Kita Langenwisch am Freitag geschlossen Alles Wichtige zur Bombenentschärfung in Delmenhorst  

Von Thomas Breuer

Auf einem Grundstück an der Langenwischstraße in Delmenhorst wird am Freitag, 18. Mai 2018, eine Fliegerbombe entschärft. Foto: Melanie HohmannAuf einem Grundstück an der Langenwischstraße in Delmenhorst wird am Freitag, 18. Mai 2018, eine Fliegerbombe entschärft. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Die Auswirkungen der für Freitag, 18. Mai 2018, im Delmenhorster Stadtosten geplanten Entschärfung einer Zehn-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg sind gravierend. Fest steht inzwischen auch, dass die städtische Kita Langenwisch am Freitag geschlossen bleibt. Bis zu 4200 Personen werden von den Evakuierungen im genannten Bereich betroffen sein.

Wer seine Kinder nicht anderweitig unterbringen könne, sollte noch am Donnerstag an die Kita-Leitung herantreten. Die Eltern seien bereits am Mittwoch weitgehend informiert worden. Eltern, die noch nicht erreicht werden konnten, versuche die Kita-Leitung im Laufe des Donnerstags zu kontaktieren.

Info der Stadt über den Fund des Blindgängers an der Langenwischstraße: Dieser Bereich im Delmenhorster Stadtosten wird von der Evakuierung betroffen sein. Karte: Stadtverwaltung

Hier noch einmal gebündelt alle bisherigen Informationen der Stadt im Vorfeld der Bombenentschärfung:

„Im Boden eines Grundstücks im Stadtosten liegt höchstwahrscheinlich eine nicht detonierte Fliegerbombe. Dieser Verdacht hat sich bei vorbereitenden Routineuntersuchungen für eine Baustelle ergeben und bei einer gezielten Überprüfung weiter erhärtet.

Es besteht keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Der Kampfmittelräumdienst soll die Fundstelle nun aufgraben und den mutmaßlichen Blindgänger entweder abtransportieren oder an Ort und Stelle unschädlich machen. Diese Arbeiten sind für Freitag, 18. Mai 2018, vorgesehen.

Zu diesem Zweck muss ein Bereich mit einem Radius von 1000 Metern um die Fundstelle im Bereich Stickgras/Langenwisch evakuiert werden. Es reicht im Norden bis zur Bahnlinie, im Süden knapp über die Syker Straße hinaus, im Westen knapp über die Kieler Straße hinaus und im Osten bis zum Iprumper Dorfweg. Sämtliche Einwohner müssen das Gebiet am Freitag bis 9 Uhr verlassen. Die Sperrung des Gebiets wird voraussichtlich mindestens bis 14 Uhr dauern, unter Umständen auch noch länger.

Von der Evakuierung sind etwa 4200 Menschen betroffen. In dem Bereich befinden sich unter anderem ein Seniorenwohnheim, zwei Grundschulen, zwei Kindertagesstätten und ein Jugendhaus. Diese Einrichtungen sind bereits informiert.

In dem betroffenen Bereich werden die Menschen mit flächendeckend verteilten Flugblättern auf die bevorstehende Evakuierung hingewiesen. Darüber hinaus werden am Freitag auch Lautsprecherdurchsagen gemacht.

Weiterlesen: Bombe gefunden: Gebiet mit 4200 Menschen in Delmenhorst wird evakuiert

Wer keine eigene Transportmöglichkeit hat, sollte sich ab 8 Uhr zu einer eingerichteten Sammelstelle begeben: Netto-Markt, Bremer Straße 276-278; Hotel Thomsen, Bremer Straße 186; Shell Tankstelle an der Syker Straße 226 (gegenüber Kfz Logemann); Bushaltestelle „An der Riede“. Von dort fahren Busse im Pendelverkehr zu den eingerichteten Betreuungsstellen: Mensa der Integrierten Gesamtschule (IGS), Pestalozziweg 88; Gymnasium an der Willmsstraße, Willmsstraße 3; Berufsbildende Schulen (BBS) I, Sporthalle Weberstraße; Gemeindezentrum der syrisch-orthoxen Kirche St. Johannes, Elsflether Straße 2.

Wer das Gebiet nicht selbstständig verlassen kann, wird gebeten, sich unter der Bürgertelefon-Nummer (04221) 99-1600 bei der Stadtverwaltung zu melden. Sofern das nicht möglich ist, können Betroffene ein weißes Tuch sichtbar ins Fenster hängen. Sie werden dann abgeholt.

Vorsorglich sollten die Evakuierten ihre wichtigsten Dokumente, zum Beispiel Ausweispapiere, mitnehmen. Ebenso sollten sie unbedingt notwendige Dinge, wie Medikamente, Säuglings- oder Spezialnahrung, für einen Tag einpacken.

Aus hygienischen Gründen dürfen in die Evakuierungszentren keine Tiere mitgebracht werden. Betroffene sollten sich deshalb darum kümmern, Haustiere anderweitig unterzubringen und zu versorgen.

Vor Verlassen der Gebäude sollten nicht benötigte Elektrogeräte ausgeschaltet und die Wasserhähne zugedreht werden. Wegen einer möglichen Druckwelle bei einer Detonation wird empfohlen, die Fenster in Kippstellung zu öffnen. Die Türen sollten dagegen verschlossen werden. Die Polizei sichert das Gebiet.

Im Evakuierungsbereich wird am Freitag kein Abfall abgefahren. Wegen der besonderen Lage steht auch das Bürgerservicebüro im City-Center am Donnerstag und Freitag nur eingeschränkt zur Verfügung.

Aufgrund der nötigen Sperrungen ist am Freitag mit erheblichen Verkehrsbehinderungen auch im übrigen Stadtgebiet zu rechnen. Es wird dringend empfohlen, auf vermeidbare Autofahrten zu verzichten. Wenn das nicht möglich ist, sollte der Stadtosten möglichst großräumig umfahren und mehr Zeit als üblich eingeplant werden.

Der Bahnverkehr von und nach Bremen kann zunächst weiter fließen. Ab 8 Uhr wird der Bahnhof Heidkrug jedoch nicht mehr bedient.

Die Evakuierung ist verpflichtend. Sie wird von der Polizei kontrolliert und nötigenfalls durchgesetzt. Anweisungen der Einsatzkräfte ist nicht zuletzt zur eigenen Sicherheit unbedingt Folge zu leisten.

Informationen gibt es im Internet auf der Seite www.delmenhorst.de sowie über Twitter unter delmenhorst_de. Auch über den Rundfunk werden aktuelle Meldungen verbreitet. Außerdem hat die Stadt ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist unter(04221) 99-1600 am Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag ab 8 Uhr erreichbar.“

Diese Straßen in Delmenhorst sind von der Evakuierung betroffen:

  • Achternweg komplett
  • Ackerstraße komplett
  • Am Piekmoor komplett
  • Am Poggenpohl komplett
  • Annenheider Damm ungerade bis 27 / gerade bis 24
  • An der Riede bis 12
  • An der Schaftrift komplett
  • Barrienstraße komplett
  • Bassumer Straße komplett
  • Buschweg komplett
  • Breite Straße komplett
  • Bremer Herrstraße 1-23 / 2-26
  • Bremer Straße ab 188
  • Brinkumer Straße komplett
  • Celler Str. ungerade bis 31 / gerade ab 30
  • Eutiner Str. komplett
  • Feldstraße komplett
  • Frühlingsweg komplett
  • Herbstweg komplett
  • Hermannsweg komplett
  • Hindenburgstraße komplett
  • Husumer Str. komplett
  • Hohensteiner Straße komplett
  • Iprumper Dorfweg 1,20,36-39.
  • Iprumper Moor 1a
  • Kieler Weg komplett
  • Langenwischstraße komplett
  • Margarethenstraße komplett
  • Masurenstraße komplett
  • Nienburger Straße komplett
  • Samlandstraße komplett
  • Schollendamm 4-10a
  • Sommergarten komplett
  • Sommerweg komplett
  • Syker Straße 148-248 / 155-277 148-248/155-277
  • Tannenbergstraße komplett
  • Varreler Straße komplett
  • Weyher Straße komplett
  • Zur Brinksitzerei komplett

Eine hochauflösende Karte des Evakuierungsgebietes finden Sie hier.

Einschränkungen auch bei der Delbus

Aufgrund der Bombenentschärfung kommt es am Freitag ab 8 Uhr bis auf Weiteres auch zu Einschränkungen auf den Delbus-Linien

201 und 204.

Die Linie 201 verkehrt vom ZOB nur noch bis zur Haltestelle „Feldstraße“. Alle

folgenden Haltestellen bis einschließlich Roland-Center entfallen.

Die Haltestelle „Feldstraße“ wird in den Lübecker Weg verlegt.

Die Linie 204 verkehrt vom ZOB nur noch bis zur Haltestelle „Lüneburger

Straße“. Alle folgenden Haltestellen bis einschließlich Roland-Center entfallen.


Immer wieder Bombenfunde

Bombenfunde hat es in Delmenhorst in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gegeben. Ein Blick in die Stadtchronik des Stadtarchivs Delmenhorst gibt Aufschluss über einige Vorkommnisse:

  • 03.06.1992: An der Ecke Ahornstraße/Ellernstraße wird eine 125-kg-Bombe aus dem 2. Weltkrieg entschärft.
  • 01.09.1969: Bei Baggerarbeiten auf dem Baugelände der Neuen Heimat an der Stedinger Straße finden Arbeiter eine Phosphorbombe aus dem 2. Weltkrieg,
  • 22.05.1963: 18 Jahre nach Kriegsende explodiert auf einem Acker am Hoyersgraben südlich der Badeanstalt im Delmegrund eine Panzermine und tötet einen 31-jährigen Landarbeiter.
  • 19.09.1955: Auf einer Wiese in Adelheide nahe der Udetstraße wird ein 5-Zentner-Bombenblindgänger aus dem 2. Weltkrieg gesprengt.
  • 23.08.1954: An der Breslauer Straße entschärft der Oldenburger Sprengmeister Gries einen Bombenblindgänger.
  • 20.05.1954: Eine 10-Zentner-Bombe aus dem 2. Weltkrieg wird bei Straßenbauarbeiten zwischen der Breslauer und der Jägerstraße gefunden und entschärft.
  • 17.10.1952: Wie das dk berichtet, werden von einem Bombenräumkommando 5 Lastwagenladungen Flak-Munition und Granaten aus der Sandhauser Brake geborgen.