Ein Bild von Marco Julius
12.04.2018, 17:19 Uhr KOMMENTAR

Stadtarchivar legt den Finger in die Wunde

Kommentar von Marco Julius

Hüter des „Gedächtnisses der Stadt“: Archivfoto: Marco JuliusHüter des „Gedächtnisses der Stadt“: Archivfoto: Marco Julius

Delmenhorst. Tacheles geredet, das hat Stadtarchivar Christoph Brunken im Fachausschuss. Gefallen hat das offenkundig nicht jedem. Ein Blick in die Reihe der anwesenden Verwaltungsgranden machte das während des Redebeitrags deutlich. Ein Kommentar.

Tacheles geredet, das hat Stadtarchivar Christoph Brunken im Fachausschuss. Gefallen hat das offenkundig nicht jedem. Ein Blick in die Reihe der anwesenden Verwaltungsgranden machte das während des Redebeitrags deutlich. Seinen Vortrag konnte der Archivar gar nicht zu Ende bringen. Die Redezeit reichte schlicht nicht aus für seine Bestandsaufnahme. Nun ist es immer unangenehm, wenn jemand Dinge ausspricht, die wehtun. Selbst dann, wenn es sich bei diesen Dingen aller Wahrscheinlichkeit nach um Tatsachen handelt.

Mit Brunken steht dem Stadtarchiv ein Mann vor, der weiß, wovon er spricht. Wer seinen Auftritt als Panikmache versteht, liegt ebenso falsch wie Ratsfrau Andrea Lotsius (Fraktion SPD & Partner), die dem Archivar im Anschluss an seine Bestandsaufnahme fast übergriffig gefühlig sagte: „Ich habe den Eindruck, Ihnen geht es nicht gut“. Brunken ging es nicht um Mitleid, das ist deutlich geworden. Es ging ihm auch nicht darum, zu sagen, dass er der Aufgabe nicht gewachsen ist. Ihm ging es nur um eine Sache, für die er vollen Einsatz zeigt – um die Zukunft des Archivs.


Der Artikel zum Kommentar