Antisemitismus auch vor Ort Jüdische Gemeinde Delmenhorst: Schüler haben Angst

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Pedro Benjamin Becerra (rechts), Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, hier im Bild mit Rabbiner Jona Simon, warnt vor den Gefahren des Antisemitismus. Archivfoto: Marco JuliusPedro Benjamin Becerra (rechts), Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, hier im Bild mit Rabbiner Jona Simon, warnt vor den Gefahren des Antisemitismus. Archivfoto: Marco Julius

Delmenhorst. Mit großer Sorge blickt Pedro Benjamin Becerra, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Delmenhorst, auf antisemitische Vorfälle in Berlin. Dass sich nicht nur dort, sondern auch in anderen Städten Deutschlands jetzt aber Solidaritätskundgebungen formiert haben, begrüßt Becerra hingegen.

Die Jüdische Gemeinde habe auch in Delmenhorst mit Intoleranz und Antisemitismus zu kämpfen. Becerra erinnert etwa an die Schändung des Jüdischen Friedhofs an der Wildeshauser Straße im Jahr 2012. Zudem würden sich Jugendliche aus der Gemeinde in der Schule nicht mehr offen zum Judentum bekennen, aus Angst vor Repressalien. Becerra verweist auch auf die von Delmenhorst aus betriebene Internetseite Muslim Markt, die aus seiner Sicht antizionistisch und antisemitisch sei. Und er verweist auf die AfD, deren Mitglieder sich, etwa in Baden-Württemberg, immer wieder antisemitisch geäußert hätten.

Die Jüdische Gemeinde stehe für Toleranz und den offenen, interkulturellen Dialog, betont Becerra, der auch Vorsitzender des Integrationsbeirats der Stadt ist. Aufklärung und Information seien wichtig.


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