Evangelische Seniorenhilfe Delmenhorsterin froh über liebevolle Unterstützung

Von Sascha Sebastian Rühl

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Gunda Krüder (links) hilft Marie Luise Schulze einmal die Woche im Alltag und vertreibt ihr die Zeit. Dafür bedankt sich die Seniorin mit Frühstück, Tee und kleinen Aufmerksamkeiten. Foto: Sascha Sebastian RühlGunda Krüder (links) hilft Marie Luise Schulze einmal die Woche im Alltag und vertreibt ihr die Zeit. Dafür bedankt sich die Seniorin mit Frühstück, Tee und kleinen Aufmerksamkeiten. Foto: Sascha Sebastian Rühl

Delmenhorst. Ehrenamtliche Seniorenhelfer erleichtern den Alltag der älteren Generation in Delmenhorst. Von dem Verhältnis profitieren beide, die Wertschätzung ist groß.

Früher war für die schweren Dinge im Haushalt Marie Luise Schulzes Mann verantwortlich. Das Bett verrücken, die Matratze wenden, kleine Sachen im Haushalt eben. Als er krank wurde, wendeten sich beide an die ev. Seniorenhilfe Delmenhorst und Gunda Krüder (52) trat in ihr Leben. „Die Hilfe von ihr hat klein angefangen – jetzt ist für mich nur noch die Küche übergeblieben“, sagt die 83-jährige Delmenhorsterin dankbar. Ihre Helferin komme ins Haus und kümmere sich eine Stunde lang um alles, in der Zeit sorgt die Gastgeberin für Essen. „Schnack muss ja sein. Frau Kunze ist manchmal die Einzige, mit der ich reden kann“, erzählt Schulze, die ihre Tage oft allein verbringt, seit ihr Mann im vorigen Jahr gestorben ist.

Große Hilfe im Alltag

Etwa 50 Ehrenamtliche der evangelischen Seniorenhilfe sind in Delmenhorst einmal wöchentlich im Einsatz, um Senioren den Alltag zu erleichtern. „Wir hatten mal 89“, erinnert sich Vorsitzende Monika Zabel. Es gebe heute nicht mehr viele, die wie Gunda Krüder in der Familienphase seien und Zeit und Lust hätten in ihrer Freizeit anderen zu helfen. „Beim Saubermachen sind auch manche zögerlich. Aber das ist auch ein wichtiger Punkt“, weiß Zabel, die erst vor Kurzem neue Ehrenamtliche geschult hat.

Gutes Verhältnis entstanden

Für die Rentnerin und ihre ehrenamtliche Betreuerin sind die wöchentlichen Besuche eine Win-Win-Situation. „Ich mache gerne sauber, habe gerne mit anderen Leuten zu tun und rede gern viel“, betont Gunda Krüder, die sich jedes mal freut, wenn Frau Schulze sie bei der Arbeit zum Frühstück ruft. Beide tun sich gegenseitig gerne etwas Gutes. In einem Winter habe es Schulze nicht zum Delmenhorster Weihnachtsmarkt geschafft. „Da bin ich mit der Thermoskanne und einer Tupperschale zum Weihnachtsmarkt und habe ihr Glühwein und Spekulatius mitgebracht“, erinnert sich die Ehrenamtliche.

Geringe Kosten für Senioren

Für ihre Mühe bekommen die Seniorenbetreuer eine Aufwandsentschädigung in Höhe von rund sieben Euro. Senioren zahlen für die Leistung 9,80 Euro pro Stunde, die Differenz geht an die Seniorenhilfe. „Wer damit reich werden möchte, sollte es nicht machen. Aber es ist schön, wenn ich für kleine Aufmerksamkeiten mein eigenes Geld ausgeben kann – zum Beispiel für Glühwein“, sagt Krüder augenzwinkernd in Richtung von Marie Luise Schulze.

Zuständig für wichtige Kleinigkeiten

Den genauen Aufgabenbereich ihrer Betreuerin kann Marie Luise Schulze gar nicht so fest machen. „Alles was das Leben so bringt. Sie bringt meine Wäsche zur Heißmangel, fährt mit mir zum Friedhof, wir waren auch einen Abend in der Villa Kaufmann.“ Die jüngere Frau macht das gern: „Dafür werde ich ja auch von ihr verwöhnt. Zum Frühstück gibt es mal einen Pudding oder selbst gebackenes Brot“. Ist aus dem ehrenamtlichen Engagement eine Freundschaft geworden? „Es ist kurz vor der Freundschaft. Sie steht ja auch zum Geburtstag mit einem Kuchen vor der Tür, das geht ja in Richtung Freundschaft“, findet Marie Luise Schulze.

Ehrenamtliche gesucht

„Ich bin sehr dankbar über so treue Mitarbeiter“, sagt Seniorenhilfe-Vorsitzende Monika Zabel. Schon fünf Jahre sei Gunda Krüder aktiv und habe vor Frau Schulze eine andere Seniorin unterstützt. „Es ist die Regel, dass Einsätze so lange dauern.“ Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Freundlichkeit sind wichtige Voraussetzungen für Interessierte. Pflege spielt in der Betreuung keine Rolle, sondern nur das Erreichen von mehr Lebensqualität im Alltag. Auch Schulungen werden angeboten. Wer sich für die Mithilfe interessiert, kann sich an die ev. Seniorenhilfe, Bremerstr. 26, unter (04221) 12 98 85 oder E-Mail ev.seniorenhilfe@gmx.net wenden. Die Bürozeiten sind montags, mittwochs und freitags von 9 bis 11 Uhr.


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