Azubis in Irland Delmenhorster Pflegeschüler leisten Pionierarbeit

Am 19. Mai fliegen Michael Siemens und Arian Selignow nach Dublin.Am 19. Mai fliegen Michael Siemens und Arian Selignow nach Dublin.

Delmenhorst. Zwei JHD-Pflegeschüler brechen im Mai zu einem Auslandsaufenthalt nach Dublin auf. Vier Wochen lang lernen Michael Siemens und Arian Selignow die Arbeit im irischen Krankenhaus kennen.

Einen Monat lang im Ausland lernen? Die angehenden Krankenpfleger Michael Siemens und Arian Selignow mussten nicht lange überlegen, als sie von der Möglichkeit erfuhren. „Wir freuen uns, die Arbeit und das Land kennenzulernen“, sagt Selignow. „Die beiden sind die Mutigen aus dem Abschlussjahrgang“, sagt Pflegeberuf-Lehrerin Urte Skupin. Am 19. Mai, drei Monate vor ihrer Abschlussprüfung, geht es für die beiden 22-Jährigen für vier Wochen ins irische Dublin. Dabei leisten sie Pionierarbeit: Sie sind die ersten Delmenhorster Pflegeschüler, die einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland verbringen. Siemens erklärt: „Wir hospitieren in einem Krankenhaus, das auf Orthopädie spezialisiert ist. Wir lernen die Arbeitsweise kennen und können vielleicht auch mal selbst mit anpacken.“

„Erasmus plus“ fördert Azubis

Die Möglichkeit dazu bietet das EU-Programm „Erasmus plus“. Das Programm unterstützt die Schüler mit Stipendien, die die Flugkosten abdecken. Vor Ort sind sie im Wohneheim des Krankenhauses untergebracht. Zusätzlich erhalten Siemens und Selignow ein Tagesgeld. „Der Arbeitgeber unterstützt uns auch. Wir bekommen weiter unser Ausbildungsgehalt“, sagt Michael Siemens. Nach ihrer Rückkehr müssen die beiden einen Bericht für die Website schreiben. „Sonst müssen wir das Geld zurückzahlen“, sagt Siemens. Die Vorbereitungen für den Auslandsaufenthalt laufen bereits seit einem Jahr. „Es war sehr viel Papierkram am Anfang“, sagt Skupin. Die Förderung musste beantragt und genehmigt werden und ein Krankenhaus im Ausland gefunden werden. „Das Programm arbeitet mit einigen Kliniken zusammen. Die Azubis müssen aber die Landessprache beherrschen“, erklärt die Lehrerin. Für die Schule sei die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts ein Gewinn: „In Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein Plus für uns.“

Neue Arbeitsweisen kennenlernen

Wenige Arbeitskräfte in der Pflege gebe es auch in Irland. „Wir sind deswegen auch gespannt, wie dort gearbeitet wird und wie der Beruf in der Gesellschaft bewertet wird“, sagt Selignow. In Irland müsse man für den Pflegeberuf studieren: „Wir sind ja eher praktisch orientiert.“ Neben der Arbeit gehe es aber darum, dass Land zu entdecken. „In vier Wochen kann man schon einiges sehen“, ist sich Siemens sicher. Und davon berichten werden sie den anderen Pflegeschülern. „Der nächste Jahrgang steht schon in den Startlöchern und die Schüler können von den Erfahrungen profitieren“, sagt Skupin.


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