Billig-Markt Decathlon Delmenhorst protestiert gegen Sport-Discounter in Stuhr

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Sportartikelfachmarkt Decathlon will im Gewerbegebiet Brinkum-Nord eine Filiale errichten. Bundesweit existieren bereits 50 Standorte, wie hier in Neustadt. Foto: Decathlon DeutschlandDer Sportartikelfachmarkt Decathlon will im Gewerbegebiet Brinkum-Nord eine Filiale errichten. Bundesweit existieren bereits 50 Standorte, wie hier in Neustadt. Foto: Decathlon Deutschland

Delmenhorst. Die Stadt Delmenhorst protestiert mit allem Nachdruck gegen die Ansiedlung des preisaggressiven Sportartikel-Discounters Decathlon im Stuhrer Gewerbegebiet Brinkum-Nord an der A1.

Hintergrund ist die zu erwartende existenzbedrohende Billig-Konkurrenz für den ortsansässigen Einzelhandel in Delmenhorst. Sogar juristische Schritte behält die Stadt sich vor.

Sportartikel auf 3800 Quadratmeter

Der französische Sportartikel-Gigant plant die Errichtung eines Fachmarkts mit einer Gesamtverkaufsfläche von 3800 Quadratmetern zwischen Toom und Kibek. Stadtplaner Ulrich Ihm geißelte diese Ansiedlung unweit des Outlet-Centers Ochtum-Park mit weiteren Sportmarken als „massive Aufrüstung des Einzelhandels“ an diesem Standort. Die Stadt sehe diese Entwicklung äußerst kritisch und habe gegenüber der Gemeinde Stuhr im Rahmen des Beteiligungsverfahrens erhebliche Bedenken vorgebracht. Keine andere Gemeinde im Umland sei so stark betroffen. Ihm bekräftigte, er sehe „gute Gründe für eine Klage“ gegen das Ansiedlungsvorhaben.

Fußballschuh bis Reitstiefel

Von den 3800 Quadratmetern will Decathlon rund 2500 Quadratmeter für Sportgeräte, Camping, Fahrräder sowie Spezialbedarf für Pferde und Jagdhunde vorsehen. Auf weiteren bis zu 1300 Quadratmetern Fläche sollen Sportbekleidung und Sportschuhe vom Fußballschuh bis zum Reitstiefel angeboten werden.

Idealer Standort für Decathlon

Genevieve Mulack vom Decathlon-Presseteam hatte die Expansion kürzlich gegenüber dem dk so begründet: „Der Standort Stuhr ist für uns ideal, da er als gewachsener Einzelhandelsstandort schon bekannt und etabliert ist. Zudem gibt es dort schon ein umfangreiches Sportangebot, das wir mit unseren sportlichen Eigenmarken ideal ergänzen können.“

Sporthandel alarmiert

Unterdessen ist der alteingesessene Sporthandel alarmiert. Wie das Hamburger Abendblatt im März berichtete, mischt Decathlon mit seinen Billigpreisen „den Markt für Sportartikel in Deutschland mächtig auf“. Mit über zehn Milliarden Euro Umsatz pro Jahr sei Decathlon einer der größten Sportartikelhersteller und -vertriebe der Welt. In Frankreich, Italien und Spanien sei das Unternehmen schon Marktführer – in Deutschland solle es auch bald so weit sein. Decathlons Strategie erinnere stark an das Discount-Prinzip des Möbelhauses Ikea: niedrige Preise, eine breite Produktpalette und starke Eigenmarken.

Stuhr in der Kritik

Die Gemeinde Stuhr ist dem Umland seit Jahren wegen ihrer stark vom Einzelhandel geprägten Gewerbeflächen-Politik ein Dorn im Auge. Widersprüche und Abstimmungsprozesse im Kommunalverbund haben offenkundig bisher ihre Wirkung verfehlt, wenn es um die umsatz- und steuerintensive Ansiedlung von Märkten geht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN