JHD-Infoabend bei der CDU Neue Planungen für Delmenhorster Krankenhaus laufen

Von Marco Julius

Bastian Ernst (Vorsitzender im CDU-Stadtbezirksverband Nord, v.li.), Volker Meyer (CDU-Bundestagsabgeordneter), Axel Jahnz (Oberbürgermeister der Stadt Delmenhorst) und, Florian Friedel (JHD-Geschäftsführer) saßen auf dem Podium. Foto: Marco JuliusBastian Ernst (Vorsitzender im CDU-Stadtbezirksverband Nord, v.li.), Volker Meyer (CDU-Bundestagsabgeordneter), Axel Jahnz (Oberbürgermeister der Stadt Delmenhorst) und, Florian Friedel (JHD-Geschäftsführer) saßen auf dem Podium. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. Der CDU-Stadtbezirksverband Nord hat zu einem Austausch zum Thema „Krankenhaus in Delmenhorst“ geladen. Der Abend bot kaum Neues, überraschte aber durchaus mit der Tiefe der Details.

Der Titel des Abends war schlicht gehalten. „Krankenhaus in Delmenhorst“ lautete die Überschrift. Die Redebeiträge vom Podium – besetzt mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Volker Meyer aus Bassum, Oberbürgermeister Axel Jahnz und JHD-Geschäftsführer Florian Friedel – und die Fragen aus dem Publikum waren da in der Sache schon emotionaler. Rund 50 Interessierte waren der Einladung des CDU-Stadtbezirksverbandes Nord in den Saal der Aramäischen Gemeinde Delmenhorst gefolgt. Die Moderation übernahm Bastian Ernst. Bahnbrechend Neues durfte niemand erwarten, aber die inhaltliche Tiefe der Beiträge machte dann doch noch einmal den aktuellen Sachstand klarer.

Totalschaden in Mitte

Da wäre die Standortfrage: „Der Brand in Mitte hat zu einem Totalschaden geführt. Das Gebäude ist so nicht mehr als Krankenhaus zu nutzen, es müsste nach dem Schaden durch das Feuer und das Löschwasser abgerissen werden“, sagte Axel Jahnz. Friedel schätzte den Schaden auf rund 12 Millionen Euro. Jahnz ist sich sicher: „In Mitte wird aus meiner Sicht künftig kein Krankenhaus mehr stehen.“

Bleibt also die Lösung an der Wildeshauser Straße. „Derzeit prüfen wir, wie sich ein Neubau eines Bettenhauses mit 350 Betten mit Funktionstrakt und OP auf dem Gelände realisieren lässt“, betonte Friedel. Er geht davon aus, dass der Neubau günstiger kommt als – unter den neuen Voraussetzungen – in Mitte.

Förderbescheid noch an Mitte gebunden

Doch noch gilt der Förderbescheid über 70 Millionen Euro – zu Hälfte vom Land und vom Bund – nur für den Standort Mitte. „Der Sozialausschuss im Landtag trägt einen anderen Standort als den in Mitte mit. Aber es ist ein neues Antragsverfahren notwendig“, erläuterte Volker Meyer. Die Einhäusigkeit und der Neubau hätten aber die notwendige Unterstützung. „Auch Ministerpräsident Stephan Weil hat uns signalisiert, dass er einen Weg mit uns finden möchte, den Bescheid an die Wildeshauser Straße zu bekommen“, betonte Jahnz. Ohne die Förderung jedenfalls sei ein Neubau nicht möglich. „Wir sind dabei, klärende Gespräche zu führen. Den Förderbescheid nicht zu beanspruchen, können wir uns gar nicht leisten“, sagte Jahnz. 2019 könnte dann, wenn alles plangemäß verläuft und Bund und Land zustimmen, der erste Spatenstich an der Wildeshauser Straße erfolgen.

Stichwort Rekommunalisierung. Friedels hatte eingangs gefragt, wie Rekommunalisierung gelingen könne und die Antwort gleich mitgeliefert. Viele Kommunen schauten jetzt nach Delmenhorst. „Rekommunalisierung kann nur gelingen, wenn sich die Häuser selber tragen. Man muss aber anerkennen, dass es keinen Sonderweg für kommunale Häuser gibt. Sie müssen sich im Wettbewerb behaupten.“ Für Delmenhorst sieht Friedel besonders gute Chancen. Auch Jahnz zeigte sich davon überzeugt, dass sich der Weg lohnen werde. „Wir haben uns im Bieterverfahren gegen private Anbieter durchgesetzt. Es gab großes Interesse an unserem Krankenhaus. Aber unser Angebot war das beste.“

Frage nach künftigem Namen

Und dann ist da noch die Frage nach dem Namen des künftigen Krankenhauses, jetzt, wo das JHD in städtische Hand kommt. „Wann wird der fürchterliche Name Josef-Hospital geändert“, fragte Hartmut Straub, langjähriges CDU-Mitglied Richtung Podium. Friedel gab zwar an, er habe im Moment andere Sorgen. Er machte aber auch klar, dass die kommunale Trägerschaft irgendwann im Namen sichtbar werden werde. Das sieht auch Jahnz so. Aber er verwies auf die Kosten. „Den Namen zu ändern, kostet rund 200.000 Euro – etwa für Beschriftungen, Logos und so weiter. Dieses Geld brauchen wir im Krankenhaus gerade an anderer Stelle dringender.“