Unsicherheit bei Eltern wächst 200 Kinder warten in Delmenhorst auf Krippenplatz

Von Mareike Bader

Im Januar nächsten Jahres, eventuell schon diesen Dezember, soll die Kita an der Otto-Jenzok-Straße eröffnet werden, teilt die Awo als Trägerin mit. Foto: Melanie HohmannIm Januar nächsten Jahres, eventuell schon diesen Dezember, soll die Kita an der Otto-Jenzok-Straße eröffnet werden, teilt die Awo als Trägerin mit. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Der Bedarf an Kinderbetreuung wächst in Delmenhorst. Besonders die Nachfrage an Krippenplätzen übersteigt deutlich das Angebot.

Noch sind nicht alle Plätze an den Delmenhorster Kindertagesstätten (Kitas) für den Start nach den Sommerferien vergeben. Das Verfahren läuft noch. „Die Unsicherheit ist groß. Das ist das Problem“, sagt Erwin Drefs, Sprecher der Trägerarbeitsgemeinschaft. Durch das flexible Einschulungsalter sei noch bei etwa 60 Kindern nicht entschieden, ob sie dieses oder nächstes Jahr eingeschult werden, erklärt Gerd Galwas, Fachdienstleiter für den Bereich Kindertagesbetreuung. ( Weiterlesen: Streit um flexible Einschulung in Niedersachsen)

Bis Mitte Mai haben deren Eltern noch Zeit für die Entscheidung. Wie Galwas mitteilt, stehen aktuell 41 Kinder noch auf einer Warteliste. „Da tut sich noch eine Menge“, versucht er, die Eltern zu beruhigen. Die Kinder werden einen Platz bekommen, ist sich Marco Roselius vom Stadtelternrat sicher: „Die Stadt ist nicht untätig.“

Zentrale Anmeldestelle soll alle Seiten entlasten

„Wir müssen überall Absagen erteilen“, sagt Marion Eilers von der Awo. Das sei jedes Jahr so, da sich viele Eltern ihr Kind bei mehreren Kitas anmelden. Eine mögliche Entlastung für alle Seiten könnte eine zentrale Anmeldestelle auch im Kita-Bereich sein, ähnlich zu der bestehenden Krippen-Anmeldung. Das wird von allen Seiten begrüßt. Galwas hofft auf die Einführung eines solchen Systems zum Kindergartenjahr 2019/2020. Es sei besser, dies in Ruhe aufzubauen, statt später noch nachbessern zu müssen.

Bei den Kindern unter drei Jahren, die eine Krippe besuchen wollen, sieht die Lage anders aus: 250 Plätze sind in Delmenhorst bereits vergeben, weitere 200 Kinder stehen auf der Warteliste. Ein Viertel davon habe einen hohen Bedarf, sprich: Beide Eltern arbeiten oder es sind Kinder von Alleinerziehenden, die arbeiten gehen. Dem versucht die Stadt zu entsprechen, doch es sind nur noch etwa 15 Plätze frei, teilt Galwas mit. Auch der Stadtelternrat kann vermittelnd helfen, bietet Roselius an.

Eigentlich besteht für Kinder nach dem ersten Geburtstag ein Rechtsanspruch, der gegebenenfalls eingeklagt werden könne. „Bisher ging es noch gut“, sagt Galwas und verweist auf die enge Zusammenarbeit mit den Eltern. Eine alternative Möglichkeit sei etwa eine Tagesmutter. Die Kosten dafür sei gleich zu einem Krippenplatz.

Im Mai erwartet er die Rückmeldung des Städtetags, wie die Kosten einer Tagesmutter gehandhabt werden, sollte kein Kita-Platz zur Verfügung stehen. In Delmenhorst steht das Thema auch am 24. April auf der Tagesordnung beim Jugendhilfeausschuss.

Mehr neue Kita-Gruppen als Krippenplätze

„Aus Krippe-Kindern werden Kita-Kinder“, sagt Drefs. Daher seien die aktuelle Bauplanung, die verstärkt auf Kita-Gruppen setzt, richtig. Im August wird die Kita „Das Regenbogenkinderland“ an der Käthe-Kollwitz-Schule eröffnet, die sich die Abkürzung mit ihrem Träger dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) teilt.

Im Januar nächsten Jahres soll auch die Kita an der Otto-Jenzok-Straße eröffnet werden, teilt Eilers mit, eventuell schon diesen Dezember. Anmeldungen werden schon angenommen, Personal ist jedoch noch nicht eingestellt. „Die Planungen fangen erst an“, sagt sie. Insgesamt entstehen in beiden Kitas jeweils drei neue Kita-Gruppen für bis zu 75 Kindern sowie zwei Krippen-Gruppen für maximal 30 Kinder. Weitere Kitas sind in Planung, etwa an Moorkamp- und Schreberstraße sowie am Wollepark.


Das Bundesförderprogramm „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ unterstützt drei „Sprach-Kitas“ in Delmenhorst. Die „Kita Süd“, der Kindergarten „Zu den Zwölf Aposteln“ und die „Kita Hasport“ erhalten zusammen 300.000 Euro für die Fachkräfte für sprachliche Entwicklung sowie externe Fachberatung.