Aldi und Lidl wollen expandieren Delmenhorst erlebt Wettrüsten der Discounter

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Aldi will seinen Standort an der Annenheider Straße mit einem deutlich größeren Neubau aufwerten - nebenan plant auch Lidl eine Vergrößerung. Foto: Michael KornAldi will seinen Standort an der Annenheider Straße mit einem deutlich größeren Neubau aufwerten - nebenan plant auch Lidl eine Vergrößerung. Foto: Michael Korn

Delmenhorst. Aldi will nach seinem Markt in Stickgras nun auch seinen Discounter in Annenheide abreißen und durch einen größeren Neubau ersetzen. Auch Lidl will dort expandieren.

Das Wettrüsten der Discounter in Stadtrandlage nimmt an Fahrt auf: Nachdem Aldi seine Expansionspläne für den Standort Syker Straße in der Ratspolitik durchgebracht hat, legt die Billigkette nun für den Markt an der Annenheider Straße nach. Dort soll dem neuwertigen Gebäude ebenfalls ein größerer Aldi folgen. Damit nicht genug: Gleich nebenan möchte auch Lidl erweitern. Beide Anträge beschäftigen die Planungspolitiker des Rates in öffentlicher Sitzung am Donnerstag, 3. Mai, im Rathaus.

Märkte würden sich aufschaukeln

Die Stadtverwaltung geht in ihrer Beschlussempfehlung für die Ratsmitglieder zurückhaltend bis ablehnend auf die Wünsche der Discounter ein und will eine baurechtliche Schieflage beseitigen. Die beiden Märkte sind aufgrund bislang bestehender Planungsauflagen unterschiedlich groß und wollen massiv jeweils auf 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche aufstocken. Der Stadt geht das jedoch eindeutig zu weit, sie fürchtet bei diesem Ausmaß um den Konkurrenz-Standort Zurbrüggen/Edeka sowie um das Gleichgewicht zu den übrigen Nebenzentren im Stadtgebiet. Wörtlich heißt es zudem: „Käme man dem Erweiterungswünschen von Lidl nach, müsste dies auch für Aldi gelten. Die beiden Einzelhandelsbetriebe und gegebenenfalls weitere würden sich gegenseitig aufschaukeln. Im Rahmen der sachgerechten Bedarfsdeckung soll im Nahversorgungszentrum Annenheider Straße für die bestehenden Einzelhandelsbetriebe mit nahversorgungsrelevantem Hauptsor­timent die gleichen planungsrechtlichen Voraussetzungen festgesetzt werden. Daher wird empfohlen, für den „Aldi“-Discounter eine Erweiterung der Verkaufsfläche bis auf 1.000 m² Verkaufsfläche zu zulassen und den Lidl-Markt auf 1.000 m² Verkaufsfläche zu begrenzen.“

Wohnungen über Aldi?

Die Stadt bremst die Ausbaupläne von Aldi und Lidl in Annenheide. Kartendaten: GeoBasis-DE/BKG, Google / Grafik: Jan Eric Fiedler

Beim Aldi an der Syker Straße waren Rat und Verwaltung wie berichtet weniger zimperlich und gaben dem Antrag für einen um die Hälfte größeren Neubau statt. Hier wird der Discounter, der sein gesamtes Filialnetz modernisiert, auf die besagten 1200 Quadratmeter anwachsen. Einmal in Geberlaune stellte der Ausschuss gleich die Weichen mit für die Schaffung eines neuen Nebenzentrums mit größerem Getränkemarkt und weiteren möglichen Betrieben auf der anderen Seite der Syker Straße. Unterdessen wird die Verwaltung einem Wunsch aus der Ratspolitik gemäß prüfen, ob Aldi bereit wäre, im Obergeschoss seines Neubaus Wohnungen anzubieten. Das bestätigte das Rathaus gegenüber dem dk. Die Idee geht zurück auf ein Investorenmodell von Aldi in Berlin, wo neue Filialen wegen der Wohnungsknappheit mit dem Bau von Mehrparteienhäusern verbunden werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN