Gerichtsprozess in Delmenhorst Rätselraten nach Vorwurf der versuchten Vergewaltigung

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Um den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung ist es bei einem Prozess vor dem Schöffengericht in Delmenhorst gegangen. Symbolfoto: GründelUm den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung ist es bei einem Prozess vor dem Schöffengericht in Delmenhorst gegangen. Symbolfoto: Gründel

Delmenhorst. Ein 24-jähriger Delmenhorster hat am Mittwoch vor dem Schöffengericht in Delmenhorst den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung einer 23-Jährigen bestritten. Der Prozess wird in 14 Tagen fortgesetzt.

Was hat sich in der Nacht vom 21. zum 22. Februar 2017 im Schlafzimmer einer Delmenhorster Wohnung tatsächlich abgespielt? Was ein 24-jähriger Angeklagter vor Gericht als einen eskalierenden Streit unter Bekannten, der mit gegenseitig demolierten Handys endete, beschreibt, stellt sich für die Staatsanwaltschaft und die Nebenklägerin als eine versuchte Vergewaltigung dar.

Keine Klarheit nach der Verhandlung

Die Verhandlung vor dem Schöffengericht in Delmenhorst konnte am Mittwoch keine eindeutige Klärung erbringen, Angeklagter und Nebenkläger lieferten gegensätzliche Schilderungen des Geschehens ab. Nachdem ein Zeuge nicht erschienen war und auch der Versuch der polizeilichen Vorführung erfolglos blieb, wird das Verfahren nun am Mittwoch, 18. April, fortgesetzt.

Dem Alkohol zugesprochen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Delmenhorster den Versuch einer Vergewaltigung vor. Der Angeklagte und das mutmaßliche Opfer waren sich an dem fraglichen Abend in der Wohnung einer gemeinsamen Bekannten begegnet. Nachdem die aus vier jungen Leuten bestehende Gesellschaft dem Alkohol zugesprochen hatte, legte sich die 23-Jährige nach eigener Aussage nach Mitternacht im Schlafzimmer auf das Bett und schlief ein.

Hose heruntergezogen

Etwas später sei sie aufgewacht, als sie eine Umarmung spürte. Ihre Jogginghose sei heruntergezogen gewesen, der Angeklagte habe versucht, mit seinem entblößten Glied vaginal in sie einzudringen. Unter Tränen sagte sie weiter aus, sie habe sich losgerissen, sei dann noch einmal in das Schlafzimmer gegangen, um ihr Handy zu holen. Dieses sei beschädigt gewesen.

Eskalierender Streit

In seiner Aussage legte der Beschuldigte einen völlig anderen Ablauf des Abends dar. Nach einem „dummen Spruch“ gegenüber der 23-Jährigen sei ein Streit entbrannt. Als sie wütend ins Schlafzimmer ging, sei er ihr gefolgt, um sie zu beruhigen. Nach dieser Version haben die jungen Leute in dem Zimmer lediglich länger miteinander geredet, der Streit eskalierte schließlich, Handys flogen im Schlaf- und dann im Wohnzimmer durch die Luft. „Es ging ihr nur um das Handy, es war komplett verbogen“, so die Vermutung des Delmenhorsters, der einen Vergewaltigungsversuch abstritt.

Weitere abweichende Aussage

Die Gastgeberin des bis zu dem Vorfall geselligen Abends sagte im Zeugenstand aus, dass ihre beiden Gäste etwa eine Stunde im Schlafzimmer waren. Als sie nachgeguckt habe, hätten beide angezogen auf dem Bett gelegen. Die Aussage wich in Details von beiden vorherigen Schilderungen ab.


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