Der Kramermarkt in Delmenhorst Leben zwischen Fahrgeschäft und Imbissbude

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Delmenhorst. Knapp 20 dk-Leser haben am Montagabend einen Blick hinter die Kulissen des Delmenhorster Kramermarkts geworfen. Sie hatten bei einer Verlosung gewonnen und konnten das Leben der Schausteller exklusiv kennenlernen.

Bunt, laut und voller Menschen – so präsentiert sich der Kramermarkt seinen Besuchern. Für die Schausteller zeigt sich der Markt aus einer anderen Perspektive. Knapp 20 dk-Leser blicken an sieben Stationen in das Leben der Schausteller, testen Leckereien und probieren Fahrgeschäfte aus.

Führung mit sieben Stationen

Die Führung übernehmen Symon Veldkamp und Danny Müller. Beide sind Mitglieder von Familien, die seit Generationen als Schausteller arbeiten. „Es gibt in Deutschland mehr als 4900 Schausteller und sie sind auf fast 10.000 Volksfesten unterwegs“, erklärt Müller. Schausteller sein, das bedeutet mehr als 200 Tage im Wohnwagen leben und arbeiten, wenn andere feiern. „In den Beruf wird man hineingeboren“, sagt Albert Coldewey von dem Eiswagen „Eis wie Sahne“. Der Kramermarkt ist für den Delmenhorster ein Heimspiel. Die Arbeit sei ein Wechsel aus Aufbau, Verkauf und Abbau: „Bis das erste Eis über die Theke geht, haben wir schon 40 Stunden gearbeitet.“

Aufbau des „Breakdancers“

Weitaus größer ist der Aufwand bei der Bremer Schaustellerfamilie Vespermann. Für den Aufbau des „Breakdancers“ benötigt sie drei bis fünf Tage. Ein Schwertransport bringt das Fahrgeschäft von Rummel zu Rummel. „Dafür brauchen wir spezielle Genehmigungen“, erklärt Claudia Vespermann. Die Genehmigungen werden aufgrund von Brückengenehmigungen immer kurzfristig erteilt. „Manchmal müssen wir deswegen große Umwege fahren.“ Auf dem Kramermarkt verbrauche das Fahrgeschäft so viel Strom wie ein Einfamilienhaus in 18 Monaten.

Das Riesenrad von Sascha Hanstein braucht für den Transport vier Lastwagen. Es ist 38 Meter hoch und etwa 200.000 LEDs sind verbaut worden. „Ich habe das Riesenrad vor zwei Jahren in Holland bestellt. Da gibt es die besten Räder“, sagt er. Eine kostenlose Probefahrt mit Blick über die Stadt lassen sich viele Leser nicht entgehen.

Schausteller erklären Alltag

Im Kinderparadies „Remmidemmi“ wagen sich die Besucher auf Wackelbrücken und Laufbänder. Besitzer Marcel Wilhelm erklärt seinen Berufsalltag: „Wir planen jedes Jahr neu und bewerben uns auf die Volksfeste. Von den Städten bekommen wir Zu- oder Absagen.“ Ärgerlich sei es, wenn die Zusage der Städte sehr spät komme. „Wir brauchen auch Planungssicherheit“, betont er.

Süßwaren-Spezialistin Anja Dannehl und Imbissbuden-Besitzer Henry Karl-Heinz Hempel geben Einblicke in ihr Geschäft. „Wir werden bei jedem Fest von dem Gesundheitsamt kontrolliert. So oft kommt das Amt in kein Restaurant“, sagt Dannehl.

Für die Schaustellersteller heißt es am Mittwochabend wieder abbauen und einpacken, bevor sie auf Feste von Bremerhaven bis Lüneburg erneut auspacken und aufbauen.


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