Leichter Zuwachs Museum für Industriekultur in Delmenhorst mit Besucherplus

Von Marco Julius

Unter dem Titel „Tanz in der Turbinenhalle“ läuft in Kooperation mit dem Tanzsportzentrum Delmenhorst im Museum ein erfolgreiches Angebot in besonderer Atmosphäre. Archivfoto: Marco JuliusUnter dem Titel „Tanz in der Turbinenhalle“ läuft in Kooperation mit dem Tanzsportzentrum Delmenhorst im Museum ein erfolgreiches Angebot in besonderer Atmosphäre. Archivfoto: Marco Julius

Delmenhorst. Mit einem leichten Besucherplus hat das Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur, gelegen inmitten des europaweit einmaligen, denkmalgeschützten Geländes der ehemaligen Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei, das Jahr 2017 abgeschlossen. 16.581 Gäste konnten begrüßt werden, 721 mehr als im Jahr 2016.

Der Monat Oktober ragt mit über 5600 Besuchern dabei wieder heraus. Das liegt an der Messe „Handmade“, die in jedem Jahr zahlreiche Besucher ins Museum lockt. Dr. Carsten Jöhnk ist froh, dass die Messe auch Besucher ins Haus holt, die sonst eher nicht den Weg ins Museum finden würden.

Im Fachausschuss, in dem Jöhnk den Jahresbericht 2017 vorstellte, machte der Leiter klar, was für ihn der Höhepunkt des Jahres war: die Auszeichnung mit dem Museumsgütesiegel Niedersachsen und Bremen, die Lob und Ansporn zugleich sei.

In der Turbinenhalle von 1902, architektonischer Höhepunkt des Museums, die oft für Konzerte genutzt wird, ist 2017 auf LED-Beleuchtung umgestellt worden. „Durch den Wegfall der vorher hier erforderlichen Vorschaltgeräte, werden Konzertveranstaltungen nicht mehr durch ein permanentes Brummgeräusch der Lichtanlage gestört“, freute sich Jöhnk.

Depotsituation verbessert

In der zweiten Jahreshälfte sei es zudem zu einer deutlichen Optimierung der Depotsituation des Museums gekommen, so dass das Magazin entsprechend der erhöhten konservatorischen Anforderungen neu geordnet werden könne. „Im konservatorischen Bereich kam es außerdem zu einer deutlichen Verbesserung durch die Anschaffung von Stahlschränken, die Holzmöbel ersetzen sowie durch die Beschaffung von Datenloggern für die Klimaüberwachung“, erläuterte Jöhnk.

Sammeln, bewahren, erforschen, vermitteln, ausstellen – so benennt Jönk die Aufgaben des Museums. Der Museumsleiter hob auch die neue Vortragsreihe mit dem Titel „Delmenhorster Lieblingsobjekte“hervor, „die sehr gut vom Publikum angenommen worden ist“. Auch das laufende Jahr 2018 sei neben dem umfangreichen museumspädagogischen Angebot und Veranstaltungsprogramm erneut geprägt von einer Reihe von Sonderausstellungen im Fabrikmuseum.

Museum soll anfassbarer werden

„Die Arbeit ist zudem kontinuierlich von der Umsetzung von Punkten der Gütesiegel-Konzepte geprägt sein, insbesondere im konservatorischen Bereich, geprägt“, sagte Jöhnk. Das Team im Museum ist dabei, das Haus in eine neue Zeit zu führen. Das Lernen im Museum solle anfassbar werden, Wissen müsse spielerisch-praktisch vermittelt werden. Das Auswandererhaus in Bremerhaven sei ein gutes Beispiel dafür, wie Besucher Teil einer Geschichte werden, sagte Jöhnk.