Musical überzeugt Hommage an zwei coole Typen auf Delmenhorster Bühne

Von Jasmin Johannsen

Begeisterten ihre Zuschauer im Kleinen Haus: die Darsteller des Musicals „A Tribute to the Blues Brothers“. Foto Jasmin JohannsenBegeisterten ihre Zuschauer im Kleinen Haus: die Darsteller des Musicals „A Tribute to the Blues Brothers“. Foto Jasmin Johannsen

Delmenhorst. Der Film ist Kult, das Musical wusste auch zu überzeugen: Mit „A Tribute to the Blues Brothers“ bekamen die hervorragenden Darsteller am Dienstag im Kleinen Haus nicht nur Applaus, sondern auch Dessous.

Ein fulminantes Musical mit Tiefgang konnte das Publikum am Dienstag im Kleinen Haus erleben. „A Tribute to the Blues Brothers“ punktete mit coolen Typen, mitreißender Musik und temperamentvollen Tanzeinlagen rund um die Entstehungsgeschichte der legendären Filmkomödie von John Landis. Die knapp 200 Zuschauer dankten nicht nur mit stürmischem Applaus und stehenden Ovationen. Eine Besucherin war so angetan, dass sie sich prompt ihres BHs entledigte und diesen den Darstellern entgegenwarf.

Blick auf die Charaktere

Wer auf eine Musical-Version des Films „Blues Brothers“ gehofft hatte, der wurde enttäuscht. Stattdessen blickte Ingmar Otto in seiner Inszenierung hinter die Charaktere Jake und Elwood, berichtete vom kreativen Talent Dan Aykroyds und der Drogensucht John Belushis. Von der ersten Begegnung der Komiker im US-Fernsehformat „Saturday Night Live“ im Jahr 1973, über die Entstehungsgeschichte von „Blues Brothers“, bis hin zum verfrühten Tod Belushis 1982 durchkämmte das Musical die Hoch- und Tiefpunkte einer echten Männerfreundschaft.

Bekannte Musik des Originals

Gewürzt wurde das Ganze mit der bekannten Musik des Originals. „Jailhouse Rock“, „Gimme some lovin‘“ oder „Stand by your man“ – Jörg Bruckschen (Dan Aykroyd), Ronald Tettinek (John Belushi), Georgia M. Reh (Judy Belushi) und Stefan Roshy (in mehreren Rollen) hauchten den alten Hits neues Leben ein. Sie alle überzeugten sowohl schauspielerisch, als auch stimmlich. Besonders Tettinek entwickelte sich mit der überdrehten Darstellung seines Belushis (Ratschlag und Breakdance inklusive) zum echten Publikumsliebling. Ihm galt am Ende des Abends dann auch der Dessous-Wurf.

Eine siebenköpfige Live-Band sorgte für einen vollen Sound und vier Ensemble-Tänzerinnen für viel Schwung auf der Bühne. Abgerundet wurde das Spektakel durch eine opulente Videoshow mit einer Mischung aus psychedelischen Mustern und Filmszenen.

Humor steht im Vordergrund

Die Inszenierung ließ das Publikum an den Machenschaften im Filmgeschäft, die einen Menschen zugrunde richten können, teilhaben. Dabei rutschte das Musical aber nie in die Rührseligkeit ab. Der Humor stand immer im Vordergrund. Obwohl auf mehreren Ebenen spielend, waren die einzelnen Szenen so raffiniert miteinander verknüpft, dass am Ende alles sinnig erschien. Ein mehr als gelungener Musicalabend – und das nicht nur für „Blues-Brothers“-Fans.