Orchesterkonzert als Höhepunkt Musikschule der Stadt Delmenhorst steht „blendend“ da

Von Marco Julius

Das Städtische Orchester Delmenhorst – hier bei einem Konzert im Kleinen Haus – hat sich in kurzer Zeit zu einem Aushängeschild der Stadt entwickelt. Archivfoto: Melanie HohmannDas Städtische Orchester Delmenhorst – hier bei einem Konzert im Kleinen Haus – hat sich in kurzer Zeit zu einem Aushängeschild der Stadt entwickelt. Archivfoto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Im Jahresbericht 2017, den Michael Müller kürzlich im Fachausschuss vorstellte, zeigt sich die Vielfalt der Einrichtung. Das noch junge Orchester nimmt eine Sonderstellung ein.

Michael Müller muss nicht lang nachdenken. Es ist ja auch zu offensichtlich. Nicht nur für den Leiter der Musikschule der Stadt Delmenhorst ist klar, was im Jahr 2017 das herausragende Ereignis des Schullebens war. „Der Höhepunkt des Jahres war sicher das erste Orchesterkonzert des neu gegründeten Städtischen Orchesters Delmenhorst, das organisatorisch und personell unter dem Dach der Musikschule angesiedelt ist“, sagt er. Hervorgegangen aus den Begleitorchestern der Musiktheaterproduktionen der MSD, gründete sich das Orchester bereits 2016 und brachte Ende März 2017 sein erstes reines Orchesterkonzert auf die Bühne des – das versteht sich – ausverkauften Theaters Kleines Haus. „Anderswo werden Orchester geschlossen, wir haben eines gegründet“, sagt der selbst bühnenerfahrene Müller nicht ohne Stolz.

Müller hat aber noch mehr Positives über 2017 zu berichten. „Es ist eine leichte Steigerung der Schülerzahlen zu verzeichnen. Die Unterrichtsstundenzahl ist abermals leicht zurückgegangen, mithin ergibt sich eine höhere Effizienz bei der Belegung der einzelnen Unterrichtsstunde durch Schüler.“ Die Gesamtschülerzahl 2017 lag bei 1740 (2016: 1698). 15335 Unterrichtsstunden wurden erteilt (2016: 15834). Zwar seien die Zahlen im Instrumentalunterricht zurückgegangen, sie wurden jedoch aufgefangen durch eine Steigerung der Zahlen im Elementarbereich. Dies sei unter anderem zurückzuführen auf den Ausbau des Unterrichtsangebotes „Wir machen die Musik“ im vom Land Niedersachsen geförderten Projekt „Musikland Niedersachsen“, in dem die Musikschule 240 Kinder in vier Kitas und acht Grundschulen mit 21 Jahreswochenstunden erreicht hat.

Ein Viertel der Schüler ist über 25 Jahre alt

412 der Musikschüler des Jahres 2017 sind über 25 Jahre alt gewesen und zählen somit als Erwachsene, das bedeutet einen Anteil von rund 24 Prozent der Schülerschaft. „Der Anteil am Instrumentalunterricht beträgt rund 10 Prozent, wobei der Unterricht hier durch höhere Entgelte nahezu kostendeckend ist. Hier trägt die Entwicklung der MSD dem demografischen Wandel Rechnung“, erläutert Müller.

415 Schüler besuchten in der Elementarerziehung die Baby- oder die Eltern-Kind-Gruppen, die Musikalische Früherziehung oder Grundausbildung oder bekommen Musikunterricht extern über das Landesprojekt „Wir machen die Musik“. Im Instrumentalbereich liegt dabei traditionell das Klavier mit 147 Instrumentalschülern vorne, gefolgt von Streichinstrumenten (114) und Gitarre/Harfe (107).

Über die Schulgrenzen hinaus aktiv

Für Müller ist klar, dass die Arbeit der MSD auch außerschulisch wichtig ist: „Ohne die Instrumentalausbildung an der Musikschule wären Musikabende am Gymnasium an der Willmsstraße, der Musikzweig am Max-Planck-Gymnasium und die dortige Musiktheaterarbeit kaum möglich. Notabene: Instrumentalunterricht gehört leider nicht zum Curriculum an allgemeinbildenden Schulen.“

Aktiv ist die MSD so oder so: 49 eigene Veranstaltungen konnte sie im Jahr 2017 auf die Beine stellen. Annähernd 100 Veranstaltungen der Stadt, von allgemeinbildenden Schulen oder Privatpersonen hat die MSD zudem musikalisch ausgestaltet, womit insgesamt laut Müller 32.000 Besucher erreicht werden konnten.

Mit einem Kostendeckungsgrad von 52,2 Prozent halte die MSD immer noch einen der führenden Plätze im Vergleich mit anderen Öffentlichen Musikschulen in ganz Niedersachsen. Müllers Fazit lautet nicht nur deshalb: „Die Arbeit der MSD ist und bleibt sehr effektiv. Verglichen mit anderen öffentlichen Musikschulen in Niedersachsen steht die Musikschule der Stadt Delmenhorst blendend da.“