80 Menschen demonstrieren Delmenhorster Zeichen gegen den Rechtspopulismus

Von Thomas Breuer


Delmenhorst. In Delmenhorst soll sich am frühen Samstagnachmittag von der Nordwolle aus ein sogenannter Frauenmarsch mit mutmaßlich rechtspopulistischer Motivation in Bewegung setzen. Schon vorab gibt es Gegenaktivitäten.

Karl Marx hat Geburtstag – und in Delmenhorst wird unter seinen Worten „Nimmer rasten, nimmer ruhen“ demonstriert. Freilich nicht, um den Protagonisten der Arbeiterbewegung zu seinem 200. Wiegenfest ausdrücklich zu würdigen, sondern um Haltung gegen rechtspopulistische und rechtsextreme Kreise zu zeigen. Das macht das vollständige Motto der politisch gefärbten Aktionen rund um die Delmenhorster Innenstadt – und eben nicht direkt im Zentrum – deutlich: „Nimmer rasten, nimmer ruhen – gegen rechte Hetze“.

Verschiedene Parteien zeigen Flagge

An einer von „Die Partei“, der SPD und dem Bündnis gegen Rechts bei der Stadt angezeigten Demonstration ab ZOB mit anschließender Kundgebung auf der Hotelwiese haben sich am Vormittag etwa 80 Personen beteiligt. SPD, Grüne und Linke zeigten Flagge, neben der Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag und dem Landtagsabgeordneten Deniz Kurku (beide SPD) waren auch Mitglieder des Stadtrates, der Vereins der Arbeiter und Jugendlichen aus der Türkei und kirchliche Vertreter auszumachen.

Viele derer, die auf die Straße gingen, waren die, die immer ihre Stimme erheben, wenn sich dem rechten Spektrum zuzurechnende Kreise Gehör verschaffen wollen. Soll heißen: Die breite Bevölkerung hat der Aufruf am Tag der großen Festivitäten in der Innenstadt nicht erreicht. „Hätten die doch am Sonntag machen können, da sind nicht so viele unterwegs“, kommentierte ein Radfahrer die überall sichtbare Polizei, die den Demonstrationszug begleitete.

Demo im Vorfeld eines „Frauenmarsches“

Es sollte aber bewusst der Samstag sein. Nicht Karl Marx zu Ehren, sondern weil sich um 14 Uhr ein sogenannter Frauenmarsch von der Nordwolle aus in Bewegung setzen soll – angemeldet von einer mutmaßlichen Rechtspopulistin aus Leer. Das brachte den Landtagsabgeordneten Deniz Kurku schon auf der Hotelwiese gehörig auf die Palme: „Es geht denen nicht um Frauenrechte. Es geht darum, zu hetzen.“ Im Visier seien vor allem Flüchtlinge und Menschen aus anderen Kulturen, Angst solle geschürt werden.

Kurku sprach von einem „dicken Spaltpilz“, den rechte Kreise in der Gesellschaft verankern wollten – und der in Betrieben und Vereinen sowie an Theken bereits wachse. Der SPD-Politiker appellierte an alle Delmenhorster, den Satz „Das wird man doch noch sagen dürfen“ nicht zu oft kommentarlos hinzunehmen und deutlich zu machen, wenn Grenzen verbal überschritten werden.

Abschlusskundgebung am Wollepark

Für 13 Uhr kündigte SPD-Unterbezirksvorsitzende Petra Behlmer-Elster eine Abschlusskundgebung in Verantwortung des Friedensforums Delmenhorst auf der zur Stedinger Straße weisenden Wiese am Wollepark an. Unweit des Startpunkts des „Frauenmarsches“. An einem Aufeinandertreffen, so die Sozialdemokratin, sei ihr und den anderen Demonstranten aber nicht gelegen.

Auch an der Nordwolle ist eine starke Polizeipräsenz zu erwarten.