Schulabstinenz in Delmenhorst Ein höheres Bußgeld gegen das Schwänzen

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Grundschulen, Oberschulen und Berufsbildende Schulen sind die Schulformen, an denen am häufigsten geschwänzt wird. Symbolfoto: Jens Kalaene/dpaGrundschulen, Oberschulen und Berufsbildende Schulen sind die Schulformen, an denen am häufigsten geschwänzt wird. Symbolfoto: Jens Kalaene/dpa

Delmenhorst. Die Zahl der Schulschwänzer in Delmenhorst ist gestiegen. Um dagegen anzugehen, hat die Stadt die Bußgeldordnung verschärft. 24 Mal wurde vergangenes Schuljahr der Arrest verhängt.

Das Schulschwänzen hat sich in Delmenhorst zu einem ausgemachten Problem entwickelt. Wie berichtet, sind die Zahlen der Anzeigen wegen Schulabsentismus zuletzt stark angestiegen. Wie aus einer Antwort der Stadt Delmenhorst auf Nachfrage hervorgeht, versucht sie, schärfer mit Bußgeldern gegen das Schwänzen vorzugehen: 200 Euro werden seit August 2017 pro Fall fällig. Vorher gab es eine Bußgeld-Staffelung zwischen 50 und 250 Euro (einmal bis fünfmal fehlen). Das hängt auch damit zusammen, dass seit 1. August lediglich das zehnmalige Fehlen und nicht mehr der Einzelfall gemeldet wird. Insgesamt wurden im Schuljahr 2016/17 entsprechend der Anzeigen 697 Bußgelder ausgesprochen, 471 waren es im Schuljahr davor.

200 Mal leisteten Schwänzer Arbeitsdienst ab, 24 Mal landeten sie im Arrest

Ersatzweise können Schüler statt des Bußgelds auch gemeinnützige Arbeit verrichten. 200 Mal leisteten Schüler im vergangenen Schuljahr lieber diesen Dienst ab, als dass sie Bußgelder bezahlten (Vorjahr: 149). Im schlimmsten Fall muss ein Schüler maximal eine Woche lang in den Arrest. Diese extremste Maßnahme fürs Schwänzen wurde im vergangenen Schuljahr 24 Mal angewendet (Vorjahr: 13 Mal). Das im gesamten Schuljahr eingesammelte Bußgeld, die insgesamt abgearbeitete Zeit sowie die gesamte „eingesessene“ Zeit im Arrest verzeichnet die Verwaltung nicht, teilt sie mit.

Besonders Schüler von Grundschulen, Oberschulen und Berufsbildenden Schulen schwänzen häufig

Den Angaben der Stadt zufolge bestätigt sich das, was zuvor auch bekannt war: Viele der Anzeigen vereinen oft notorische Schwänzer auf sich: Die insgesamt 697 Anzeigen gehen auf das Konto von 320 Einzelschülern. Grundschulen, Oberschulen und Berufsbildende Schulen sind übrigens die Schulformen, an denen am meisten Fälle notiert werden.

Landeschulbehörde verweist auf Beratungsangebote

Die Gründe, warum in Delmenhorst im vergangenen Jahr die Zahl der Anzeigen wegen Schulabstinenz derart durch die Decke gegangen ist, sind nicht leicht zu finden. Die Stadt Delmenhorst verweist auf Nachfrage auf die Landesschulbehörde, die wiederum keine Ursachen benennt. „Eine Erhebung oder gar wissenschaftliche Untersuchung der Gründe durch unsere Behörde ist nicht vorgesehen.“ Weiter weist sie auf schulpsychologische Beratungsangebote für Schulen und Eltern hin.

Hero Mennebäck, Fachbereichsleiter Bildung bei der Stadt, weist auf die Präventionsarbeit in den Schulen selbst oder durch Schulsozialarbeiter. Zudem werde der Fachdienst Soziale Dienste bei härteren Fällen aktiv. In dem Zusammenhang hatte das Amtsgericht bereits angekündigt, auf Hilfe statt auf Repressalien zu setzen.


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