Vorwurf der Vergewaltigung Delmenhorster Richter sprechen 43-Jährigen frei

Von Dirk Hamm

Das Schöffengericht Delmenhorst hat einen Angeklagten vom Vorwurf der Körperverletzung und Vergewaltigung freigesprochen. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaDas Schöffengericht Delmenhorst hat einen Angeklagten vom Vorwurf der Körperverletzung und Vergewaltigung freigesprochen. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Delmenhorst. Vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung und Vergewaltigung ist ein 43-Jähriger am Donnerstag vom Schöffengericht Delmenhorst freigesprochen worden. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft hatten diesen Verfahrensausgang beantragt.

Das Gericht schloss sich der Einschätzung des Anklagevertreters an, dass sich „der Sachverhalt als nicht erwiesen dargestellt“ habe.

Die gegen den seit sechs Jahren in Delmenhorst lebenden, nicht vorbestraften Kosovaren erhobenen Tatvorwürfe wogen schwer. Er soll in drei Fällen seine jetzt von ihm getrennt lebende Ehefrau körperlich misshandelt und sie zweimal zu nicht einvernehmlichem Geschlechtsverkehr genötigt haben.

Von häuslicher Gewalt berichtet

Die 35-Jährige und der Angeklagte hatten im Kosovo geheiratet, wo sie inzwischen wieder wohnhaft ist. Die zur Last gelegten Taten sollen sich laut Anklage zwischen Dezember 2014 und August 2015 in der Delmenhorster Wohnung des damaligen Paares ereignet haben. Nachdem sich die Geschädigte, die mit Zwillingen schwanger war, wegen Schwangerschaftsbeschwerden ins Krankenhaus begeben und dort gegenüber einer Mitpatientin in gebrochenem Deutsch von häuslicher Gewalt berichtet hatte, der sie ausgesetzt gewesen sei, wurde die Polizei eingeschaltet. Die Strafanzeige lautete zunächst nur auf Körperverletzung. Erst im Verlauf der polizeilichen Ermittlungen kam der Vorwurf der Vergewaltigung hinzu.

Zweifel aufgrund von Widersprüchen

Angeblich hat die Geschädigte Brandwunden am Arm davongetragen, als der Angeklagte einen Topf mit heißem Wasser vom Herd schubste. Dass die Aussagen in den Vernehmungen stark variierten und das in Fotos dokumentierte Verletzungsmuster mit den Vorwürfen nicht in Übereinstimmung zu bringen ist, war nur ein Grund für die erheblichen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der zentralen Zeugin.

Gericht und Staatsanwaltschaft waren zum Schluss gelangt, dass die 35-Jährige sich nicht um ein Visum bemüht hatte, um vor Gericht zu erscheinen. Letztlich wogen die Zweifel so stark, dass auf eine spätere Fortführung des Verfahrens in der Hoffnung auf eine Beteiligung der wichtigsten Zeugin verzichtet und der Angeklagte freigesprochen wurde.