Delmenhorst und Landkreis Oldenburg Feuerwehr hilft beim Gießen und warnt vor Brandgefahr

Von Thomas Breuer und Thomas Deeken


Delmenhorst/Ganderkesee. Die Stadtwerke Delmenhorst melden einen neuen Höchstwert beim Wasserverbrauch und rufen wie der Wasserverband OOWV zum sorgsamen Umgang mit Wasser auf.

Die anhaltend große Mai-Hitze erfordert in diesen Tagen viele ungewöhnliche Schritte. Während sich die Mädchen und Jungen an einigen weiterführenden Schulen in Delmenhorst und Ganderkesee am Dienstag über hitzefrei freuten, musste die Freiwillige Feuerwehr in Delmenhorst in ungewohnter Mission antreten: Am Abend unterstützten die Kameraden den Baubetriebshof beim Bewässern von Sportanlagen im Stadtgebiet.

Spitzenwert der vergangenen 20 Jahre erreicht

Unterdessen fordern die Stadtwerke Delmenhorst ihre Kunden auf, sorgsam mit dem Wasserverbrauch umzugehen. „Wenn möglich, sollte das Bewässern des Gartens mit Trinkwasser auf ein Minimum reduziert werden“, so deren Pressesprecherin Britta Fengler. Der momentane Wasserverbrauch liege bei rund 15.000 Kubikmetern täglich und damit um 30 Prozent höher als an Tagen mit normalem Verbrauch. „In der vergangenen Woche wurde mit 15.182 Kubikmetern der höchste Spitzenwert der vergangenen 20 Jahre erreicht“, teilte Fengler auf Nachfrage mit. „Wir sehen die Lage in unserem Versorgungsgebiet aber noch nicht als dramatisch an.“ Sollten allerdings Ereignisse wie ein Großbrand oder ein großer Rohrbruch auftreten, würden die Kapazitätsgrenzen erreicht.

Beim OOWV 80.000 Kubikmeter mehr als im Schnitt

Auch im Landkreis Oldenburg führt die Hitze derzeit zu einem deutlichen Anstieg des Wasserverbrauchs, so Gunnar Meister, Pressesprecher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV). Die Wasser- und Speicherpumpwerke haben nach seinen Worten am vergangenen Samstag insgesamt 301.153 Kubikmeter Trinkwasser abgegeben. Dies seien rund 80.000 Kubikmeter mehr als an durchschnittlichen Tagen. „Auch wenn die Versorgung mit Trinkwasser gesichert ist, sollte auf unnötiges Rasensprengen mit Leitungswasser oder auf das voreilige Wechseln von Poolwasser verzichtet werden“, rät der Sprecher.

Der hohe Verbrauch könne vereinzelt zu kurzzeitigen Druckschwankungen und Trübungen des Trinkwassers führen. Der Grund: Durch die veränderte Fließgeschwindigkeit des Wassers im Netz können sich kleinste, ungefährliche Partikel aus Eisen und Mangan lösen. „Das ist ein völlig normaler Vorgang“, beruhigt Meister. Im Falle einer Trübung oder eines Versorgungsengpasses gibt es Hilfe unter Telefon (04401) 6006.

Allzu sorglose Grillfreuden verärgern Anwohner

Unterdessen sorgen sich Anwohner der Grünanlage am Wollepark wegen möglicher Brandgefahren durch allzu unbekümmerte Grillvergnügen. Die Grünanlage sei ungeachtet der Brut- und Setzzeit und fehlender brandsicherer Grillplätze von der Stadt zum allgemeinen Grillgebiet erklärt worden, kritisieren sie. Zeitweise werde die gesamte Wiese zum Grillen genutzt, mit teils fahrlässigem Handeln. Durch das Entsorgen von Grillkohle an den Baumstämmen, was regelmäßig wieder stattfinde, litten alte Baumbestände. „Bei trockener Wetterlage geht davon auch eine nicht unerhebliche Brandgefahr aus“, so eine Anwohnerin. „Die Wiese ist knochentrocken, die Bäume ebenfalls.“

Die Freiwilligen Feuerwehren Stadt, Süd und Hasbergen waren am Dienstagabend auf gleich drei Sportplätzen vertreten. Tagsüber hatte bereits der Baubetrieb der Stadt das dortige Grün ebenso mit Wasser versorgt wie viele Bäume im Stadtgebiet. Letztere werden bis zum vierten Standjahr nach der Pflanzung gewässert.


Stadt und Feuerwehr warnen wegen der anhaltenden Hitzeperiode vor hoher Brandgefahr:

Wer grillt, sollte dies grundsätzlich nur im Freien tun und nur handelsübliche Kohle und Grillanzünder verwenden. Niemals dürften Kraftstoffe oder Spiritus auf die Grillkohle geschüttet werden. Grillfeuer seien ständig zu beaufsichtigen. Kinder dürften nicht alleine an den Grill gelassen werden. Bei starkem Wind sei die Grillkohle abzulöschen.

Um Waldbränden vorzubeugen, fordert die Feuerwehr zu richtigem Verhalten im Wald auf: Kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe, außer an hierzu ausdrücklich ausgewiesenen Plätzen! Nicht rauchen und keine Zigarettenreste fortwerfen! Keine Glasabfälle liegen lassen, sie könnten bei Sonnenbestrahlung als Brennglas wirken! Nicht mit dem Fahrzeug über entzündlichem Untergrund parken! Der Katalysator eines Kraftfahrzeugs erhitzt sich stark und kann einen Brand auslösen!

Sollte es zu einem Brand oder Notfall kommen, sofort die 112 anrufen.