Gehandicapte Künstler Neuer Lebensmut durch Malerei und Fotografie

Von Jasmin Johannsen

Mit der Hilfe seiner Frau Charlotte hat Hans Münch die Ausstellung in der VHS konzipiert. Freitag steht die Eröffnung an. Foto: Jasmin JohannsenMit der Hilfe seiner Frau Charlotte hat Hans Münch die Ausstellung in der VHS konzipiert. Freitag steht die Eröffnung an. Foto: Jasmin Johannsen

Delmenhorst. Trotz schwerer gesundheitlicher Probleme haben die Künstler Hans Münch und Heiner Geldmacher ihren Optimismus nie verloren. Die Ausstellung „Libanon – neuer Sinn“ zeigt ab Freitag ihre Werke in der VHS.

„Ich will meinen Leidensgenossen helfen“, sagt Hans Münch. Seit einer Gehirnblutung und einem Schlaganfall ist der Delmenhorster Fotograf gehandicapt. Den Lebensmut hat er jedoch nicht verloren. Zusammen mit seinem Freund, dem Maler Heiner Geldmacher, hat der 68-Jährige die Ausstellung „Libanon – neuer Sinn“ gestaltet. Ab kommendem Freitag sind die rund 100 Werke in der Volkshochschule Delmenhorst zu sehen. Die Botschaft des Duos soll positiv stimmen: Trotz Einschränkungen hat das Leben viel zu bieten.

In der Reha kennengelernt

Kenngelernt haben sich die Künstler in der Reha, denn auch Geldmacher ist gehandicapt. Seit einem Schlaganfall ist der 77-Jährige rechtsseitig gelähmt, das Sprechen fällt schwer. Beide waren beruflich erfolgreich, fielen nach den gesundheitlichen Schlägen erst einmal in ein tiefes Loch. „Ich musste ständig daran denken, was ich jetzt alles nicht mehr kann. Aber irgendwann hat mich wieder der Ehrgeiz gepackt“, berichtet Münch. Es sei wichtig, dass man sich als Mensch mit Behinderung nicht versteckt. „Inzwischen ist es mir völlig egal, was andere von mir denken“, meint der Fotograf.

In den Libanon verliebt

Die Liebe zur Kunst habe Geldmacher und Münch geeint. Durch die Freundschaft konnten schon einige gemeinsame Projekte realisiert werden. Mit dem Libanon widmen sie ihre Ausstellung nun einem ganzen Land. „Ich habe mich sofort bei meinem ersten Besuch in die Kultur, die Landschaften und die Menschen verliebt“, schwärmt Münch. Seit 1995 bereiste er das Land zwanzigmal. Oft habe seine Ehefrau Charlotte ihn dabei begleitet. Zusammen veröffentlichten sie sogar ein Fotobuch mit Texten des libanesischen Dichters Khalil Gibran. Als wichtige „Impulsgeberin“ wird Charlotte Münch am Freitag auch die Eröffnungsrede halten.

Besondere Ausstellung

Zu sehen sind dann vor allem idyllische Landschaften, die Münch fotografiert und Geldmacher gemalt und übermalt hat. So werden immer drei Werke zu je einem Motiv präsentiert. „Es ist wirklich eine besondere Ausstellung“, findet auch die Programmbereichsleiterin der VHS Adriana Theessen. „Die beiden Künstler sind ein tolles Beispiel dafür, was Menschen auch in schweren Zeiten leisten können.“

Die Ausstellung wird am kommenden Freitag, 18. Mai, um 18 Uhr offiziell mit einer Vernissage in der VHS eröffnet. Von da an sind die Werke bis zum 31. Juli im Lichthof zu sehen.


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