einen hohen Krankenstand gäbe, und es „noch Berge an Post“ in den Depots gäbe, die nicht ausgetragen werden könnten. Zwar gebe es eine Service-Nummer, Anrufe dort würden aber nicht weiterhelfen. Eine befriedigende Antwort, oder eine Aussicht auf Besserung erhalten sie nicht.

Post will Zusteller einstellen

Jens-Uwe Hogardt, Sprecher der Deutschen Post, erklärt das Problem: „Wir hatten Personaleinschränkungen“. Das betreffe auch einen – erneut – hohen Krankenstand, der sich derzeit bereits wieder reduziere. Der Hauptgrund sei aber: „Uns fehlt Personal, das lange an Bord bleibt. Es gibt eine Fluktuation, die nicht sofort ausgeglichen werden konnte“, sagt er. In Delmenhorst sei das Problem bekannt, man versuche dem Personalmangel bei den Zustellern durch Arbeiter aus anderen Bereichen zu kompensieren. „Anfang Juli wird es Neueinstellungen geben. Und wir suchen weiter nach Zustellern“, sagt Hogardt.

Bei hohem Krankenstand „kein Puffer mehr drin“

„Immer mehr Leute sagen: Für die Kohle nicht.“ Das sagt genau zu diesem Punkt der Personalsuche der Post-Gewerkschaftssekretär Thomas Warner. Es gebe einen Wandel auf dem Arbeitsmarkt. Die Post habe zunehmend Schwierigkeiten beim Rekrutieren – „was auch maßgeblich daran liegt, dass es immer nur befristete Arbeitsverträge gibt“, sagt er. Arbeitsuchende würden sich dann lieber bei anderen Unternehmen umsehen und auch fündig werden. Wenn dann ein hoher Krankenstand hinzu kommt, könne ein Unternehmen mit dünner Personaldecke nicht ausgleichen. „Dann ist kein Puffer mehr drin.“ Postsprecher Hogardt hält dem aber gezielt entgegen, dass die Post Verträge nach Tarif anbiete. Die Bezahlung liege über dem, was andere Dienstleister zu zahlen bereit wären.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN