Youtuber-Serie Schierbroker spielt alle Instrumente gleichzeitig

Von Sascha Sebastian Rühl

Der Youtuber Julian Schmidt unterhält sein Publikum musikalisch. In Internetvideos kann er sich selbst mit vielen Instrumenten gleichzeitig begleiten. Foto: Sascha Sebastian RühlDer Youtuber Julian Schmidt unterhält sein Publikum musikalisch. In Internetvideos kann er sich selbst mit vielen Instrumenten gleichzeitig begleiten. Foto: Sascha Sebastian Rühl

Delmenhorst. Nicht nur bei Youtube ist Julian Schmidt zu sehen. Bald tritt er beim Delmenhorster Stadtfest auf. Bei Youtube spielt er mehrere Instrumente gleichzeitig.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, in der das dk junge Youtuber aus Delmenhorst vorstellt.

Julian Schmidt braucht für seine Musik keine Band, er selbst ist die Band. Das Zimmer des 17-jährigen Schierbrokers wird von einer Instrumentensammlung beherrscht: ein Schlagzeug, ein Tamborin, vier verschiedene Gitarren, ein elektrischer Bass, eine Ukulele sowie ein E-Piano und ein Keyboard. „Alles meins“, sagt er, Bandmitglieder gibt es nicht. Seit 2015 ist Schmidt mit seiner Musik im Videoportal Youtube zu sehen, wie er Lieder singt und sich dabei selbst mit verschiedenen Instrumenten begleitet. „Ich bin bei Youtube nicht auf ein Instrument beschränkt, ich kann alle nacheinander einspielen und bin so eine ganze Band“, erklärt der Hobby-Musiker. Für den besten Klang regelt er auch alle Tonspuren an einem Mischpult.


„Youtube bringt Aufmerksamkeit. Das ist eine coole Sache, wo man zeigen kann, was man draufhat.“ Außerdem bekomme er dort ehrliche Kritik von Fremden. „Man braucht aber auch ein großes Selbstbewusstsein dazu“, glaubt der Youtuber.Deutschpop ist die Lieblingsmusik des Schierbrokers – auf Englisch singt er nur privat. „Ich fühle mich auf Deutsch wohler.“ Er habe zwar auch schon eigene Lieder geschrieben, aber um Aufmerksamkeit bei Youtube zu bekommen, spiele er erstmal bekannte Titel von anderen, da nach den Liedern gesucht wird, nach ihm persönlich noch nicht. „Das wäre ziemlich sinnfrei, jetzt eigene Lieder hochzuladen, ich würde in der Masse untergehen.“ Damit verfolgt er eine Strategie, die auch von den Beatles oder den Rolling Stones bekannt ist. Auch sie hängten sich zu Beginn der Karriere an die Popularität fremder Stücke. Über 17.000 Mal wurden Schmidts Musikvideos bisher angeschaut, dazu gibt es hunderte großteilig positive Kommentare zu der warmen Stimme des Künstlers. „Ich mache einfach mein Ding.“

Stundenlange Arbeit für wenige Minuten

Für Youtube zu spielen sei viel aufwendiger als vor Publikum. „Wenn ich mich einmal verspielt habe, fange ich noch mal von vorne an, bei Auftritten merken es viele auch nicht, wenn es mal nicht passt.“ Wenn er ein Lied mit mehreren Instrumenten und Gesang aufnehme, brauche er mehrere Tage, bis er fertig sei. Manchmal habe er die Produktion schon abgebrochen, wenn er auf dem Weg zum fertigen Video merkte, dass das Lied doch nicht zu ihm oder seiner Stimme passte. „Ich brauche rund fünf bis sieben Stunden pro Cover.“ Für die Videos, in denen er an verschiedenen Orten und aus verschiedenen Perspektiven zu sehen ist, sei er auf Familie und Freunde angewiesen, die als Kameraleute aushelfen.

Langer Weg bis zum heutigen Können

„Ich finde das gut, dass er so früh angefangen hat, wir sind sehr stolz auf ihn“, betont seine Mutter Ulrike Schmidt, die auch schon an der Kamera ausgeholfen hat. Seit er zehn Jahre alt war, erhielt er Gitarrenunterricht von seinem Musiklehrer Gerhard Weigel aus Bookholzberg. „Wir haben auch heute noch Kontakt“, freut sich Julian Schmidt. Sein großer Traum ist, einmal von der Musik leben zu können. „Ich möchte den Leuten zeigen, was ich mache und viel live spielen.“ In Zukunft könnte er sich vorstellen, Musik zu studieren. Am Donnerstag, 7. Juni, tritt Julian Schmidt als Vorgruppe für Line Six beim Delmenhorster Stadtfest auf.