Messerstecherei in Delmenhorst Mann sticht in Innenstadt auf 18-Jährigen ein

Von Kai Hasse

Die Polizei setzte den Mann am selben Tag fest. Symbolfoto: dpaDie Polizei setzte den Mann am selben Tag fest. Symbolfoto: dpa

Delmenhorst. Mehrfach hat ein 19-Jähriger am Samstag, 12. Mai, auf einen 18-Jährigen in der Delmenhorster Innenstadt eingestochen. Ein Mann half dem Angegriffenen – beide wurden verletzt. Die Polizei nahm den 19-Jährigen fest.

Am Abend des 12. Mai ist es in der Delmenhorster Innenstadt zu Streitigkeiten gekommen, in deren Verlauf ein 19-Jähriger mit einem Messer mehrfach auf seinen 18-jährigen Kontrahenten einstach. Das teilen nun die Staatsanwaltschaft Oldenburg und die Polizei Delmenhorst mit.

Flucht nach erstem Angriff

Mehrere Messerangriffe konnten durch das Opfer abgewehrt werden. Letztlich wurde das Opfer aber durch einen Messerstich am Oberarm verletzt. Der 19-jährige Beschuldigte flüchtete vorerst. Noch während das Opfer im Beisein seiner Begleiter auf die hinzugerufene Polizei wartete, kehrte der Angreifer den Tatort zurück und versuchte wieder, auf das Opfer einzustechen.

Unbeteiligter schützt den Verletzten

Laut Polizeibericht griff nun ein unbeteiligter 23-Jähriger ein: Er konnte diesen Angriff gegen das bereits verletzte Opfer abwehren und erlitt ebenfalls leichte Verletzungen. Noch in den Abendstunden des Samstags fanden Beamte der Delmenhorster Polizei den Tatverdächtigen in der Delmenhorster und nahmen ihn fest.

Staatsanwaltschaft: Der Mann wollte töten

Das Wiederkommen zum Tatort und der zweite Angriff des Beschuldigten wurde durch die Staatsanwaltschaft Oldenburg dahingehend bewertet, dass der Mann seine Tat im zweiten Anlauf vollenden, nämlich das Opfer schwer verletzen, wenn nicht gar töten wollte. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Oldenburg wurde durch das Amtsgericht Oldenburg ein Haftbefehl gegen den 19-Jährigen angeordnet. Ein Richter des Amtsgerichts Oldenburg verkündete dem Mann diesen Haftbefehl am jetzt vergangenen Mittwoch, 13. Juni. Der Mann kam in eine Justizvollzugsanstalt.

Dass über die Tat selbst erst jetzt von der Polizei berichtet wurde, bittet Polizeisprecher Albert Seegers zu entschuldigen. Die Info an die Presse sei auch wegen intensiver Ermittlungen zu einer Massenschlägerei zwei Tage zuvor in Hoykenkamp „untergegangen“. Zudem sei die Schwere der Tat – nämlich die von der Staatsanwaltschaft gesehene Tötungsabsicht statt einer gefährlichen Körperverletzung – zunächst nicht bekannt gewesen.

Korrektur: In einer ersten Meldung hieß es, dieser Vorfall sei während des Stadtfestes Anfang Juni geschehen. Das war falsch. Die Polizei berichtet von einem Fall, der tatsächlich über einen Monat zurückliegt.


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