Streit beim Delmenhorster TB Hasport Shantys planen Abspaltung

Von Sascha Sebastian Rühl

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Wollen zukünftig auf eigenen Beinen stehen: Die Hasport Shantys. Archivfoto: Andreas NistlerWollen zukünftig auf eigenen Beinen stehen: Die Hasport Shantys. Archivfoto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Innerhalb des Delmenhorster Turnerbundes hat es lange Streit gegeben. Nun zieht der Shantychor die Reißleine und will sich selbstständig machen.

Innerhalb des Delmenhorster Turnerbunds kocht es schon seit Längerem. „90 Leute sollten reichen, um das Kulturgut Shanty und Seemannslieder abzudecken“, findet Hasport-Shanty-Vorsitzender Walter Glaser. Doch mit der Gründung des dritten Shanty-Chores unter dem Dach des DTB habe der Ärger angefangen. „Der nächste Hammer war, als die ganz vorne auf der DTB-Webseite erschienen sind“, ärgert sich Glaser, der glaubt, dass die Gründung am Vorstand vorbei ging. „Warum sollte man sich im eigenen Haus Konkurrenz machen?“, fragt sich der Vorsitzende. Der Chor mit seinen etwa 40 Mitgliedern sehe sich vom Vorstand nicht mehr unterstützt. „Die Hasport Shantys lösen sich vom DTB – wir gehen geschlossen.“ Es habe bereits Abstimmungen gegeben, der Chor habe sich für die Selbstständigkeit ausgesprochen, „mit nur einer Enthaltung“.

Dorn im Auge

Auch um Geld gibt es Streit. Die meisten Instrumente, Verstärker und andere Ausrüstungsgegenstände seien von den Mitgliedern in den Verein eingebracht worden. Bei Einbrüchen sei vieles gestohlen und von den Mitgliedern selbst wieder angeschafft worden, sagt Walter Glaser. Würden die Chormitglieder gehen, würden sie ihre Instrumente mitnehmen. Und nach wie vor sei der Chor Nummer drei, die „Freibeuter“, dem Chor ein Dorn im Auge. „Sie sind angeblich nicht offiziell anerkannt, geben aber am Sonntag trotzdem ein großes Konzert für den DTB.“ Nun lägen 38 Kündigungen vor, die noch nicht verschickt seien.

„Fass ist voll“

„Das Fass ist voll“, findet der Shanty-Vorsitzende. Nun liefen die Vorbereitungen zur Gründung eines Hasport Shantys e.V. in vollem Gange. Es gebe keine Absicht, noch länger beim DTB zu bleiben. Glaser, dem am Freitag auf der Jahreshauptversammlung des DTB vom Vorstand nicht das Vertrauen ausgesprochen wurde, ist fest entschlossen. „Am 1. Februar wurde ich erst einstimmig wiedergewählt.“ 3500 Euro an Mitgliedsbeiträgen würden die Shantys pro Jahr an den DTB zahlen bei 30 bis 40 Auftritten pro Jahr. Das sei ein Hauptgrund. „Dann wären wir nur noch dem Finanzamt verpflichtet.“

Vorstand um Frieden bemüht

„Alle Schlichtungsversuche seitens des Vorstandes sind gescheitert. Es ist äußerst frustrierend, sich mit diesen Streitigkeiten auseinandersetzen zu müssen“, sagte Vorsitzender Erich Meenken auf der Jahreshauptversammlung. Der Vorstand des DTB ist um Schadensbegrenzung bemüht. „Die Standpunkte der Hasport Shantys und der Freibeuter sind äußerst unterschiedlich. Da wird man sich nicht in der Mitte treffen“, sagt DTB-Vorsitzender Erich Meenken. Beide Seiten erwarteten von der anderen eine Entschuldigung. „Ein Kompromiss ist aussichtslos.“

Offiziell sei der Austritt der 38 Mitglieder noch nicht. Vor acht Wochen sei der Chor in eine „schöpferische Pause“ gegangen, der Vorstand habe am Freitag durch einen Zettel am Schaukasten von der Einladung zu einer Auflösungsveranstaltung erfahren. „Das ist eine merkwürdige Art und Weise“, findet der Vereinsvorsitzende.

So leicht, wie Walter Glaser sich den Umzug der Shantys in die Eigenverantwortlichkeit vorstellt, wird er nicht, gibt Erich Meenken zu verstehen. Der Name „Hasport Shantys“ gehöre dem DTB, ebenso wie alles, das vom DTB bezuschusst oder durch Auftritte finanziert wurde. Und auch der Chor, selbst ohne Mitglieder, bleibe im Verein. Doch so weit sollte es nicht kommen. „Wir wollen nicht bewusst über 30 Mitglieder ziehen lassen. Wenn es eine Möglichkeit gibt, wollen wir sie gerne behalten.“

Hasport Shantys sollen Teil des DTB bleiben

Auch Hamid Mehrdadi, stellvertretender Vorsitzender des DTB, möchte den Chor im Verein halten. „Die Hasport Shantys bleiben Bestandteil des DTB. Der Chor wird aufrecht erhalten“, betont Mehrdadi im dk-Gespräch. Noch seine keine Kündigung eingegangen, er gehe nicht davon aus, dass alle Mitglieder gehen würden. „Wir müssen abwarten. Streits gibt es in jedem Verein“, findet er. Dennoch: der Name „Hasport Shantys“ gehöre dem DTB, das habe man rechtlich geprüft. „Man kann nicht einfach den Namen mitnehmen. Wir werden es nicht so weit kommen lassen.“

Schon lange Bauchschmerzen

Auch die Instrumente und die bereits geplanten Auftritte blieben ihmzufolge Eigentum des Vereins. Seit einem Jahr mache der Streit zwischen den Chören dem Vorstand Bauchschmerzen. „Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam mit allen Beteiligten einen vernünftigen Weg zu finden. Das ist uns wichtig.“

Auch Chor-Vorsitzender Walter Glaser möchte den Ärger hinter sich lassen. „Singen soll doch Spaß machen“.


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