Zum August 2018 Mittagessen in Delmenhorster Kitas sollen teurer werden

Von Thomas Breuer

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Delmenhorst. Rund 1200 Mädchen und Jungen nehmen derzeit an der Mittagsverpflegung in den Delmenhorster Krippen, Kindergärten und Horten teil. Ihre Eltern sollen ab August 2018 mehr für das Mittagessen zahlen.

Um den aktuell rund 1200 Mädchen und Jungen, die in den Delmenhorster Kindertagesstätten zu Mittag essen, weiterhin eine gesunde, ausgewogene und kindgerechte Ernährung bieten zu können, sollen die hierfür zu leistenden Elternbeiträge zum 1. August 2018 steigen: in Krippen von 45 auf 50 Euro, in Kindergärten von 50 auf 58 Euro und in Horten von 55 auf 63 Euro. Lediglich für Anspruchsberechtigte auf Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket soll der Elternbeitrag von einem Euro pro Mittagessen unverändert bleiben.

„Elternbeiträge decken Kosten nicht mehr“

In einer Verwaltungsvorlage für den Jugendhilfeausschuss heißt es: „Übereinstimmend sind die Träger der Kindertagesstätten zu dem Ergebnis gekommen, dass die Elternbeiträge für das Mittagessen die anfallenden Kosten nicht mehr decken und ein finanzieller Fehlbetrag besteht.“

Fast alle Kindertagesstätten werden durch Catering-Unternehmen versorgt, da sie nicht über eigene Küchen und entsprechendes Personal verfügen. Lediglich im Waldorfkindergarten und in der Kita St. Christophorus wird selbst gekocht.

Modellprojekt ab August 2018

In sieben Kindertagesstätten wird laut Verwaltung ab August im Zuge eines Modellprojektes über das Deutsche Rote Kreuz ein Mittagessen angeboten, das in einem besonders vitamin- und nährstoffschonenden Verfahren (cook & chill) hergestellt wird. Die Speisepläne sollen gemeinsam mit den beteiligten Einrichtungen regelmäßig abgestimmt werden.

In der Vorlage verweist die Stadt auch darauf, dass die Eltern durch die landesweit ab August vorgesehene Beitragsfreiheit für den Besuch von Kindergärten entlastet werden.

Stadt könnte sich am Ende besser stellen

Für Delmenhorst spricht die Verwaltung für 2018 von einem Jahresdefizit von 50.000 Euro, sollte es bei der jetzigen Höhe der Kompensationszahlungen des Landes für die ausbleibenden Elternbeiträge bleiben. „Aufgrund der sozialen Struktur in Delmenhorst hat die Stadt jedoch bereits in den vergangenen Jahren einen erheblichen Teil der Elternbeiträge übernommen“, heißt es weiter. Somit könnte sich durch eine Neuregelung mit der höheren anteiligen Kostenbeteiligung des Landes an den Personalkosten sogar ein Plus von 200.000 Euro für das laufende Jahr ergeben.