Rettungsdienst in Delmenhorst Retter finden im Notfall freies Klinikbett online

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Vorstand Frank Leenderts (rechts) und Jan Hoffmann, Vertreter der Rettungsdienste, arbeiten in der Großleitstelle Oldenburger Land Hand in Hand. Foto: Reiner HaaseVorstand Frank Leenderts (rechts) und Jan Hoffmann, Vertreter der Rettungsdienste, arbeiten in der Großleitstelle Oldenburger Land Hand in Hand. Foto: Reiner Haase

Oldenburg/Delmenhorst. Bei Unglücken mit vielen Verletzten stehen die Rettungsdienstleiter vor Ort online mit der Leitstelle und den Krankenhäusern in Kontakt. Reibungsverluste in der Notfallaufnahme werden abgebaut.

Die hiesige Versorgung im Notfall ist mit dem elektronischen System „Interdisziplinärer Versorgungsnachweis (IVENA)“ einen großen Schritt in Richtung besserer Versorgung von Patienten vorangekommen. Bei Unglücken mit vielen Verletzten werden die Krankenhäuser in Delmenhorst, Oldenburg und Umgebung online mit dem Disponenten in der Großleitstelle Oldenburger Land (GOL) oder direkt mit dem Leiter der Rettungskräfte vor Ort verbunden. Ohne jeglichen Verzug wird aufgezeigt, welche Kapazitäten in welchem Krankenhaus verfügbar sind. Und das Krankenhaus erfährt frühzeitig, welche Patienten in welchem Zustand auf dem Weg sind und kann sein Personal entsprechend in Bewegung setzen.

Schockraum online buchbar

IVENA baut bei Einsätzen Reibungsverluste ab. Per Mausklick kann der Schockraum gebucht werden. Es kann verhindert werden, dass eine Routineuntersuchung, die auch verschoben werden kann, wichtige Krankenhaus-Apparate wie den Computertomografen blockiert. „Das System hat die Großleitstelle seit April 2017 bei 15 Einsätzen unterstützt“, berichtet GOL-Leiter Frank Leenderts. Er erinnert an einen Reizgasalarm in der Oberschule Bookholzberg, einen Busunfall in der Wesermarsch und Rauchgasvergiftungen in einem Pfadfinderlager in Großenkneten. „IVENA unterstützt uns auch in Alltäglichem wie der Grippewelle“, ergänzt Jan Hoffmann, der Betriebsleiter des Rettungsdienstes Wesermarsch, „wir müssen nicht mehr mehrere Krankenhäuser über mehrere Stationen abtelefonieren.“

Modellregion für Niedersachsen

Als Modellregion wird in der Großleitstelle, bei den hiesigen Rettungsdiensten und in den 13 Krankenhäusern mit IVENA schon fast routiniert umgegangen. In Bremen wird das System gerade eingeführt. Die niedersächsische Landesregierung steht voll hinter dem Projekt. „Die landesweite Einführung ist im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien festgeschrieben“, weiß Leenderts.

250.000 Einsätze im Jahr

Die GOL ist die Schaltstelle für Feuerwehr- und Rettungseinsätze sowie Krankentransporte in Delmenhorst, Oldenburg sowie den Landkreisen Oldenburg, Wesermarsch, Ammerland und Cloppenburg mit 735.000 Einwohnern auf 4200 Quadratkilometern Fläche. Im Gebäudekomplex in Oldenburg ist auch die Leitstelle der Polizeidirektion Oldenburg als Kooperationspartner untergebracht. In der GOL sind im vergangenen Jahr knapp 250.000 Einsätze verzeichnet worden, das sind 10.000 weniger als im Jahr 2016. Nur die Zahl der Brand- und Hilfeleistungseinsätze ist von 6076 auf 8540 gestiegen: Eine Windhose und die Orkane Sebastian, Herwart und vor allem Xavier haben 2017 im GOL-Gebiet gewütet.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN