Gründung vollzogen Neuer Delmenhorster Verein will Stadttauben umsorgen

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Vorsitzender und Stellvertreterin beim Taubenfüttern in den Graftanlagen: Henning Suhrkamp und Nele Volberg kommt es auf die artgerechte Versorgung an.Vorsitzender und Stellvertreterin beim Taubenfüttern in den Graftanlagen: Henning Suhrkamp und Nele Volberg kommt es auf die artgerechte Versorgung an.

Delmenhorster. Acht Gründungsmitglieder haben den Verein „Delmenhorster Stadttauben“ aus der Taufe gehoben. Das Engagement stößt nicht überall auf Gegenliebe.

An den Tauben scheiden sich die Geister. „Für viele Menschen sind sie das Allerletzte“, weiß Henning Suhrkamp. Was ihn freilich nicht daran hindert, für die abschätzig als Ratten der Lüfte bezeichneten Zweibeiner Partei zu greifen. Am Freitagabend hat ihn der frisch gegründete Verein Verein „Delmenhorster Stadttauben“ zu seinem Vorsitzenden gewählt.

„Macht ihr das auch alles wieder weg?“

Anfeindungen sogenannter Taubenfeinde sind auch Nele Volberg vertraut, die den Verein jetzt als zweite Vorsitzende führt. Wenn sie etwa beim Bratwurststand in der City Tauben mit artgerechtem Futter füttert, muss sie im Regelfall nicht lange auf abschätzige Bemerkungen oder skeptische Fragen warten: „Macht ihr das auch alles wieder weg?“ Volberg, die ein Herz für viele Tiere hat, ist es wichtig zu betonen, dass man immer warte, bis alles verzehrt sei. Schließlich wolle auch sie keine vierbeinigen Ratten anlocken.

Zu acht waren die Taubenfreunde am Freitag bei der Gründungsversammlung im Hotel Thomsen. Was die Gruppe eint, brachte Suhrkamp auf den Punkt: „Tauben sind tolle, schöne Tiere. Sie haben es wie Hunde und Katzen verdient, dass wir uns um sie kümmern.“

„Wir schützen auch ungeborenes Leben“

Die Argumentationslinie des Vereins ist klar. In der Satzung heißt es: „Der Verein fühlt sich...nicht nur dem Tierschutz verpflichtet, sondern sieht seine Arbeit ausdrücklich auch im Interesse der Bürger und Besucher Delmenhorsts“. Soll heißen: Auch der Verein strebt an, die Taubenpopulation zu reduzieren. Aber nicht durch Nahrungsentzug, sondern unter anderem dadurch, dass Gelege der Tiere gegen Gipseier ausgetaucht werden. Allerdings nur, wenn diese noch nicht zu weit angebrütet sind. „Wir schützen auch ungeborenes Leben“, sagt Nele Volberg.

Es geht auch um Taubenhäuser

Größtes Projekt des Vereins aber ist die Etablierung von innenstadtnahen Taubenhäusern. Schon für 1500 Euro, sagt Suhrkamp, könne ein Bauwagen hergerichtet und etwa auf dem Dach des neu entstehenden City-Parkhauses platziert werden. Dort könnten die Tiere gefüttert und medizinisch betreut werde. Die Sache mit den Gipseiern werde einfacher und der Kot sei leichter fachgerecht zu entsorgen.

Der ehemalige Ratsherr Suhrkamp, der nach einem Konflikt mit dem Gesetz sowohl aus dem Rat als auch aus dem Tierschutzverein ausschied, hat viel vor. In Gesprächen etwa mit den Stadtwerken oder der Delbus will er um Unterstützung werben. Dass es für ihn rechtens sei, an die Spitze des neuen Vereins zu treten, habe er im Vorfeld geklärt.

Zehn Futterstellen in der Innenstadt

Bis die großen Ziele in Sichtweite kommen, bleibt es bei den kleinen Aufgaben. Allein zehn Fütterstellen versorgen die Vereinsmitglieder im Innenstadtbereich. Allen verständnislosen Blicken zum Trotz.


Beim Hökermarkt in der Delmenhorster Innenstadt am Sonntag, 6. Mai, möchte sich der Verein mit einem Stand der Öffentlichkeit näher vorstellen. Der Jahresbeitrag für Erwachsene beträgt 20 Euro, für Kinder und Jugendliche die Hälfte.

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