Erneuerungsarbeiten in Delmenhorst 17 Sanierungsmaßnahmen in Schulen angeschoben

Von Frederik Grabbe

Unter anderem das Willms-Gymnasium profitiert von zwei Sanierungsmaßnahmen, die vom Land per Förderpaket KIP II zum großen Teil finanziert werden. Unter anderem wird die Aula erneuert. Foto: Frederik GrabbeUnter anderem das Willms-Gymnasium profitiert von zwei Sanierungsmaßnahmen, die vom Land per Förderpaket KIP II zum großen Teil finanziert werden. Unter anderem wird die Aula erneuert. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Die Stadt Delmenhorst erwartet fast 4,8 Millionen Euro Fördermittel für Sanierungsarbeiten in Schulen und Sporthallen. Nun ist bekannt, in welche Projekte die Gelder fließen sollen. 17 sind es an der Zahl. Die größte Einzelsumme geht nach Annenheide.

4,78 Millionen Euro soll Delmenhorst an Fördermitteln über das kommunale Investitionsprogramms des Bundes (KIP II) erhalten. Wurde im Vorfeld nur ansatzweise deutlich, in welche Sanierungsarbeiten an Delmenhorster Schulen fließen soll, ist jetzt klar, welche Einrichtungen konkret profitieren. Am Dienstag hat die Verwaltung im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen über die Sanierungsgelder informiert. Laut Vorlage sollen die Mittel durch das entsprechende Gesetz von Hannover Ende Mai freigegeben und 2018 sowie 2019 von der Stadt verwendet werden. Der Ausschuss leitete die Arbeiten einstimmig an den Verwaltungsausschuss weiter.

  • In dieser Vorlage sind die Investitionen nachzulesen: Demnach entfällt der Löwenanteil an die Grundschule Annenheide, deren Turnhalle für 1,6 Millionen Euro saniert werden soll.
  • Mit 1,2 Millionen Euro erhält das Willms-Gymnasium den zweithöchsten Betrag für die Erneuerung seiner Aula.
  • Weitere größere Brocken gehen an die Integrierte Gesamtschule (IGS) für eine Dachsanierung (330.000 Euro) sowie für eine Fenstersanierung (50.000), an die Sporthalle Rosenstraße (320.000) für die Erneuerung des Daches des Umkleidetraktes, an die Oberschule Süd für die Sanierung der Schüler- und Lehrertoiletten (230.000) sowie für die Erneuerung der Lüftungsanlage (85.000), an das Max-Planck-Gymnasium für die Sanierung des Musikraums (120.000), des Heizkessels (110.000) sowie die Sanierung eines Daches (110.000) und an die Grundschule Iprump (180.000), wo Toiletten saniert werden.
  • Kleinere Projekte zwischen 40.000 und 110.000 Euro betreffen weitere Schulen, wo etwa Fenster (die Grundschulen Bernard-Rein, Bungerhof, Parkschule, Deichhorst und die Hauptschule West) oder Toiletten saniert werden (Grundschule Bungerhof-Hasbergen).

Sanierungen teilweise lange überfällig

Teilweise sind die Sanierungen schon lange fällig: Zum Jahreswechsel 2016/17 war etwa die Turnhalle in Annenheide wegen Sanierungsvorarbeiten über Wochen lang gesperrt. Unter anderem wurde damals Asbest in Bauplatten gefunden. Die Arbeiten sollten eigentlich im Sommer 2017 starten. Die größten der 2018 anzugehenden Projekte sind die Sanierung der Annenheider Turnhalle und der Willms-Aula. Der Eigenanteil der Arbeiten der Stadt liegt bei zehn Prozent.

Sanierungsstau in Höhe von 50 Millionen Euro

Im Ausschuss reagierten die Kommunalpolitiker mit viel Wohlwollen auf die Fördermittel. Jedoch machte unter anderem Uwe Dähne (UAD) klar, dass die fast 4,8 Millionen Euro nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“ seien. Den tatsächlichen Sanierungsbedarf in Schulen und Sporthallen schätzte Andreas Tensfeldt, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement, auf Nachfrage Dähnes auf annähernd 50 Millionen Euro. Tensfeldt machte aber auch klar, dass der Verwaltung schlicht die Kräfte fehlen, eine Gesamtauflistung zu erstellen, die energetische, inklusionsbezogene oder schulplanerische Bedarfe berücksichtige. Diese hatte Dähne zuvor gefordert.

Neugebauer fordert mehr Einbezug

Andreas Neugebauer (SPD & Partner) zeigte sich enttäuscht darüber, dass die Verwaltung die Politik nicht maßgeblich bei der Verwendung der Mittel beteiligt hatte. „Wir wollen mitgenommen werden, wir sind keine Abnicker von Beschlussfassungen der Verwaltung“, sagte der ehemalige Pirat. Dem entgegnete Tensfeldt, dass drei Toilettensanierungen sehr wohl von der Politik angeregt worden seien.

(Weiterlesen: Stadtfinanzen frustrieren Bildungspolitiker)