Umweltdebatte Delmenhorster Politik will Klimaschutzmanager behalten

Von Sascha Sebastian Rühl

Klimaschutzmanager Christian Pade: Der Umweltausschuss möchte wieder einen Experten verpflichten. Foto: Frederik GrabbeKlimaschutzmanager Christian Pade: Der Umweltausschuss möchte wieder einen Experten verpflichten. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Eigentlich sollte es keinen zugunsten der Krankenhaus-Rettung keinen geben, der in Delmenhorst ein Auge auf den Klimawandel hat. Doch am Ende siegten die Umweltschützer, Naturfreunde und auch die Jugend.

Zugunsten der Krankenhausrettung wurde eigentlich beschlossen, in Delmenhorst keinen Klimaschutzmanager mehr zu beschäftigen. Der Umweltausschuss hat sich jedoch in seiner Sitzung am Dienstag nach hitzigen Diskussionen doch mit sieben zu sechs Stimmen dafür ausgesprochen, Zuschüsse für 2019 zu beantragen und Mittel einzuplanen.

Kritik an Kurswechsel

Ratsherr Murat Kalmis (FDP) sprach von einem „Aprilscherz“ und einer „bodenlosen Frechheit“, dass die SPD nach den harten Einsparungen das Thema doch wieder auf die Tagesordnung setze. Auch die CDU sprach sich für das Festhalten am Ratsbeschluss aus. „Das Klima wird sich auch mit einem Klimaschutzmanager erwärmen. Er ist kein Eiswürfel, er ist nur ein Mensch“, hieß es von der AfD.

Experte wird gebraucht

Harald Schneewind (Grüne) sprach sich dagegen für die Stelle aus: „Der Wandel hat Auswirkung auf alle Lebensbereiche. Wir gehören zum reichen Teil der Welt und sollten unseren Beitrag leisten. Wir brauchen beides – das Krankenhaus und den Klimaschutzmanager.“ Hartmut Rosch (Linke) fand es „schäbig, das Klima gegen Geld auszuspielen“ und stimmte ebenfalls für den angestellten Experten.

„Folgen schon spürbar“

Befürworter fand die Stelle auch in der Ausschussvorsitzenden Eva Sassen, die betonte, dass die Stelle zu zwei Dritteln gefördert werde, und beim BUND, wo von einem „Verrat an der nächsten Generation“ gesprochen wurde, sollte de Stelle nicht erhalten werden. „Wenn in den Städten die Autos absaufen und wir gerade 24 Stunden die Ernte beregnen müssen, ist es zu kurz gedacht, nur zu sagen, dass wir das Krankenhaus brauchen“, fand auch Landwirt Helmut Blauth von der Landesjägerschaft. Außerdem seien die Kosten für die Folgen des Klimawandels wesentlich teurer als seine Eindämmung, wurde von anderer Stelle kritisiert. Blauth machte aber auch klar, dass dem letzten Klimaschutzmanager Unterstützung fehlte. Deswegen habe er nicht viel erreicht.

Appell der Jugend

Stadtbaurätin Bianca Urban sprach sich für die Verwaltung aus finanziellen Gründen dagegen aus und erinnerte an die getroffene Entscheidung, das Geld zugunsten des Krankenhauses einzusparen. „Nur weil Sie eine Entscheidung getroffen haben, heißt das nicht, dass die auch richtig war“, appellierte Hanna Kröll vom Kinder- und Jugendparlament an die Politik. Nun muss das Thema noch den nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss am 6. Juni und den Rat der Stadt am 28. Juni passieren.


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