Besuch in Frankeich Delmenhorster „Atelier français“ gibt Konzert unter Freunden

Von Marco Julius

Gelebte Städtepartnerschaft, so lässt sich der Besuch des französisch singenden Chores „Atelier francais“ der Musikschule der Stadt Delmenhorst (MSD) bei seinem Partnerchor „Arc en ciel“ in Allonnes beschreiben. Foto: Michael MüllerGelebte Städtepartnerschaft, so lässt sich der Besuch des französisch singenden Chores „Atelier francais“ der Musikschule der Stadt Delmenhorst (MSD) bei seinem Partnerchor „Arc en ciel“ in Allonnes beschreiben. Foto: Michael Müller

Delmenhorst. Gelebte Städtepartnerschaft, so lässt sich der Besuch des französisch singenden Chores „Atelier francais“ der Musikschule der Stadt Delmenhorst (MSD) bei seinem Partnerchor „Arc en ciel“ in Allonnes beschreiben.

Höhepunkt des verlängerten Wochenendes in der französischen Partnerstadt war ein Gemeinschaftskonzert der beiden Ensembles. Daneben unternahmen Deutsche und Franzosen gemeinsam verschiedene Ausflüge in die Umgebung.

Die Partnerschaft zwischen den beiden Chören besteht seit mittlerweile zehn Jahren; viele Beteiligte waren bereits früher in Allonnes zu Gast oder haben ihrerseits Sänger aus Allonnes bei sich zu Hause beherbergt. So war denn schon die Ankunft nach der Busfahrt ein Treffen unter Freunden, dem ein spätes Abendessen in den Gastfamilien folgte.

Von Nazis zerstörtes Schloss besichtigt

Zur gemeinsamen Probe am nächsten Vormittag wurden beide Chöre von Bürgermeister Gilles Leproust begrüßt. Nach einem von den Gastgebern ausgerichteten Mittagsbüfett ging es zur Besichtigung des Schlosses de la Forêterie. Es wurde 1944 von deutschen SS-Männern bei deren Abzug durch einen Brand komplett zerstört und wird erst seit zwei Jahren mühsam wieder aufgebaut. Die Führung übernahm der Enkel des letzten Bewohners.

Ein Zwischenstopp in den Familien diente letzten Vorbereitungen auf das Konzert. In seinen Eröffnungsworten blickte Bürgermeister Gilles Leproust auf die zehnjährige Partnerschaft der Chöre. Bei einem anschließenden Umtrunk wurde der regelmäßige Austausch ebenfalls gewürdigt.

Für den nächsten Tag hatten die Franzosen eine Fahrt zu einem Museum für mechanische Musikinstrumente im 30 Kilometer entfernten Ort Dollon organisiert. Die Besichtigung mit Vorführungen der Instrumente von der Kirmes-Orgel bis zum Grammophon war für alle eine große Freude; mehrfach stimmten beide Chöre in die Musik ein.

Wein und Gesang

Danach wartete in einem von Menschen mit Behinderung betriebenem Restaurant auf der Domäne von Perscheray, einem ehemaligen Gutshof, ein mehrgängiges Diner auf die Sänger. Zum ausgelassenen Abschlussabend kamen dann alle noch einmal bei Büfett, Wein und natürlich auch gemeinsamem Gesang zusammen.

Gegeneinladung ausgesprochen

Eine Gegeneinladung für den französischen Chor wurde in gegenseitigem Einvernehmen für 2020 ausgesprochen. Erst einmal legt das „Atelier français“ jetzt aber eine verlängerte Sommerpause ein. Zu den 14-tägigen Chorproben treffen sich die Sängerinnen und Sänger erst wieder am Dienstag, 16. Oktober, um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums an der Willmsstraße. Interessierte sind willkommen – sie müssen auch nicht unbedingt der französischen Sprache mächtig sein.