Absage der Ratspolitik Parkdeck am Vorwerk in Delmenhorst steht vor dem Aus

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Die Ratspolitik in Delmenhorst hat sich im Planungsausschuss am Dienstagabend (Foto) gegen ein Parkdeck Am Vorwerk ausgesprochen. Foto: Michael KornDie Ratspolitik in Delmenhorst hat sich im Planungsausschuss am Dienstagabend (Foto) gegen ein Parkdeck Am Vorwerk ausgesprochen. Foto: Michael Korn

Derzeit kein Bedarf, keine Kostentransparenz und keine Wirtschaftlichkeitsberechnung: Der Planungsausschuss nahm heute deutlich Abstand von den Parkdeck-Plänen Am Vorwerk.

Mit überraschend deutlicher Mehrheit hat die Ratspolitik am Dienstagabend im Planungsausschuss den umstrittenen Bau eines Parkdecks Am Vorwerk mit etwa 150 Parkplätzen abgelehnt. Befürworter gab es keine, lediglich vier Enthaltungen. CDU, AfD, Grüne, Linke und Bürgerforum stoppten den Vorstoß der Verwaltung, eine Hochgarage zugunsten einer Hertie-Wiederbelebung auf den Weg zu bringen. Der Stadtrat hat am 28. Juni das letzte Wort.

Keine Hertie-Interessenten

Am Ende der Debatte gab offenbar den Ausschlag, dass der Hertie-Investor nach wie vor Mietinteressenten für seine geplante Einkaufspassage schuldig bleibt und zudem bislang keine Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnungen für das Parkdeck vorliegen. Aber auch die anhaltende vehemente Kritik der Bürgerinitiative mag Einfluss auf die Meinungsbildung innerhalb der Politik genommen haben: Ihre Vertreter machten gestern in der Bürgerfragestunde deutlich, dass aus ihrer Sicht eine Grünanlage für einen Betonklotz zerstört würde, für den es keinen Bedarf gebe.

Kein neuer Schandfleck

Marianne Huismann, Ratsfrau der Grünen, brachte die Haltung der Gegner auf den Punkt: Der Hertie-Eigner müsse Parkplätze auf seinem eigenen Grund und Boden, etwa anstelle des alten baufälligen Karstadt-Parkhauses schaffen, wenn er sie denn benötige. Er dürfe jetzt nicht dafür sorgen, dass an anderer Stelle mit einem Parkdeck ein neuer Schandfleck entstehe.

Mit Antrag gescheitert

Die Gruppe SPD und Partner scheiterte mit einem Antrag, den Vorschlag der Verwaltung für eine Kosten-, Wirtschaftlichkeits- und Realisierungsprüfung um einen möglichen Alternativstandort Im Knick zu erweitern. Am Ende enthielt sich die Gruppe bei der Abstimmung.

Neue Ampel-Zufahrt

Zuvor hatten der Verkehrsgutachter PGT Umwelt und Verkehr und Stadtbaurätin Bianca Urban deutlich gemacht, dass ein Parkdeck am Vorwerk nur Sinn mache, wenn im östlichen Teil der City zusätzliche Einzelhandelsflächen hinzukommen, insbesondere im ehemaligen Kaufhaus. Für diesen Fall hatte der Gutachter vorgeschlagen, eine eingeschossige Hochgarage zu bauen, die Am Vorwerk die Parkplatzanzahl auf über 220 Plätze erhöhen würde – zuzüglich einer Aufstockungsoption um noch einmal 75 Plätze. In jedem Fall müsste die Stadt auf Anraten des Gutachters auch noch eine neue Zufahrt von der Friedrich-Ebert-Allee her anlegen – und zwar als ampelgesteuerte Einmündung inklusive Linksabbiegespur wie in Höhe Jute-Center. Damit würde vermieden, dass zu viel Verkehr über die Cramerstraße das Parkdeck ansteuert.


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