Auch Delmenhorster angeklagt Diebesbande bricht vor Landgericht ihr Schweigen

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Vor dem Landgericht Oldenburg haben Angeklagte, denen bandenmäßige Einbruchdiebstähle vorgeworfen werden, über ihre Anwälte Geständnisse abgelegt. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaVor dem Landgericht Oldenburg haben Angeklagte, denen bandenmäßige Einbruchdiebstähle vorgeworfen werden, über ihre Anwälte Geständnisse abgelegt. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Oldenburg/Delmenhorst. Im Prozess gegen fünf Männer, denen eine Serie von zwei Dutzend Einbruchdiebstählen in den Jahren 2016 und 2017 zur Last gelegt wird, haben die Angeklagten am Mittwoch ihr Schweigen gebrochen.

Zumindest indirekt: Vor der 4. Strafkammer des Landgerichts Oldenburg verlasen die Verteidiger von vier der fünf Angeklagten, darunter eines 28-jährigen Delmenhorsters, Geständnisse beziehungsweise Teilgeständnisse.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Von Oktober 2016 bis August 2017 sollen die Beschuldigten in unterschiedlicher Zusammensetzung banden- und gewerbsmäßig Wohnungseinbruchsdiebstähle in Delmenhorst, im Landkreis Oldenburg und darüber hinaus bis Friesoythe und Wiefelstede begangen und sich dabei auf das Erbeuten von Bargeld, Schmuck und Uhren spezialisiert haben.

Wohnungen unter Wasser gesetzt

In einigen Fällen geht der angerichtete Schaden über aufgehebelte Türen und Fenster sowie das Diebesgut weit hinaus: Die Angeklagten sollen alle Wasserhähne aufgedreht und die Wohnungen so unter Wasser gesetzt haben. Die Räume waren für Monate unbewohnbar. Unter anderem ein Ehepaar aus Delmenhorst ist Opfer dieses Aktes des Vandalismus geworden. In weiteren Fällen verteilten die Täter Chemikalien.

Drogensucht und Spielschulden

Zwar sollen die von Brüchen gekennzeichneten Biografien der Angeklagten – die Stichworte reichen von Arbeitslosigkeit über Drogensucht bis zu diversen Vorstrafen – erst zu einem späteren Zeitpunkt im Prozess erörtert werden. In den Einlassungen am Mittwoch gab es aber schon einen Vorgeschmack.

So gab eines der Bandenmitglieder über seinen Anwalt an, im Tatzeitraum aufgrund intensiven Kokainkonsums jeden Tag 350 Euro benötigt und bis zu 13.000 Euro Schulden bei einzelnen Personen angehäuft zu haben. In einer anderen Einlassung war von „erheblichen Spielschulden“ die Rede.

Dichte Indizienkette

Als Zeugin wurde gestern eine Kriminalbeamtin gehört, sie berichtete von umfangreichen technischen Observierungen, die ein minutiöses Bewegungsbild der Angeklagten ergeben, und einer Durchsuchung bei einem Angeklagten. Außerdem sind die Beschuldigten auf Aufnahmen von Überwachungskameras in diversen Märkten und Tankstellen identifiziert worden. Somit haben die Angeklagten gut daran getan, zumindest die Vorwürfe, die mit dichten Indizienketten unterfüttert sind, einzugestehen.

Der Prozess wird am Dienstag, 17. April, 9 Uhr, fortgesetzt.


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