Autofrühling 2018 Autofrühling zieht Tausende in die Delmenhorster Innenstadt

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Delmenhorst. Tausende hat am Sonntag in die Delmenhorster Innenstadt gezogen. Bei bestem Wetter konnten sich die Besucher ein Überblick über Neuwagen, Oldtimer oder Ami-Schlitten verschaffen. Auch Autotuner aus Bremen haben gezeigt, was bei ihnen unter der Haube steckte.

Glänzende Neuwagen, blitzende Oldtimer, aufgemotzte Sportwagen, gurgelnde Ami-Schlitten: Beim Autofrühling 2018 sind in der Delmenhorster Innenstadt mehr als 100 Fahrzeuge aufgefahren. Verbunden mit einem verkaufsoffenen Sonntag zog es Tausende in die City. Sie nutzten den sonnigen Sonntag zum Einkaufen, setzten sich in Cafés oder in Eisdielen und genossen das Wetter oder verschafften sich einen Überblick, was der Fahrzeugmarkt aktuell zu bieten hat. Zwölf Autohäuser zeigten Ausschnitte ihres Inventars, beispielsweise auf dem Rathaus- oder Bismarckplatz. Zeitgleich wurde am Bootsanleger sowie an der Minigolfanlage in der Graft die Saison eingeläutet.

Gruß aus London am westlichen Ende der Langen Straße

Einer der – scheinbar – älteren Wagen stand am westlichen Ende der Langen Straße. Das Londoner Taxi (LTI) von Ralf Schmertmann war dort zu sehen. Optisch erinnerte es an der 60er Jahre, aber: „Seit Jahrzehnten wurden für den Londoner Taxiverkehr baugleiche Autos hergestellt“, sagte Schmertmann, der den Wagen auch für Hochzeiten vermietet. Sieht sein Taxi nach 60er Jahre aus, wurde es tatsächlich 1997 gebaut. „Jeder, der das Alter des Autos schätzt, liegt mindestens 30 Jahre daneben“, sagte Schmertmann lachend.

Tuner zeigen aufgemotzte Karossen

Einige Meter weiter zeigte auf dem Rathausbrunnenplatz Malte Bull als Mitglied der Bremer Tuning-Truppe „Fasteam“ seinen aufgemotzten Audi TT. 27.000 Euro hat er für seinen Wagen samt späterer technischer Verfeinerungen hingeblättert. „Den Wagen habe ich mit Motorschaden gekauft, den Motor komplett zerlegt und repariert“, sagte der gelernte Kfz-Mechatroniker. Neben neuer Lamborghini-Bremsanlage, knallgrünen Überrollkäfig, neu eingebauten Heckspoiler hat Bull unter anderem noch einmal die Motorleistung hochgeschraubt: War der Audi zuvor bereit mit 272 PS nicht gerade schmalbrüstig, bringt er heute 400 PS auf die Straße.

Ein Cadillac, wie ihn einst der Boss der US-Mafia fuhr

Kraft unter der Haube hatten ebenfalls die Autos des US-Car-Stammtischs aus Bremen. „Den habe ich in einer Scheune in Erfurt gefunden. Dort stand er bereits seit 27 Jahren“, sagte Heinz Potthast alias „Schabba Heinz“ über seinen ’66er Cadillac DeVille, der mit seinen sieben Litern Hubraum 345 PS auf die Straße bringt. „Innen war er völlig kaputt – aber Rost hatte er nicht.“ Über ein Jahr lang baute „Schabba Heinz“ den fast sieben Meter langen Straßenkreuzer wieder auf – und freut sich heute, dass er einen solchen Wagen fährt, den einst auch der US-Mafioso Lucky Luciano einen Cadillac DeVille sein eigen nannte.

E-Mobilität als Gegenpol zum Tag um den Verbrennungsmotor

Während die Besucher in der Fußgängerzone Autoträume in verschiedenster Form präsentiert bekamen, wurde in der Markthalle die Vision geschildert, wie Delmenhorst in Zukunft ohne Verbrennungsmotoren aussehen könnte: Per Podiumsdiskussion mit Experten stellte das Stadtplanungsbüro Planersocietät für die Stadt Delmenhorst die Bemühungen in Sachen Elektromobilität vor. Schwerpunkte waren hier E-Bikes und E-Autos als Fortbewegungsmittel für Pendler und ein öffentlicher Personennahverkehr, der sich auf Elektroantriebe stützt. Das Ziel: Sauberere Luft und weniger Lärm, um die menschliche Gesundheit zu begünstigen. „Wir stehen vor einer Zeitenwende. Das wird die Zukunft sein“, sagte Fritz Brünjes, Fachbereichsleiter Bauen und Planen bei der Stadt, euphorisch. Mitte 2019 will die Stadt ein Elektromobilitätskonzept vorlegen, das hier neue Wege aufzeigen soll.


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