Prozess vor Amtsgericht Delmenhorst 28-Jährige wegen Raubes zu neun Monaten verurteilt

Von Dirk Hamm

Eine 28-jährige Frau ist vom Schöffengericht in Delmenhorst wegen Raubes zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Symbolfoto: David Ebener/dpaEine 28-jährige Frau ist vom Schöffengericht in Delmenhorst wegen Raubes zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Symbolfoto: David Ebener/dpa

Delmenhorst. Wegen gemeinschaftlichen Raubes in einem minderschweren Fall ist eine 28-jährige Frau vom Amtsgericht Delmenhorst zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.

Das Verfahren gegen den Mitangeklagten, einen 33-jährigen Delmenhorster, wurde vom Gericht abgetrennt, nachdem dieser beteuerte, an der Tat gar nicht beteiligt gewesen zu sein und dafür Entlastungszeugen nennen zu können.

Die aus Delmenhorst stammende Angeklagte, die derzeit infolge einer früheren Verurteilung wegen Diebstahls eine Ersatzstrafe im Frauengefängnis in Vechta absitzt, hatte gestanden, am 4. Dezember 2017 einen 81-jährigen Mann in dessen Wohnung an der Fridtjof-Nansen-Straße überfallen zu haben. Es habe sich jedoch nicht um eine geplante, sondern spontane Tat gehandelt, um mit dem erbeuteten Geld Drogen besorgen zu können. Hinsichtlich ihres Mittäters verstrickte sich die Angeklagte in Widersprüche, bei früheren Vernehmungen hatte sie eine andere Person genannt.

Problematischer Zeuge

Das Opfer hatte am Tatabend gegen 21.30 Uhr die Tür geöffnet, als es klingelte. Seinen Angaben gegenüber der Polizei zufolge wurde der Rentner dann von einem Mann und einer Frau, beide mit verhülltem Gesicht, in das Wohnzimmer gedrängt. Der Mann nahm ihn in den Schwitzkasten, die Frau durchsuchte die Wohnung nach Bargeld. Ob es sich bei dem Duo um die beiden Angeklagten handelte, wollte der nur rudimentär Deutsch sprechende Zeuge nicht bestätigen.

Über einen Dolmetscher ließ er das Gericht wissen, kein Interesse an einer Strafverfolgung zu haben und sich nicht weiter zu dem Fall zu äußern. Nachdem die Vorsitzende Richterin den jetzt 82-Jährigen mit seinen Aussagen aus dem Vernehmungsprotokoll der Polizei konfrontierte, bestätigte er zumindest den Tathergang.

Verminderte Schuldfähigkeit

Die Verhandlung vor dem Schöffengericht drehte sich zum großen Teil um die Frage, ob der Angeklagten ein strafmindernder Rücktritt zugutegehalten werden kann – die 28-Jährige beteuerte, den Bagatellbetrag von 20 Euro zwar aus der Hose des Opfers genommen, dann aber lediglich auf den Tisch gelegt zu haben. Das Gericht schloss sich dieser Darstellung der Verteidigung zwar nicht an. Es erkannte aber auf verminderte Schuldfähigkeit, da die Angeklagte zur Tatzeit unter dem Einfluss von Drogen stand. Sie beabsichtige nun, einen Drogenentzug zu machen. Einen großen Teil der Haftstrafe würde sie dann in einer geschlossenen Therapieeinrichtung verbringen.