Weichenstellung in Delmenhorst Insolvenzfahren der Stiftung St. Josef Stift rückt näher

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Verriegelt: Das ehemalige Josef Stift wird seit Ende Juli 2016 nicht mehr als Krankenhaus genutzt. Wenige Wochen später kam es zu einem Großbrand. Jetzt werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Foto: M. JuliusVerriegelt: Das ehemalige Josef Stift wird seit Ende Juli 2016 nicht mehr als Krankenhaus genutzt. Wenige Wochen später kam es zu einem Großbrand. Jetzt werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Foto: M. Julius

Delmenhorst. Was wird aus dem ehemaligen St.-Josef-Stift in der Stadtmitte? Das Krankenhaus kehrt dorthin nicht zurück, aber in Kürze könnten die Weichen für die Zukunft neu gestellt werden.

Anfang Juni könnte Bewegung in eine für die Zukunft der Stadt wichtige Frage kommen: Was wird aus dem ehemaligen St.-Josef-Stift in Mitte? Dann, das berichtet Dr. Stefanie Zulauf, Rechtsanwältin der Bremer Kanzlei Eckert auf Nachfrage, werde voraussichtlich das Insolvenzverfahren der Stiftung St. Josef Stift eröffnet.

Der Stiftung, früher Betreiberin des Stifts und noch Besitzerin des Grundstücks und der Immobilien an der Westerstraße, besteht quasi nur noch auf dem Papier. Um den Forderungen der Gläubiger nachzukommen, soll im Insolvenzverfahren nach möglichen Käufern gesucht werden. Mit Verweis auf das laufende Verfahren hält sich Zulauf mit weiteren Äußerungen zurück, erste lose Gespräche habe es aber bereits gegeben.

Stiftung ohne Entscheidungsgewalt

Hubertus Aumann, Vorsitzender der Stiftung St. Josef Stift, sagt auf Nachfrage, die Stiftung selbst habe keinerlei Entscheidungsgewalt mehr. „Das Verfahren liegt ganz bei der Insolvenzverwaltung.“ Entscheiden kann Aumann mit Blick auf die zukünftige Nutzung des Filetgrundstücks in der Innenstadt und in unmittelbarer Nähe zur Kirche St. Marien für die Stiftung zwar nichts mehr, aber einen Wunsch, den hätte er doch. „Es wäre schön, wenn die Liegenschaft im Sinne der Stiftung weitergeführt werden könnte“, sagt er. Eine soziale Nutzung wäre aus Aumanns Sicht eine gute Lösung.

Die Stiftung selbst hatte Anfang Februar über ihren Rechtsanwalt mitteilen lassen, dass sie es bedauert, „dass ihre intensiven Bemühungen um den Erhalt des Kankenhauses am historischen Standpunkt in der Mitte der Stadt Delmenhorst nicht angenommen und damit nicht zum Erfolg geführt worden sind“.

Planungen für Deichhorst laufen

Das Krankenhaus, mittlerweile komplett in städtischer Hand, wird, so hat es Oberbürgermeister Axel Jahnz mehrfach betont, aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in Mitte stehen. Derzeit wird geprüft, welche Möglichkeiten es gibt, den für die Stadtmitte bestehenden Förderbescheid von Bund und Land an den aktuellen Standort Wildeshauser Straße zu lotsen. Parallel laufen Überlegungen, wie sich ein Neubau eines Bettenhauses mit Funktionstrakt und OP auf dem Gelände in Deichhorst realisieren lässt.


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