Antrag auf Weiterführung Mosaikschule in Delmenhorst hat wieder Zukunft

Von Marco Julius

Die Inklusion klappt nicht so, wie auf dem Papier vorgesehen. Auch deshalb soll die Mosaikschule weitergeführt werden. Foto: Peter Steffen/dpaDie Inklusion klappt nicht so, wie auf dem Papier vorgesehen. Auch deshalb soll die Mosaikschule weitergeführt werden. Foto: Peter Steffen/dpa

Delmenhorst. Die Mosaikschule in Delmenhorst, Förderschule mit Förderschwerpunkt Lernen, war als Auslaufmodell gedacht. Jetzt soll sie weitergeführt werden.

„Erbärmlich für ein reiches Land wie Deutschland“ (Uwe Dähne/UAD), „ein Armutszeugnis für die Landesregierung“ (Edith Belz/ Die Linke): Im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur sind am Mittwoch zum Stand der Inklusion an Schulen deutliche Worte gefallen. Weil fraktionsübergreifend Konsens darin Bestand, dass Inklusion nicht so funktioniert wie angedacht, hat auch ein CDU-Antrag ein einstimmiges Votum gefunden. Die Mosaikschule, Förderschule im Förderschwerpunkt Lernen, soll weitergeführt und nicht abgeschafft werden. Sie soll auch wieder Fünftklässler aufnehmen. Und das, so heißt es in dem Antrag, über den der Rat letztlich zu befinden hat, unter der Voraussetzung, dass die dafür notwendige Lehrerversorgung mit qualifizierten Lehrkräften in der Förderschule und in den inklusiv unterrichtenden allgemeinbildenden Schulen durch das Land Niedersachsen sichergestellt wird.

Politik pocht auf Zusage

Eine schriftliche Zusage der Landesschulbehörde soll vor der entscheidenden Ratssitzung vorliegen. Darauf pocht die Politik. Da liegt auch der Knackpunkt: Qualifizierte Kräfte fehlen an allen Ecken und Enden. Markus Pragal, Erster Stadtrat, will bei der Landesschulbehörde „auf die besondere Lage hinweisen. Die Schulen der Stadt seien nicht nur durch Inklusion, sondern auch durch Integration von Zugezogenen besonders gefordert. Dähne unterstützte den CDU-Antrag, „obwohl das nur ein Notnagel ist“. Das Thema Inklusion müsse ganz grundsätzlich angegangen werden: „Das alte System war nicht gut, das Neue ist noch schlechter.“