30. Ausgabe sorgt für Lacher Comedians spielen vor ausverkauftem Haus in Delmenhorst

Von Sascha Sebastian Rühl


Delmenhorst. Der 30. Comedy Club, 90 bisher zu Gast gewesene Comedians und und ein mittlerweile ausverkauftes Haus. Herr Schröder, Jacqueline Feldmann und Benni Stark feierten die runde Zahl gebührend.

Moderator Markus Weise musste am Donnerstag kaum Vorarbeit leisten, um sein Publikum anzuheizen. „Das hier ist ein besonderer Abend, wisst ihr, warum?“, fragte er in die Runde. „Weil der Anzug passt“, kam eine schlagfertige Antwort zurückgeschossen. Tatsächlich glitzerte Weises Bühnenoutfit nur – normalerweise gibt sich der Delmenhorster mit nicht weniger als drei- bis vierfarbigen Anzügen ab. Doch Weise hatte noch ein Ass im Ärmel, begann seinen Auftritt noch einmal auf dunkler Bühne und siehe da: der Anzug leuchtete von selbst. „Eine Lichtgestalt“, urteilte das Publikum. Der besondere Anlass war der nun schon 30. Delmenhorster Comedy Club.

Humor auf Kosten von Schülern

Ohne weiteres Anheizen konnte Weise mit „Herrn Schröder“ direkt den ersten Comedian des Abends auf die Bühne holen, der aus seinem Alltag als Deutschlehrer berichtete. „Der Justin, ja. Für den ist ein Kreiskrankenhaus tatsächlich rund. Aber er hat jetzt sein Abitur gemacht. Mit 1,8 – Promille.“ Die morgendliche Begrüßung „Guten Morgen Herr Schröder“ sei für ihn ein „morgendlicher Verbalsuizid“ – das Publikum war Feuer und Flamme für die Schulgeschichten.

Und immer wieder Justin

Er hole als Pädagoge die Schüler immer da ab, wo sie stünden. „Vor dem Nichts.“ Und auch Elterngespräche lieferten dem Comedian ordentlich Munition: „Kann die Nussallergie meines Sohnes bei der Notenfindung berücksichtigt werden? Wir haben Angst, dass der Justin ADAC hat.“ Auch Markus Weise, selbst mal Lehrer, hatte eine Anekdote auf Lager, die das Publikum laut auflach. „Du kommst nach den Ferien in die Schule, alle haben fettige Haare, stinken nach Schweiß, haben keinen Bock – und dann verlässt du das Lehrerzimmer.“

Alle Clubs ausverkauft

Nach 29 Comedy Clubs in Delmenhorst hat sich die Veranstaltung etabliert. Anfangs hätten noch alle Gäste von der Bühne aus persönlich begrüßt werden können, heute sind alle Plätze in der Divarena ausverkauft, betonte Weise – das gilt auch für alle weiteren Comedy Clubs in diesem Jahr. „Schön, dass die Delmenhorster nach vier Jahren endlich den Weg hierher gefunden haben“, witzelte Markus Weise. Den Weg nach Deichhorst fanden aber auch Gäste aus Wildeshausen, Hude, Bremen oder Stuhr.

Jugend kämpft sich durch

Bereits zum dritten Mal dabei war Comedienne Jacqueline Feldmann, die den Gästen aus ihrem jugendlichen Leben berichtete. „Ich habe festgestellt: wenn man in einer Wohnung lebt und sich nicht um sie kümmert, fängt sie auch an zu leben.“ Man lerne dazu, wenn man erwachsen werde. So schütze eine Berufsunfähigkeitsversicherung anscheinend nicht vor eigener Unfähigkeit im Beruf. Die schnellen Themenwechsel der 23-Jährigen kamen gut an. Sie nahm Biomütter und Dinkelmamas ebenso aufs Korn wie Thermomix-Besitzerinnen und Studenten.

Vorgeschmack auf Soloprogramm

Comedian Herr Schröder bei einem Auftritt im Comedy Club in Delmenhorst. Foto: Sascha Sebastian Rühl

Der dritte im Bunde war Benni Stark aus Lübeck, der schnell redete und ununterbrochen Sprüche auf sein Publikum abfeuerte, während er einen abenteuerlichen Besuch auf einer Autobahnraststätte schilderte. Auch aus seinem Berufsalltag als Herrenausstatter konnte er Amüsantes berichten. Von Kunden, die den rechten Arm hoch zum Gruß erheben, um die Ärmellänge zu prüfen, bis zu Damen, die ihrem Mann die gesamte Herrenabteilung mit zum Anprobieren in die Kabine geben, reichte das unter vollem Körpereinsatz vorgetragene Programm von Benni Stark. Er wird am Donnerstag, 19. April, mit seiner „The Fashionist Tour - #kleider.lachen.leute“ wieder in der Divarena zu Gast sein.