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Sperrungen im Stadtgebiet aufgehoben Bombe in Delmenhorst ist entschärft

Von Sascha Sebastian Rühl

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Symbolfoto: dpaSymbolfoto: dpa

Delmenhorst. Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg der im Delmenhorster Stadtosten entdeckt worden war, wurde am Mittag erfolgreich entschärft. Die Sperrungen im Stadtgebiet wurden aufgehoben.

Der Verdacht auf eine nicht detonierte Fliegerbombe hat sich bei vorbereitenden Routineuntersuchungen für eine Baustelle im Bereich Stickgras/Langenwisch ergeben. Bei einer gezielten Überprüfung hat er sich weiter erhärtet. Experten schätzen die mutmaßliche Bombe auf mindestens zehn Zentner.

Keine unmittelbare Gefahr

Es besteht keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Der Kampfmittelräumdienst soll die Fundstelle nun aufgraben und den mutmaßlichen Blindgänger entweder abtransportieren oder an Ort und Stelle unschädlich machen. Diese Arbeiten sind für Freitag, 18. Mai, vorgesehen.

1000 Meter Umkreis wird evakuiert

Zu diesem Zweck muss ein Bereich mit einem Radius von 1000 Metern um die Fundstelle im Bereich Stickgras/Langenwisch evakuiert werden. Es reicht nun im Norden bis knapp über die Heidkruger Bäke hinaus, im Süden knapp über die Syker Straße hinaus, im Westen knapp über die Kieler Straße hinaus und im Osten bis zum Iprumper Dorfweg. Sämtliche Einwohner müssen das Gebiet am Freitag bis 9 Uhr verlassen. Die Sperrung des Gebiets wird voraussichtlich mindestens bis 14 Uhr dauern, unter Umständen auch noch länger.

Jetzt 5000 Menschen betroffen

Von der Evakuierung sind einschließlich der Erweiterung etwa 5000 Menschen betroffen, rund 800 mehr als vor der Erweiterung der Evakuierungszone. In dem Bereich befinden sich unter anderem ein Seniorenwohnheim, zwei Grundschulen, zwei Kindertagesstätten und ein Ju-gendhaus. Diese Einrichtungen sind bereits informiert.

Flugblätter werden verteilt

In dem betroffenen Bereich werden die Menschen mit flächendeckend verteilten Flugblättern auf die bevorstehende Evakuierung hingewiesen. Darüber hinaus werden am Freitag auch Lautsprecherdurchsagen gemacht.

Weitere Sammelpunkte eingerichtet

Wer keine eigene Transportmöglichkeit hat, sollte sich ab 8 Uhr zu einer eingerichteten Sammelstelle begeben: Netto-Markt, Bremer Straße 276-278; Hotel Thomsen, Bremer Straße 186; Shell Tankstelle, Syker Straße 226 (gegenüber Kfz Logemann); Bushaltestelle „An der Riede“, Syker Straße; Heidkruger Weg, Ecke Heidkruger Damm; Heidkruger Weg, Ecke Bürgerkampsweg.

Betreuungsstellen

Von den Sammelpunkten fahren Busse im Pendelverkehr zu den einge-richteten Betreuungsstellen: Mensa der Integrierten Gesamtschule (IGS), Pestalozziweg 88; Gymnasium an der Willmsstraße, Willmsstraße 3; Berufsbildende Schulen (BBS) I, Sporthalle Weberstraße; Gemeindezentrum der syrisch-orthoxen Kirche St. Johannes, Elsflether Straße 2.

Mit weißem Tuch kenntlich machen

Wer das Gebiet nicht selbstständig verlassen kann, wird gebeten, sich unter der Bürgertelefon-Nummer (04221) 99-1600 bei der Stadtverwaltung zu melden. Es ist unter(04221) 99-1600 am Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag ab 8 Uhr erreichbar. Sofern das nicht möglich ist, können Betroffene ein weißes Tuch sichtbar ins Fenster hängen. Sie werden dann abgeholt.

Medikamente, Ausweispapiere und Säuglingsnahrung mitbringen

Vorsorglich sollten die Evakuierten ihre wichtigsten Dokumente, zum Bei-spiel Ausweispapiere, mitnehmen. Ebenso sollten sie unbedingt notwendige Dinge, wie Medikamente, Säuglings- oder Spezialnahrung, für einen Tag einpacken.

Tiere sollten anderweitig untergebracht werden

Aus hygienischen Gründen dürfen in die Evakuierungszentren keine Tiere mitgebracht werden. Betroffene sollten sich deshalb darum kümmern, Haustiere anderweitig unterzubringen und zu versorgen.

Auf Druckwelle vorbereiten

Vor Verlassen der Gebäude sollten nicht benötigte Elektrogeräte ausgeschaltet und die Wasserhähne zugedreht werden. Wegen einer möglichen Druckwelle bei einer Detonation wird empfohlen, die Fenster in Kippstellung zu öffnen. Die Türen sollten dagegen verschlossen werden. Die Polizei sichert das Gebiet.

Im Evakuierungsbereich wird am Freitag kein Abfall abgefahren. Wegen der besonderen Lage steht auch das Bürgerservicebüro im City-Center am Donnerstag und Freitag nur eingeschränkt zur Verfügung.

Verkehr kommt zum Erliegen

Aufgrund der nötigen Sperrungen ist am Freitag mit erheblichen Verkehrsbehinderungen auch im übrigen Stadtgebiet zu rechnen. Es wird dringend empfohlen, auf vermeidbare Autofahrten zu verzichten. Wenn das nicht möglich ist, sollte der Stadtosten möglichst großräumig umfahren und mehr Zeit als üblich eingeplant werden.

Bahnverkehr zwischen Oldenburg und Bremen unterbrochen

Der Bahnverkehr von und nach Bremen kann zunächst noch weiter fließen. Ab 8 Uhr wird der Bahnhof Heidkrug jedoch nicht mehr bedient. Die Züge fahren dann ohne Halt durch. Ab 12 Uhr wird der Bahnverkehr zwischen Delmenhorst und Bremen in beide Richtungen bis zur Entwarnung vollständig eingestellt.

Zuhause bleiben keine Option

Die Evakuierung ist verpflichtend. Sie wird von der Polizei kontrolliert und nötigenfalls durchgesetzt. Es gibt keine Ausnahmen. Anweisungen der Einsatzkräfte ist nicht zuletzt zur eigenen Sicherheit unbedingt Folge zu leisten.

Folgende Straßen sind nun außerdem betroffen:

Am Brink

Borisoglebsker Straße

Brookweg

Bürgerkampweg

Eberswalder Straße

Großer Tannenweg (bis 6a)

Heidkruger Damm

Heidkruger Weg (ab 25)

Lubiner Straße

Schilfweg (bis 59)

Vegesacker Straße

Foto: NOZ MEDIEN

Informationen gibt es im Internet – unter anderem eine Karte des Evakuierungsgebiets und ein vollständiges Verzeichnis aller betroffenen Straßen – sowie über Twitter unter delmenhorst_de.


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