Gemeinde plant Freundeskreis Ganderkesee will keine Partnerschaft auf dem Papier

Von Mareike Bader

Lehrer Lars Hinrichs (v. li.), Initiator des Schüleraustauschs des Gymnasium Ganderkesee, Bürgermeisterin Alice Gerken und Gastredner Prof. Dr. Wolfgang Reichel aus Bremen bei der Informationsveranstaltung zur Städtepartnerschaft mit Pułtusk in Polen. Foto: Mareike BaderLehrer Lars Hinrichs (v. li.), Initiator des Schüleraustauschs des Gymnasium Ganderkesee, Bürgermeisterin Alice Gerken und Gastredner Prof. Dr. Wolfgang Reichel aus Bremen bei der Informationsveranstaltung zur Städtepartnerschaft mit Pułtusk in Polen. Foto: Mareike Bader

Ganderkesee. Die geplante Städtepartnerschaft zum polnischen Pułtusk soll mit Leben und persönlichen Kontakten gefüllt werden. Dazu rief Bürgermeisterin Alice Gerken am Donnerstagabend im Rathaus auf.

Ganderkesee bekommt nach Château-du-Loir in Frankreich eine zweite Partnergemeinde. Ende Mai, wenn eine kleine Delegation aus dem polnischen Pułtusk vom 24. bis 28. Mai zu Besuch kommt, soll die erste Urkunde unterschrieben werden, bestätigt Gemeindesprecher Hauke Gruhn. Die Unterschrift der zweiten Urkunde soll dann im September in Pułtusk erfolgen.

„Wir wollen keine Partnerschaft auf dem Papier“, kündigte Bürgermeisterin Alice Gerken am Donnerstagabend auf der Informationsveranstaltung im Rathaus an. Etwa 30 Besucher zeigten am Ende ihre Bereitschaft, sich in einem Freundeskreis zu engagieren oder Besucher aus Pułtusk bei sich aufzunehmen. Der Freundeskreis soll demnächst ins Leben gerufen werden.

Städtepartnerschaften seien ideal, um Misstrauen abzubauen, sagte Gastredner Professor Wolfgang Reichel aus Bremen, Vorstandsmitglied der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bremen. „Es gilt, Fremdheit zu überwinden und sie nicht zu leugnen“, verdeutlichte er. Für viele sei Polen relativ unbekannt, dabei ist das Land der zweitgrößte Nachbar Deutschlands nach Frankreich.

Schon unter Bürgermeister Sprung war Partnerschaft nach Polen Thema

Mehr als 430 Einwohner mit polnischen Wurzeln leben in Ganderkesee. Schon zur Amtszeit von Gerkens Vorgänger Gerold Sprung habe sich der Ganderkeseer Rat für eine Partnerschaft zu einer polnischen Stadt entschlossen. Jedoch sollte es eine Stadt sein, zu der es bereits Kontakt gebe. Dieser entstand im vergangenen Jahr durch das Gymnasium Ganderkesee.

Lehrer Lars Hinrichs wollte die gewünschte „Förderung der interkulturellen Kompetenz“ aktiv umsetzen. Die Suche nach einer geeigneten Schule für einen Schüleraustausch gestaltete sich erst schwierig. Schließlich fuhren im März 2017 Ganderkeseer Schüler nach Pułtusk. Kurz vor den Sommerferien wurden polnische Schüler in der Gantergemeinde begrüßt.

Gerken begeistert von polnischer Gastfreundlichkeit

Kurz vor dem Austausch schlug der damalige Bürgermeister Pułtusks eine Städtepartnerschaft vor. Ganderkesees Bürgermeisterin Gerken zeigte sich nach dem Besuch im vergangenen Oktober in Polen sichtlich begeistert vom Potenzial und der Gastfreundlichkeit der 19.000 Einwohner großen Stadt. Dies wolle sie der polnischen Reisegruppe um die amtierende Bürgermeisterin Dorota Subda Ende Mai ebenso entgegenbringen.

Die Partnerschaft zu Pułtusk solle keine Konkurrenz zu der mit Château-du-Loir sein, betonte Gerken. „Wir wollen mit den Menschen in Austausch kommen“, sagte sie zu den geplanten Schwerpunkten Schule und Kultur. Aber auch Kooperationen mit Sportvereinen seien denkbar. In Pułtusk gebe es etwa einen Tischtennisverein.